Workshop_Folge
Workshop
5
26.11.2009

Portabilität
Auf Platz drei landete nicht zuletzt wegen des transportanfälligen Plastikgehäuses der zudem größte Controller dieser Gruppe, der M-Audio Xponent. Den Kategoriesieg fährt der Vestax VCI-300 ein. Mit 3,2 Kilo Gewicht, optionalem Gigbag und ausgezeichneter Verarbeitung liegt er ein Quäntchen vor dem schmissigen, zwei Kilogramm leichten und trotzdem sehr robusten Finnen EKS Otus.

 

Vestax VCI-300

M-Audio Xponent

EKS Otus

Score

3

1

2

Layout
Übersichtlichkeit, viel Raum für die Finger und mauslose Steuerung tragen erheblich zu einem guten Workflow bei. Ein integriertes Touchpad wie beim Xponent ist praktisch, vor allem, wenn es sich auch als X/Y-Controller zum Dirigieren der Effekte einsetzen lässt. Allerdings ist es anfälliger für versehentliche Track-Drops als eine herkömmliche Steuerung über Schaltflächen. Dies zeigte sich dann auch in der Gesamtwertung. M-Audios Konsole weist ein sehr gutes Layout nach klassischem Vorbild auf und besitzt zudem dedizierte Loop-, Effekt- und Cue-Sektionen. Aufgrund der Pad-Problematik musste sie sich dem VCI-300 ganz knapp geschlagen geben. Letztgenannter hat zwar weniger Features, dafür aber mehr Luft zum Atmen. Auf Platz drei liegt der aufgeräumte, aber teilweise doppelt belegte finnische Abgesandte.

 

Vestax VCI-300

M-Audio Xponent

EKS Otus

Score

3

2

1

Interface
Beim Sound-Interface ist natürlich der Klang enorm wichtig, aber auch die Anschlussvielfalt von Bedeutung. Drei Punkte sichert sich der warm und transparent klingende Vestax-Bolide. Zudem ist er mikrofon- und linetauglich. Ein bisschen mehr Dampf am Kopfhörerausgang hätte ihm nicht geschadet. Ein softwareseitiger Overdrive macht das Manko aber fast wieder wett. Otus besitzt keine Eingänge und bringt lediglich zwei Paar analoge und digitale Ausgänge mit. Aufgrund des besseren Klangbildes konnte er sich aber knapp den zweiten Platz vor Xponent sichern. Ebenfalls ohne Inputs, dafür mit Pedal und Fußschalter ausgestattet, reicht es für M-Audios 16-Biter nur für Rang drei.

 

Vestax VCI-300

M-Audio Xponent

EKS Otus

Score

3

1

2

Bedienelemente
Wohl dem, der was zum Schrauben hat. Mit unglaublichen 104 Bedienelementen und nach Sektionen getrennter mehrfarbiger Beleuchtung ist Xponent in dieser Disziplin auf dem zweiten Platz gelandet. Letztlich musste er sich doch den qualitativ hochwertigeren haptischen Elementen der Vestax-Einheit geschlagen geben, die zudem Line- und Crossfader-Kurvenanpassung mitbringt. Diese besitzt der drittplatzierte Otus nicht, dafür kommt er mit moderner Touch-Technik. Seine berührungsempfindlichen Sensorfelder unterliegen leider gelegentlichen Wertesprüngen. 43 Bedienelementen kann er vorweisen, das sind 15 weniger als beim VCI-300.

 

Vestax VCI-300

M-Audio Xponent

EKS Otus

Score

3

2

1

Jogwheels
Groß, präzise und mit ordentlich Grip. So mögen gerade Scratch-DJs ihre Jogdials. Hier konnte der finnische Vertreter mit seinem case-sensitiven, leisen und sehr präzisen 7,5 Zoll Wheel einen Drei-Punkte-Sieg einfahren. Dazu bringt er noch vier kleinere, in die Füße eingelassene Zwei-Zoll Mini-Push-Wheels mit. Sehr schön. Mit zwei Punkten landet der VCI-300 auf dem nachfolgenden Rang. Auch seine Jogs sind sehr griffig und zudem scratchtauglich. Sie lassen sich hardwareseitig im Widerstand regulieren, sind druckempfindlich und ausgezeichnet verarbeitet. Zwei leicht kratzgefährdete, aber ordentlich große Sechs-Zoll Plastik-Wheels verhelfen Xponent zu Platz drei.

