Anzeige
ANZEIGE

Snare Geheimtipp #2 – Tama Swingstar

 

Tama Swingstar Snare / Bild: Lars-Oliver Horl

Tama Swingstar – nicht unbedingt die erste Drumserie, an die man beim Stichwort „Geheimtipp“ denkt. Wir reden hier aber auch nicht über Tom- und Bassdrum-Kessel aus dem millionenfach verbauten Billigholz „Phillipine Mahogany“, wie es auch bei den Swingstar Drums verwendet wurde, sondern über nahtlos gezogene Metall-Snaredrums. Ha, der Kenner denkt nun natürlich sofort an Ludwigs berühmte „Ludalloy“-Kessel und Sonors nicht weniger populäre Ferromangan Snares, und damit kommen wir dem Thema dieses Artikels schon ziemlich nahe. Die japanische Firma, die die Amis in den späten 1970er Jahren das Fürchten lehrte, begann nämlich 1976 mit der Produktion von nahtlos gezogenen Stahlkesseln, die zunächst nur den Sets der Imperialstar- und Royalstar-Serien vorbehalten waren. Swingstar Drumsets gab es zu der Zeit zwar auch schon, allerdings mussten die sich mit einer sehr viel einfacheren Snaredrum-Variante begnügen. 
Dies änderte sich allerdings ab etwa 1981, da Tama dazu überging, sämtliche Metallsnares mit demselben Kessel, nämlich dem besagten nahtlosen, einen Millimeter starken Stahlkorpus, zu versehen. Die Unterschiede der einzelnen Modelle – Highlight war die King Beat Snare mit Parallelabhebung und Gussreifen – manifestierten sich ab sofort nur noch in der Art und Anzahl der Böckchen, den Spannreifen sowie den montierten Teppichabhebungen. Mit anderen Worten: die billige Swingstar Snare hatte nun denselben Kessel wie die mehr als doppelt so teure King Beat.
Um sicher zu gehen, dass ihr das richtige Modell findet, müsst ihr bis acht zählen können, denn so viele Kerben, aufgeteilt in zwei Vierergruppen, sollte der Kessel besitzen. Die späteren Modelle ab etwa 1987 hatten nur noch sechs Linien und einen dünneren, verschweißten Kessel. Ein weiteres Erkennungsmerkmal für „the real thing“ ist das rote oder schwarze T-förmige Firmenlogo, das ungefähr zeitgleich mit dem Wechsel des Kessels durch ein silbernes, eckiges Badge ersetzt wurde. 

Am häufigsten ist die 14 x 5er Version anzutreffen

Auf dem folgenden Foto seht ihr das 14“ x 6,5“ Modell 6076 aus dem Jahr 1983 mit acht Spannböckchen, Innendämpfer, dreifach geflanschten Spannreifen und einer einfachen Abhebung, die optisch an den Strainer der Sonor Phonic Snares aus den 1970er/80er Jahren erinnert. In der 6,5er Größe werdet ihr die Trommel wohl nicht so häufig finden, dafür aber massenhaft in der 14“ x 5“ Variante.

Bild: Lars-Oliver Horl
Bild: Lars-Oliver Horl

Und warum ist die Snare so gut?

Klar, ein nahtloser Kessel liefert ein ausgewogeneres Klangbild als ein verschweißter. Nicht umsonst zählen die alten (und neuen) Sonor und Ludwig Metallsnares zum Besten, was man auf diesem Sektor bekommen kann. Ein weiterer Vorteil gerade dieses Swingstar Modells ist die Tatsache, dass nur acht Böckchen verbaut wurden, was dem Kessel im Gegensatz zu den zehnschraubigen Varianten mehr „Luft zum Atmen“ lässt. Positiv wirken sich in dieser Hinsicht auch die im Gegensatz zu Gussreifen oder Power Hoops relativ leichten Standard-Spannreifen aus. 

Worauf ist beim Kauf zu achten?

Eigentlich sind die Stahlkessel der alten Swingstar Snares unverwüstlich. Lediglich die Chromschicht, die dünner erscheint als bei den teureren Modellen, hatte sich bei einigen Exemplaren, die mir bisher untergekommen sind, stellenweise gelöst. Falls ihr euch übrigens wundert, dass unter dem Chrom eine rötlich-braune Färbung zum Vorschein kommt und schon frohlockt, dass ihr ein superrares, einzigartiges Exemplar mit Kupferkessel in den Händen haltet, muss ich euch enttäuschen. Das ist lediglich die Kupferbeschichtung, die vor der Verchromung auf den Kessel aufgetragen wurde. Auf die einwandfreie Funktion der Abhebung, die im Laufe der Jahre schonmal ausleiern kann, solltet ihr natürlich beim Kauf auch achten. Aber selbst wenn das Teil nicht mehr zu retten ist, könnt ihr einfach einen Ludwig P85 Strainer montieren. Der Lochabstand ist derselbe. 
Die populärste Tama Metallsnare mit dem „magischen Kessel“ war mit Sicherheit das Mastercraft Modell mit „Pseudo-Parallelabhebung“ und Gussreifen, das man zum Beispiel im 1983er Katalog bewundern kann: http://www.tamadrum.co.jp/anniversary/expansion.php?cat_id=54&now=10
Gespielt wurde diese Trommel in der 14“ x 6,5“ Größe unter anderem von keinem geringeren als King Crimson Drummer Bill Bruford. Hier ein 1984er Live-Clip, in dem die Trommel zu hören ist:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Die Früh-80er Tama Swingstar Snare ist eine durch und durch solide, schnörkellos konstruierte und gut klingende Trommel, die man auf dem Gebrauchtmarkt mit Glück für 60 Euro schießen kann. Also: ran an den Speck … aber dabei auch auf die Linie(n) achten!

