Test
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25.01.2019

Meris Mercury 7 Test

Reverb-Pedal

Vangelis wäre stolz …

Bereits in den 1980er Jahren wurden die ersten algorithmischen Hallgeräte entwickelt. Bei dieser Form des digitalen Halls wird von einem Hallprozessor, inzwischen - inzwischen auch von Plug-ins für den Computer- ein Raum simuliert und dessen Reflektionen über Algorithmen berechnet.

Ebenfalls in dieser Zeit, im Jahr 1982, entstand der berühmte Science-Fiction-Film ‚Blade Runner‘, mit seinem nicht weniger berühmten Soundtrack von Vangelis. Film und Musik haben in der Folge unzählige Musiker und Akteure anderer Kunstrichtungen beeinflusst. 

Und selbst heute scheint die Inspirationskraft dieses Werkes noch immer nicht erloschen zu sein. Denn weit mehr als 30 Jahre später inspiriert dieser Soundtrack noch immer, in unserem Fall den noch recht jungen amerikanischen Hersteller Meris. Deren 'Blade Runner' inspirierter Hall mit der Bezeichnung ‚Mercury 7‘ für die 500er Serie ist nun auch als Gitarreneffekt-Pedal verfügbar. Aber lässt sich das Effektpedal auch mit Synthesizern nutzen?

Details

Äußeres

Optisch ist das Hall-Pedal sehr schön gelungen. Das interessante Metallic-Blau wurde vom kleinen Bruder der 500er-Serie übernommen. Durch die überschaubaren Maße (L x B x H: 115 x 107 x 67 mm) hat das Mercury 7-Pedal sicherlich auf jedem Pedalboard Platz, aber soll es da auch hin? Es ist definitiv nicht die stabilste Tretmine aller Zeiten und für den Bodeneinsatz auch irgendwie zu schön, besonders die Unterseite. Soll es nun aber doch direkt auf dem Boden stehen, gewährleisten vier klebbare Gummifüße einen rutschfesten Stand.

Die sechs Drehpotis sind robust und bieten einen angenehmen Drehwiderstand. Auch wenn nicht bei allen Reglern die gleiche Kraft aufgewendet werden muss, sind auch feine Einstellungsänderungen exakt umzusetzen. Die beiden kleinen Taster für Alt (Hold) und für die Wahl des Algorithmus wirken im Vergleich zu den Drehreglern allerdings ein bisschen wackelig. 

Aufbau und Bedienoberfläche

Das klassische und schlichte Design fördert die Übersicht. Alles ist gut lesbar und man wird nicht von Grafiken abgelenkt. Da aber kein Display vorhanden ist, muss man die Steuerung der einzelnen Parameter gegebenenfalls üben, besonders dann, wenn es um die Doppelbelegung der Drehregler geht.

Neben den beiden Fußschaltern für Bypass und Swell gibt es wie bereits erwähnt noch zwei kleinere Taster. Mit dem rechten der beiden Taster wählt man einen der beiden Algorithmus-Typen aus, entweder Ultraplate (Plate) oder Cathedra (Hall). Über den linken Taster mit der Bezeichnung Alt (Hold) lassen sich die Doppelbelegungen der Drehregler aktivieren. Um bei der geringen Größe des Gehäuses nicht auf Funktionen verzichten zu müssen, wurden alle sechs Drehregler doppelt belegt.

Über Lo- und Hi-Frequency entscheidet man, wie schnell der Effekt in den jeweiligen Frequenzbändern verklingt. Hält man Alt, steuert man dann darüber die Dichte des Effektes selbst, bzw. fügt einen Vibrato-Effekt hinzu. Space Decay regelt den Verfall des Halleffektes, per gedrückter Alt-Taste steuert man das Predelay. Modulate regelt die Modulationstiefe des Algorithmus, bei gedrückter Alt-Taste wiederum steuert man die Geschwindigkeit des Hall-Algorithmus.

Per Pitch Vector lassen sich die Reflektionen in deren Tonhöhe verändern, die zweite Funktion dieses Drehreglers besteht in der der Steuerung der Attack-Zeit des Swell-Envelopes. Bleibt noch der Mix-Regler, der die Mischung zwischen trockenem und Effekt-Signal kontrolliert. Bei gehaltener Alt-Taste regelt man damit die Mischung zwischen dem herkömmlichen digitalen Effekt und der tonhöhenveränderten Version.

Hält man die Alt-Taste bereits beim Starten des Gerätes, steuert man ebenfalls über die sechs Drehregler globale Einstellungen. Hier lässt sich das Dry-Signal zum Beispiel ausschalten, zwischen Mono und Stereo wechseln, die Empfindlichkeit des Eingangs verändern, oder der MIDI-Kanal einstellen, auf dem ein externer Taktgeber seine Informationen sendet.

Anschlüsse

Das kleine Gehäuse des Meris Mercury 7 Reverb-Pedals stößt platzseitig natürlich auch auf der Rückseite schnell an seine Grenzen. Zum einen finden wir dort die 9- Volt-Buchse für den Anschluss der Stromversorgung. Ohne die geht es im Falle dieses Pedals nicht, denn Batteriebetrieb ist grundsätzlich nicht möglich. Ein entsprechendes Netzteil ist im Lieferumfang enthalten.

Daneben wurden vier 6,3 mm Klinken-Anschlüsse verbaut: Einer für den Input (Mono oder Stereo, wird im Menu eingestellt), zwei Anschlüsse für den Stereo-Output (Left/Right) und noch ein Vierter, an dem ein Expression-Pedal oder eine externe MIDI-Quelle angeschlossen werden kann. Zwei kleine LEDs am unteren Rand der Rückseite signalisieren zudem, welche Eingangsempfindlichkeit eingestellt wurde (Line- oder Synth-Level), und ob der Eingang selbst in Mono oder Stereo bedient wird. 

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