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01.05.2019

MFB Tanzbär 2

Hybrid Drummachine

Tanz, kleiner Bär, tanz!

Manfred Fricke aka MFB hat offenbar sein (Denk-) Konzept verändert. Anstatt analoger Minikisten bietet das aktuelle Portfolio nun nur noch ausgewachsene Klangerzeuger, wie z. B. Dominion 1 oder Tanzmaus

Obwohl, ganz hat sich Fricke nicht von seinem Markenkern verabschiedet, denn im Vergleich zu anderen Produkten derselben Größe, findet man beim Tanzbär 2 immer noch Funktionen satt. Schauen wir einmal, wie der MFB Tanzbär 2 die zu erwartende Menge an Parametern handhabt!

Details

Aus alt mach neu

Der MFB Tanzbär 2 ist - wenn man so möchte - eine Weiterentwicklung des nicht mehr angebotenen ‚Tanzbär 1‘. Neu ist die hybride Struktur, die neben analogen Klangerzeugern auch reichlich Sample-Stimmen enthält, die teilweise sogar mit analogen Filtern ergänzt wurden. Ferner verfügt die Drummachine über einen monophonen Synthesizer, der nicht nur für Bässe gut geeignet ist.

Konkret sind neben dem Synth sieben weitere analoge Percussion- Instrumente verbaut sowie drei digitale Sample-Stimmen mit analogen Multi-Filtern. Außerdem sind zehn weitere Sample-Stimmen im Angebot, wovon sich zwei eine Spur teilen. Der interne Speicher reicht dabei für bis zu 300 Sekunden Aufnahmezeit. Hinzukommen zwei MIDI-Spuren innerhalb des Sequenzer, um damit auch noch externe Geräte anzusteuern. Das blaue Metallgehäuse bietet Holz-Seitenteilen, misst 31,5 x 5 x 18 cm (HBT) und wiegt 1,6 kg.  

Acht analoge Instrumente

Was wäre MFB ohne analoge Klangerzeuger? Dieses Markenzeichen macht auch beim Tanzbär 2 keine Ausnahme und somit hat die Drummachine gleich zwei analoge Kicks und Snares am Start. Ergänzt wird das Ganze durch drei Tom/Congas und den bereits angesprochen Bassline-Synth. 

Die Parameter sind wie folgt verteilt:

  • Bassline: Decay, Cutoff, Resonance, Envelope,( Waveform, Tune, Attack, Octave)
  • Kick 1: Attack, Decay, Tune, (Pitch, Pitch Decay, Noise, Transient)
  • Snare 1: Snappy, Snappy Decay, Tune, (Detune, Detune, Tone, Pitch/Decay)
  • Kick 2: Decay,( Tune, Tone, Pitch, Pitch Decay)
  • Snare 2: Snappy, (Tune, Tone, Snappy Decay, Pitch/Decay)
  • Tom/Conga 1-3: Tune, (Decay, Pitch, Pitch Decay)

Mehr Parameter als Regler

Viele Parameter sind im Direktzugriff über die Potis änderbar, manche indes nur über das Menü. Unter dem 2 x 16-Zeichen LC-Display findet man dazu u. a. zwei Encoder die mit ‚Data 1‘ und ‚Data 2‘ bezeichnet sind sowie die Buttons ‚Data 3‘ und ‚Data 4‘, die in Verbindung mit den Step-Tastern arbeiten.

Werte, die nur über Soft-Regler veränderbar sind, sind in der oberen Aufzählung in Klammern gesetzt. Die Werte für „Data 1,2,3,4“ sind außerdem unten auf das Gerät aufgedruckt. Das Gleiche gilt auch für die „digitalen“ Sounds, deren Parameter wie folgt lauten:

  • Voice 1-3: Tune, Cutoff, Decay, (Resonance, Hold, LP/BP, Bit Crush)
  • Open/closed Hihat: Decay, (Tune, Hold, Bit Crush)
  • Percussion 1-3: Decay, (Tune, Level, Hold, Panorama)
  • Crash: Decay, (Tune, Level, Hold, Panorama)

Für jedes Instrument bietet Tanzbär 2 einen eigenen LFO, der die Parameter Rate, Amount, Wave und Destination kennt. Und, ihr habt es erraten, auch der wird über Data 1-4 bedient.

Kleine leuchtende Fader

Die analogen Instrumente, die digitalen Voices 1 - 3 und die Hi-Hat verfügen, wie der Master, über je einen kleinen Fader, in den sogar eine LED integriert ist. Ist der Mute-Mode aktiv, leuchten diese bei der Nutzung der analogen Instrumente rot, und in allen anderen Fällen grün. 

Für die Audioausgabe der genannten Instrumente dienen zwölf Einzelausgänge in Form kleiner 3,5 mm Mini-Klinkenbuchsen. Der Main-Out ist als große 6,35 mm Klinke ausgeführt. Einen Kopfhörer-Ausgang gibt es nicht, dafür neben MIDI-In und Out/Thru noch eine USB-MIDI-Buchse im Format ‚B‘. Über den USB-Anschluss können mittels ‚Software-Tool‘ (Windows und OSX) auch eigene Samples geladen werden. Die Mini-USB-Buchse ist indes nur für den Anschluss des mitgelieferten Netzteils gedacht.

Sequenzer

Der eingebaute 16-Step Sequenzer bietet einen Step- und einen Live-Write-Mode. Patterns können somit intuitiv geschraubt oder programmiert werden. Der Bassline-Synthesizer muss zwingend „Step by Step“, inklusive Pausen, über die Klaviatur programmiert werden. Ihn „live“ zu spielen ist nicht möglich, genauso wenig, wie die Melodie nachträglich zu ändern. Ist hier eine Änderung gewünscht, muss die Notenfolge entsprechend neu eingegeben werden.

Alle Parameter lassen sich zudem via Parameter-Lock oder Knob Record pro Step variieren, was komplexe Sounds ermöglicht. Ergänzend kommen ein vierfach Accent, ein sechzehnfacher Roll/Flam sowie die vier Variationen „Bar A,B,C,D“ eines Patterns hinzu. Bis zu 16 Pattern und die vier Bars können gechaint werden.

Weiterhin im Angebot: Shuffle, Last Step und Glide für den Synth sowie 100 Pattern-Speicherplätze. Shuffle und auch die Step-Länge lassen sich darüber hinaus für jedes Instrument individuell justieren, sodass polymetrische Rhytmen möglich werden. Auch 32tel, 16tel und Triolen sind als Metrik einstellbar. Und nicht vergessen: Der MIDI-Out kann in Verbindung mit den beiden MIDI-Spuren auch externe Soundgeber triggern.

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