Bass Hersteller_Markbass
Test
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12.02.2021

Praxis

Die Rückseite des Verstärkers sitzt sehr weit verborgen im Combo-Gehäuse. Eine lustige Anekdote am Rand: Ich habe mich etwa fünf Minuten vergeblich damit abgemüht, das Netzkabel mit dem dafür vorgesehen Anschluss zu verbinden und meine Laune war schon einigermaßen im Keller, als ich feststellte, dass man auf der Gehäuseoberseite nur einen rechteckigen Deckel von innen nach oben drücken kann, um Zugang zur Amp-Rückseite und den Anschlüssen zu erhalten. Nun werden die meisten Tieftöner vermutlich nicht so lange auf dem Schlauch stehen wie ich, aber vielleicht hilft diese Info dem einen oder anderen zukünftigen Ninja-Combo-Eigner ja weiter!

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Aber wie auch immer, das Stromkabel sitzt und ich kann endlich zum Praxistest übergehen. Ein nicht zu vernachlässigendes Thema ist dabei für mich stets das Lüftergeräusch, denn kompakte Basscombos werden natürlich gerne auch in den eigenen vier Wänden zum Üben eingesetzt und sollten ihren Dienst hier möglichst nebengeräuscharm verrichten.

Genau dies ist beim Markbass Ninja 102-500 auch der Fall - der Ventilator auf der Rückseite läuft zwar ständig, doch das dezente tieffrequente Rauschen stört überhaupt nicht! Genauso positiv geht es auch weiter, denn klanglich hat der Testkandidat aus "Bella Italia" wirklich eine Menge zu bieten und überzeugt mit einer ansprechenden Leistung!

Mir fiel sofort die extrem schnelle und direkte Ansprache des Basscombos auf; man hat regelrecht das Gefühl, dass der Ton "an den Fingern klebt". Verwunderlich ist das nicht, denn die Markbass-Endstufe zeichnet sich bekanntlich durch eine extrem direkte Ansprache aus und 10"-Lautsprecher sind eben auch dazu imstande, jeden Impuls ohne merkliche Verzögerung umzusetzen. Slap-Artisten und Freunde von anderen perkussiven Spieltechniken werden diese Eigenschaften zu schätzen wissen.

Grundsätzlich klingt der Ninja-Combo sehr ausgewogen und liefert durchsetzungsstarke Sounds mit knackigen Bässen, ebenmäßigen Mitten und transparenten Höhen, die den Charakter des verwendeten Basses nicht verbiegen. Extreme Tiefbässe liefert der kompakte Basscombo aufgrund seines begrenzten Gehäusevolumens von sich aus logischerweise nicht, die Basswiedergabe kann aber durch die Positionierung in einer Ecke oder nahe einer Wand positiv beeinflusst und durchaus gesteigert werden, da die Bassreflexöffnungen auf der Rückseite sitzen.

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Viel Flexibilität in Sachen Sound gibt es außerdem mit den von anderen Markbass-Amps bekannten EQ-Tools. Die Filter "VPF" und "VLE" liefern auch beim Markbass Ninja 102-500 immer praxistaugliche Resultate und sind in der Bedienung absolut unkompliziert. Harsch klingende Bässe lassen sich mit dem VLE-Filter blitzschnell entschärfen und wer auf breite und mächtige Scoop-Sounds für Slap- oder Plektrumtechniken steht, kommt mit dem VPF-Filter schnell ans Ziel.

Für weitere Anpassungen steht der hervorragend abgestimmte und extrem nebengeräuscharme Vierband-Equalizer zur Verfügung - man findet hier wirklich für nahezu jede Musikrichtung im Handumdrehen den richtigen Sound!

Ich bin von der großen Klangflexibiliät des Ninja-Combos wirklich beeindruckt, als größte Überraschung stellte sich für mich allerdings die enorme Lautstärke heraus, die der kompakte Combo alleine mit den internen Lautsprechern erreichen kann: Selbst für Clubgigs mit durchaus beherzt spielenden Bands ist das Level absolut ausreichend und der Combo performt dabei erstaunlich stabil - der Sound bleibt stets fundamentstark und klar!

Zum Abschluss gibt es wie immer einige Klangbeispiele:

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