Hersteller_Ludwig
Test
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26.08.2019

Praxis

Neben dem Klang ist natürlich auch die Funktion der Hardware in der Praxis ein wichtiges Element. Die an der 14“ x 5“ verbaute P85 Abhebung funktioniert (noch), allerdings ist ein sanftes, geräuschloses Spannen im Falle einer leisen Konzertsituation oder einer Pause innerhalb des Stücks mit dieser Abhebung nicht möglich. Ich betone das einerseits, weil solche musikalischen Situationen durchaus vorkommen und andererseits, weil die weiterentwickelten Abhebungen an den Snares mit 6,5 Zoll Kesseltiefe das zweifelsfrei zulassen. Zudem hat sich im Praxistest gezeigt, dass sich die ungerasterte Rändelschraube der P85 Abhebung durch die Vibration des Kessels im längeren Spiel lösen kann, wodurch die Snare an Teppichspannung und somit Definition verliert. Beim Kauf einer neuen Ludwig Snare solltet ihr also unbedingt darauf achten, dass auch die neue Abhebung montiert ist.

Tiefe Stimmung

Beginnen wir mit der tiefen Stimmung. Selbstverständlich haben für besonders tiefe Stimmungen die Modelle in 6,5 Zoll Kesseltiefe die besten Voraussetzungen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die tiefstmögliche Stimmung der 14“ x 5“ Snare ohne Dämpfung etwas höher ist als die der tieferen Kessel. Natürlich lässt sich auch mit einem 14“ x 5“ Kessel unter Zuhilfenahme von viel Dämpfung ein „nasser“ Snaresound erzielen, jedoch wird dieser weniger Bauch haben als mit einer 6,5 oder gar 8 Zoll tiefen Trommel. Dennoch liefert der Kupferkessel des 14“ x 5“ Modells einen tiefenbetonten Snaresound mit ausgewogenen Obertönen. Mithilfe der Dämpfung eines Snareweights wird der Sound sofort trocken und sehr definiert. Einen besonders bauchigen und fetten Ton erzeugen die 14“ x 6,5“ Hammered und Raw Copper Phonics. Die Obertöne sind auch im völlig ungedämpften Zustand nicht vordergründig, wobei das Sustain eher kompakt und kurz ausfällt. Die Teppichansprache ist beim 5er-Modell am direktesten, wenn auch etwas raschelig. Mit einem hochwertigen Teppich erfahren alle drei Snare Drums nochmal ein deutliches Sound-Update.

Mittlere Stimmung

In der mittleren Lage wird bei allen Modellen der hochwertige Klang des Kessels noch präsenter. Dennoch ist der charakteristische Sound des Kupferkessels nie zu vordergründig und zeichnet sich durch ein eher weiches Spielgefühl aus, das an eine Holz-Snare erinnert. Auch bei Rimshots wird der Sound nicht zu scharf, und es offenbaren sich vergleichsweise zahme Obertöne. Die Teppichansprache wird mit zunehmender Fellspannung immer besser. Die Modelle in 6,5 Zoll haben spürbar mehr Bauch und insgesamt etwas mehr klangliche Fülle sowie ein längeres Sustain. Klanglich wirkt der gehämmerte Kessel etwas heller, während die Raw-Version im ungedämpften Zustand noch weniger aufdringliche Obertöne besitzt.

Hohe Stimmung

Auch in den hohen Lagen zeichnen sich alle drei Snares durch einen hochwertigen und nie zu vordergründigen Ton aus. Selbst bei Rimshots im lauten Spiel wirken die Snares nie zu knallig, sondern im Vergleich zu Messing- oder Stahl-Snares sogar ein Stück leiser. Wer also eine besonders laute Snare sucht, ist mit einem Stahlkessel in Verbindung mit Gussspannreifen besser beraten. Besonders das Modell in 5 Zoll Tiefe kann in der hohen Stimmung all seine Stärken ausspielen. Mangelte es ihr in den tiefen Lagen auch etwas an Bauch, überzeugt sie im hohen Tuning durch feine Obertöne und eine sehr gute Teppichansprache. Mit dem sehr direkten Spielgefühl können die Snares in 6,5 Zoll Tiefe natürlich nicht ganz mithalten. Der gehämmerte Kessel wirkt in diesem Stimmbereich sehr kompakt und ausgeglichen, besitzt aber nicht ganz die feine Ansprache des kürzeren Kessels. Insgesamt ist der Sweetspot des hohen Tunings beim Raw-Modell etwas tiefer. Dreht man die Stimmschrauben noch höher, wirkt der Kessel irgendwann abgewürgt. Wer also auf richtig hohe Snaresounds steht, ist mit dem 5 Zoll Modell oder der gehämmerten Version des 6,5 Zoll Kessels am besten beraten.

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