 

Vestax VCI-300

M-Audio Xponent

EKS Otus

Score

2

1

3



MIDI
In diesem Block heißt es: Mehr ist mehr. 104 MIDI-Befehle (!), USB- und Standard-MIDI-Anschlüsse und ein wählbarer Kanal mit Hardware-Switch. Xponent-Kontrollfreak, was willst du mehr? Der zweite Platz geht an VCI-300. Der spricht zwar nur USB und bietet auch keinen alternativen MIDI-Kanal als den werkseitig eingestellten, kann aber mit 14-Bit Hi-Res-Wheels und satten 90 MIDI-Parametern glänzen. Mit Standard-MIDI und 86 Befehlen muss Otus sich ganz knapp geschlagen geben - Rang drei für ihn.

 

Vestax VCI-300

M-Audio Xponent

EKS Otus

Score

2

3

1

Halbzeit
Zeit für eine Zwischenbilanz. Das Gelbe Trikot geht an den Vestax VCI-300. M-Audios Xponent und Otus liegen gleichauf. Doch noch müssen unsere nun schon testerfahrenen Kontrahenten sechs weitere Etappen meistern. Man darf gespannt sein.

 

Vestax VCI-300

M-Audio Xponent

EKS Otus

Score

16

10

10

Stromversorgung
Einige MIDI-Controller sind trotz eingebautem Sound-Interface nur USB-gepowert, das trägt für mich nicht unbedingt zur Stabilität bei. Optionaler Netzteilbetrieb ist genauso wünschenswert wie ein Inklusiv-Netzteil oder gar Akku-Pufferung bei Ausfall der Spannungsversorgung. Ein Einschaltknopf versteht sich dann von selbst. Der USB-gespeiste Otus landet auf Rang drei, Stromsolist Xponent auf zwei und VCI-300 mit Schalter und Wahlfreiheit auf Position eins.

 

Vestax VCI-300

M-Audio Xponent

EKS Otus

Score

3

2

1

OS
Der mündige Wacintosh-/Mindows-DJ

Nein, ich möchte wegen des MIDI-Controllers nicht gleich einen neuen Laptop kaufen müssen, sondern meinen behalten. Ich mag seinen Starrsinn, den Geist in der Maschine. Ein Verlust dieser Placebo-Beziehung wäre zu schmerzhaft für mich. Wie jetzt? Wieder lockermachen, denn alle Testkandidaten verrichten auf Mac und PC ihren Dienst und haben moderate Hardware-Anforderungen. Puh, noch mal Glück gehabt. Lediglich aufgrund der bundlebedingt leichteren Installationsroutinen konnten sich denkbar knapp zwei Sieger abzeichnen.

 

Vestax VCI-300

M-Audio Xponent

EKS Otus

Score

2

2

1

Runde 9 - Ausstattung
Wir lagen vor Madagaskar ... Die Pest brachte keiner der Controller über meinen Rechner und faules Wasser tropfte auch nicht aus den Kartons. Das hatte ich, ehrlich gesagt, auch nicht erwartet. Enttäuschte DJs, die aufgrund der kargen Ausstattung eines Controllerpaketes den Planken-Suizid vollzogen haben, sind mir persönlich ebenfalls nicht bekannt. Dass eine umfangreiche und vor allem sinnvolle Ausstattung die Stimmung in der heimischen Kajüte oder draußen auf den sieben DJ-Weltmeeren hebt, ist unbestritten. Platz drei für Otus. Er brachte analoge Kabel, hauseigene Werbung und Quickstart mit, zudem waren ein Deckadance- und ein Beatport-Gutschein im Karton. Optische Datenträger lagen leider nicht bei, erst nach einer umständlichen Registrierung konnte ich das Treiber-Firmware-Softwarepaket downloaden. Das war ein wenig ärgerlich und bescherte dem Finnen insgesamt Rang drei. Xponent war fast komplett ausgestattet, er verzichtete lediglich auf gedruckte Handbücher. Das war beim VCI-300 abgesehen vom Owners Manual und Aufklebern ähnlich.