Weitere Folgen dieser Serie:
Geheimtipps für Schlagzeuger Artikelbild
Geheimtipps für Schlagzeuger

Günstige Vintage Drums, die zum Teil in Vergessenheit geraten sind und interessante Custom- Instrumente, die es bisher nicht in den Fokus der trommelnden Weltöffentlichkeit geschafft haben. Darum dreht es sich in unserer Geheimtipp-Serie.

31.03.2016
Hot or Not
?
Tama Swingstar Stahlsnare

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Lars-Oliver Horl

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht
Tama Star Reserve Stave Ash Snare 14"x6.5" Test
Test

Eine gute Snaredrum kann man schon f&uuml;r wenige hundert Euro kaufen. Mit der Exklusivit&auml;t ist es dann nat&uuml;rlich nicht so weit her, auch in Sachen Material und Ausstattung k&ouml;nnen Mittelklassetrommeln kein Herzrasen ausl&ouml;sen. Daf&uuml;r ist bei der Firma Tama die Star Reserve Serie zust&auml;ndig, welche soeben auf acht Modelle angewachsen ist. Tama Star Reserve Stave &hellip; <a href="https://www.bonedo.de/artikel/blog-snare-geheimtipp-2-tama-swingstar/">Continued</a>

Tama Star Reserve Stave Ash Snare 14"x6.5" Test Artikelbild

Eine gute Snaredrum kann man schon für wenige hundert Euro kaufen. Mit der Exklusivität ist es dann natürlich nicht so weit her, auch in Sachen Material und Ausstattung können Mittelklassetrommeln kein Herzrasen auslösen. Dafür ist bei der Firma Tama die Star Reserve Serie zuständig, welche soeben auf acht Modelle angewachsen ist. Tama Star Reserve Stave Ash 14“ x 6,5“ heißt unser heutiges Testobjekt mit vollem Namen, Kenner können der Produktbezeichnung bereits entnehmen, dass wir es mit einer Snaredrum in Fassbauweise zu tun haben. 

Tama Starphonic Walnut 14x7 Snare Test
Drums / Test

Frisch für das Modelljahr 2021 hat Tama eine neue Snaredrum in seiner Starphonic-Linie vorgestellt. Sie hört auf den Namen Walnut 14x7 und wir hatten sie zum Test da.

Tama Starphonic Walnut 14x7 Snare Test Artikelbild

Mit vier Modellen startete Tama im Jahr 2009 seine Starphonic Snaredrum-Serie, seitdem wurde das Portfolio stetig erweitert. Der Clou dieser Instrumente ist ihr spezielles Spannreifen- und Böckchendesign, das nicht nur eine klangliche Alternative zu herkömmlichen Konstruktionen bietet, sondern vor allem das schnelle Wechseln der Felle ermöglicht. Unser heutiges Testobjekt, die Walnut 14x7, besitzt dieses Feature auch, uns interessiert allerdings besonders, wie der neue Walnusskessel klingt. Holzkesselsnares waren in der Serie mit nur zwei Modellen bisher nämlich deutlich in der Unterzahl, eine dritte Option ist also mehr als willkommen. 

NAMM 2021: Peter Erskine bekommt seine zweite Tama Signature Snare
Drums / News

NAMM 2021: Der Jazzdrummer Peter Erskine, lange Zeit Mitglied von Weather Report und seit Jahrzehnten auch als Bandleader aktiv, erhält mit der 14"x4,5" Peter Erskine Jazz Snare sein zweites Signature-Modell. Die Snare verfügt über einen Mischkessel aus Fichte und Ahorn und weist eine konstruktive Besonderheit auf.

NAMM 2021: Peter Erskine bekommt seine zweite Tama Signature Snare Artikelbild

Nachdem Tama die Jazz-Legende Peter Erskine bereits 2018 mit einem 10"x6" Signature-Modell beglückt hat, folgt jetzt eine Holz-Snaredrum in regulärer Größe und mit einer konstruktiven Besonderheit: die 14"x4,5" Peter Erskine Jazz Snare.

Bonedo YouTube
  • Tama | Starclassic Maple | Standard Set | Sound Demo (no talking)
  • Millenium | Metronome Bass Drum Pad | Setup & Sound Demo (no talking)
  • Tama Starclassic Maple Snare / Preview