Test
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16.08.2020

Praxis

Kennste eine, kennste alle?

Um eine möglichst gute Vergleichbarkeit zu gewährleisten, habe ich euch alle Trommeln in drei Stimmungen aufgenommen und mich bemüht, stets ein ähnliches Pattern zu spielen. Die Snares sind sich klanglich tatsächlich sehr viel ähnlicher als ich es vor dem ersten Anspielen vermutet hätte. Die Kesselgrößen, die sich nur bis auf ein Zoll unterscheiden und die an allen Snares identisch verbaute Hardware schlagen sich sehr deutlich im Klang nieder. Auch die vier Luftlöcher haben einen hörbaren Einfluss, denn der Kesselton, der bei tiefen Metallsnares gern mal etwas längere Ausmaße annehmen kann, ist bei allen Modellen schnell da und auch vergleichsweise schnell wieder verklungen. Gehe ich nicht in die extremen Randbereiche, wie zum Beispiel eine ultratiefe Stimmung, komme ich auch mit keiner bis sehr wenig Dämpfung zurecht. Dabei klingen die Snares stets straff und definiert. Die Sonic Saver Spannreifen spielen sich sehr angenehm und komprimieren den Klang ganz leicht. 

Die Metallion Messing in 14“ x 5,5“ …

… ist eine flexible Trommel mit dem stereotypischen Messingklang, das bedeutet, dass sie in tiefen Lagen sehr viel Fundament und Bauch hat. Höher gestimmt werden Messingsnares gern etwas schärfer, auch das ist bei diesem Modell der Fall, dabei bleibt sie aber insgesamt sehr kontrolliert und wird nicht harsch. Eine kompakt klingende Trommel – für mittellaute bis laute Anwendungen wäre sie ein idealer Backbeat-Partner mit genug dynamischen Reserven unter der Haube.

Die Persuader in 14“ x 6,5“

Trotz des gehämmerten Messingkessels, der normalerweise für einen trockenen Charakter sorgt, entwickelt dieses Modell im Vergleich den längsten Ton, sie hat für mein Dafürhalten auch etwas mehr eigenen Charakter als die Metallion. Besonders bei lauterer Bearbeitung liefert die Trommel ordentlich Rückmeldung und macht so viel Spaß – eine Rocksnare durch und durch! Auch wenn sie bei Rudiments gut, aber nicht ganz so crisp wie die anderen Modelle aus dem Konvolut anspricht.

Die Predator in 14“ x 6“

Kupfer ist wie Phosphorbronze ein eher weiches und entsprechend resonierfreudiges Metall, deshalb bin ich von dem eher kontrollierten Sustain der Predator positiv überrascht. Die Trommel hat in allen Lagen einen vollen und artikulierten Klang mit einem tonal etwas dunkleren Fundament und frischen Höhen. Die Teppichansprache ist durchweg sehr gut. In ganz tiefen Tunings erreicht sie nicht ganz das satte Fundament der Cyrus und der Metallion, ansonsten eignet sie sich als absoluter Allrounder, eine ganz klare Antestempfehlung!

Die Cyrus in 14“ x6“

In puncto Preis-Leistungs-Verhältnis ist die Cyrus für mich ganz klar der Favorit des Quintetts. Das liegt vor allem an der messerscharfen Teppichansprache, die schon an Snares aus der klassischen Musik erinnert und richtig viel Laune macht! Snaredrums aus Stahl haftet gern mal ein Billig-Image an, oft zu unrecht, wie man an dem fett klingenden Kesselton mit eigenständigen Charakter der Cyrus in allen Tunings hören kann.

Die Atomizer in 14" x 6,5"

Die Atomizer hat den typischen Aluminium-Charakter, sie klingt im Vergleich zu den Messing- und Kupfermodellen auf den ersten Blick eher nüchtern, verhält sich unter dem Mikrofon aber sehr unkompliziert. Durchstimmen und lostrommeln ist hier die Devise. Durch den etwas dickeren Kessel von 2 Millimetern Wandstärke überzeugt sie mich vor allem in höheren Lagen mit ordentlich Biss und Durchsetzungskraft, ohne dabei mit nervenden Frequenzen aufzuwarten. Die Teppichansprache ist durchweg sehr gut.

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