 

Vestax VCI-300

M-Audio Xponent

EKS Otus

Score

2

2

1

Runde 10 Software
Dieser Block beschäftigt sich mit der beigelegten DJ-Applikation. Dabei kommt es nicht nur auf die Menge der Features, sondern gerade auch auf die Betriebssicherheit und die Hardware-Adaption an. Sehr vorteilhaft ist es, wenn der Käufer Regler-Belegungen im Nachhinein rekonfigurieren kann. Falls die Ansprüche an die Software mit zunehmender Erfahrung wachsen, spielt auch die Update-Politik eine entscheidende Rolle. Enttäuscht die Software, bringt auch der beste Controller nichts. Besonders dann, wenn der DJ aufgrund von Konstruktionseigenheiten nicht auf ein anderes Programm ausweichen kann. Korrekt konfiguriert laufen alle Testkandidaten ohne Software-Abstürze, das ist erfreulich. Im Bundle mit Serato Itch 1.1 sichert sich der VCI-300 die dritte Position. Die Abstimmung auf den Controller ist sehr gut, kostenlose Updates und Performance-Recording bringen weitere Punkte ein. Federn lässt das Duo, weil die Software nicht lernfähig ist und in der Grundausstattung ohne Effekte herkommt. Wer diese nutzen möchte, ist gezwungen, knapp 200 Euro in die optionale Steuereinheit VFX-1 mit Update zu investieren. Das ist beim Xponent-Torq-Bundle anders. MIDI-Konfiguration, Effekte und ein eingebauter Sampler sorgen für Kreativitätsschübe. Die Möglichkeit, das Touchpad als XY-Steuerung zu missbrauchen, gefällt. Dazu gesellt sich eine ausgeklügelte hardwareseitige Loop- und Cue-Sektion. Prima. Richtig was für Fummelköppe! Das Update schlägt hier allerdings mit 50 Euro zu Buche. M-Audio teilt sich die Spitzenstellung mit Otus. Seine Beipack-Software Deckadance aus dem Hause Image-Line glänzt mit MIDI-Learn, VST-Schnittstelle, Sampler und einem ausgezeichneten Beatslicer. Noch dazu versteht sie viele Timecodes.

 

Vestax VCI-300

M-Audio Xponent

EKS Otus

Score

1

2

2

Runde 11 - Performance
Entscheidende Kaufargumente sind Stabilität und Performance. Einen Ausfall vor versammelter tanzwütiger Meute möchte wohl niemand erleben. Drei Stunden lang sollten die Testkandidaten beweisen, dass der DJ ohne Angst im Nacken zupacken und abfeuern kann. Das gelang allen. Leider konnte sich Otus hier nicht in vollem Umfang gegen die Konkurrenz durchsetzen. Er ist in meinen Augen vom Layout eher für den Einzelbetrieb geeignet. Das dauernde Umschalten auf den zweiten Layer bremst den Spaß ein wenig. „Itch-Tax“ ist flott und rockt richtig gut. Der DJ sieht jederzeit, was los ist und fühlt sich einfach sicher. Auch nach einem versehentlichen Hot-Plug kommt die Konsole zurück zur Software. Xponent-Torq war im Test ebenfalls absolut wasserdicht, kein Ausfall, keine Glitches – und viele performancesteigernde Features – Punkteteilung.

 

Vestax VCI-300

M-Audio Xponent

EKS Otus

Score

2

2

1

Runde 12 - Nach dem Kauf
Alle Jahre wieder ... wird unter Umständen ein Controllerwechsel angestrebt, weil sich die eigenen Ansprüche verändert haben. Schön, wenn der Hersteller einen positiven Eindruck hinterlassen konnte und der DJ wieder zur gleichen Marke greift. Zubehör, Soft- und Firmwareupdates, zusätzliche MIDI-Maps und dergleichen bleiben im Gedächtnis und sollten den Kandidaten eine heißes Kopf-an-Kopf-Rennen bescheren. Der VCI-300 muss hier konzeptionell bedingte Verluste hinnehmen, denn Third-Party-Unterstützung und alternative Mappings sind aufgrund der engen Verzahnung mit Seratos Itch eher rar gesät. Dies trifft auf Xponent/Torq in ähnlichem Maße zu. Mit einem knappen Vorsprung kann sich hier lediglich Otus absetzen, da ihn gängige DJ-Apps wie Deckadance, VDJ oder Traktor nativ unterstützen und der finnische Support zudem schnelle und individuelle Hilfestellung im Problemfall bietet.

 

Vestax VCI-300

M-Audio Xponent

EKS Otus

Score

1

1

3

Final Round- der schnöde Mammon
Da gibt’s nicht viel zu rechnen! Der VCI-300 kostet 749 Euronoten, Otus 649 Coins und der XPONENT 399 Credits. Das macht folgende Punkteverteilung:

 

Vestax VCI-300

M-Audio Xponent

EKS Otus

Score

1

3

2

2 / 3
.

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