Hersteller_Korg
Test
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16.02.2015

Korg volca sample Test

Portabler Sampler

Dauergrinsen

Der Korg volca sample ist der jüngste Spross der sympathischen volca-Familie von Mini-Grooveboxen. Der kleine Sampler kommt im gleichen handlichen Format wie seine Geschwister volca beats, volca bass und volca keys daher und fügt sich – selbstredend – nahtlos in das Rucksackstudio ein. Anders als der Rest der Bande setzt er aber nicht auf eine überwiegend analoge Klangerzeugung. Stattdessen hat Korg mit dem volca sample gewissermaßen einen Sampling-Bauspielplatz mit Sequencer eröffnet, der dem volca-Arsenal ganz neue, weitreichende klangliche Möglichkeiten hinzufügt. Doch fangen wir mal ganz in Ruhe an.

Der Korg volca sample ist ein Sampler mit integriertem Stepsequencer. Besonders nahe liegt daher der Einsatz als Sampling-Drummachine, die sich mit eigenen Sounds bestücken lässt. Der volca wäre jedoch kein Sampler, wenn er sich nicht prinzipiell mit jedem Geräusch befüttern ließe, das in ein WAV-File passt – der Kreativität sind also kaum Grenzen gesetzt. Der Samplespeicher kann bis zu 100 Einzelsamples verwalten und ist ganze 4 MB groß bzw. klein. Bei einer Sample Rate von 31,25 kHz und 16 Bit Auflösung entspricht das ca. 65 Sekunden mono bzw. 32,5 Sekunden stereo. Das ist wahrlich nicht üppig, aber bei den volcas gehören gewisse Einschränkungen ja durchaus zum Konzept. Für die Kreativität kann es manchmal sogar ganz gut sein, wenn man mit etwas weniger auskommen muss – meiner Ansicht nach ist das einer der Hauptgründe, weshalb die anderen drei volcas so viel Spaß machen. Ob das beim volca sample ähnlich ist, haben wir für euch ausprobiert.

Details

Gehäuse und Anschlüsse

Wie die anderen volcas steckt der sample in einem kleinen, kantigen Gehäuse, das dieses Mal in weiß gehalten ist. Das Bedienfeld besteht aus Aluminium, während der Rest der Schachtel aus Kunststoff gefertigt ist. Die Verarbeitungsqualität wird keine Preise gewinnen, aber wenn man den volca sample zum Transport gut verpackt, dürfte er auch den mobilen Einsatz eine Weile aushalten. Leider bietet Korg immer noch keine Taschen für die volca-Serie an, sodass man sich anderswo nach einer passenden Schutzhülle umsehen muss.

Die Anschlüsse sind wie bei allen volcas oben auf dem Bedienfeld angeordnet und entsprechen denen der Geschwister. Auf der linken Seite findet man hier einen Power-Schalter und einen Eingang für das optionale, nicht mitgelieferte Netzteil. Rechts gibt es einen MIDI-Eingang, zwei Sync-Buchsen (In/Out, jeweils 3,5 mm Klinke) und einen Stereo- bzw. Kopfhörerausgang im Miniklinkenformat. Der Sync-In ist zugleich die Schnittstelle für das Laden von Samples und für Firmware-Updates.

An der Unterseite des Gehäuses gibt es wie gewohnt ein Batteriefach für sechs AA-Batterien. Korg gibt die Laufzeit mit 10 Stunden an. Das erschien mir im Test durchaus realistisch – gestoppt habe ich die Zeit allerdings nicht. Ebenfalls an der Unterseite findet man einen kleinen Lautsprecher, sodass man notfalls auch ohne Kopfhörer oder Verstärkeranlage an Patterns basteln kann. Er liefert aber einen sehr plärrigen Sound und die Basswiedergabe ist – diplomatisch ausgedrückt – problematisch, sodass man den volca sample in der Regel an externe Boxen anschließen wollen wird.

Sampling

Es ist nicht möglich, Samples direkt mit dem volca sample aufzunehmen, einen Audioeingang und eine Aufnahmefunktion gibt es direkt am Gerät nicht. Auch auf einen USB-Anschluss o.ä. zum direkten Sampletransfer vom Computer wurde verzichtet. Stattdessen wurden das Sampling und der Transfer eigener Sounds in die dazugehörige, von Korg kostenlos verfügbare iOS-App „Audio Pocket for volca sample“ ausgelagert. Auf dem volca sample muss dafür mindestens die Firmware-Version 1.22 laufen. Das iPhone oder iPad wird über ein Stereo-Miniklinkenkabel mit dem Sync-Eingang verbunden. Eigene Samples lassen sich via iTunes in die App laden und von dort auf den volca sample schieben, wobei die Sample Rate automatisch konvertiert wird. Zwar bietet die App eine Aufnahmemöglichkeit mitsamt rudimentärer Trim-Funktion und lädt dazu ein, zum Field Recording auszuschwärmen und eigene Samples aufzunehmen, was wiederum eine gute Idee ist. Für den Transfer von Samples vom Rechner ist der Umweg über iTunes und die App aber nicht gerade praktisch.

Die Festlegung auf iOS-Geräte seitens Korg ist ebenfalls eine empfindliche Einschränkung. Glücklicherweise hat der Hersteller aber das SDK (Software Development Kit) zum volca sample offen gelegt, das es Drittanbietern ermöglicht, Editoren für andere Systeme zu programmieren. Inzwischen gibt es verschiedene Programme für Desktoprechner und mobile Geräte, die diese Aufgabe übernehmen können, zum Beispiel den für fast alle Plattformen erhältlichen Caustic Editor for volca sample. Dennoch wäre es ein netter Zug seitens Korg gewesen, selbst eine direkte Übertragungsmöglichkeit vom Computer bereit zu stellen, statt einseitig auf iOS zu setzen.  

Sequencer

Wichtiger Bestandteil des Konzepts ist der Sequencer mit 16 Steps und zehn Spuren, denen jeweils ein Sample zugewiesen kann. Er speichert bis zu zehn Patterns und – erstmals in der volca-Serie – sechs Songs, also Verkettungen von bis zu 16 Patterns. Außerdem kann er die Bewegungen der meisten Regler aufzeichnen und bietet die von den anderen volcas und vom Monotribe bekannten Funktionen „Active Step“ und „Step Jump“, mit denen man Patterns während der Wiedergabe spontan beeinflussen und umbauen kann. Im Gegensatz zu den anderen volcas wurde beim volca sample auch eine Swingfunktion integriert – sehr schön! Zur Programmierung gibt es einen „Live Mode“, in dem man Samples auf der „Tastatur“ in Echtzeit einspielen kann, sowie den „Step Mode“ nach Art einer Drummachine. Über die analogen Sync-Buchsen lässt sich der Sequencer sehr unkompliziert mit der volca-Familie, dem Monotribe und vielen anderen (Vintage-) Geräten, die analoge Sync-Impulse senden und/oder empfangen können, synchronisieren. Das passende Sync-Kabel liegt dem volca sample bei. Einen MIDI-In zur Synchronisation via MIDI-Clock gibt es auch, sodass der volca sample auch dem Tempo einer DAW folgen kann.

Bedienfeld

Das Bedienfeld beginnt auf der linken Seite mit einer vierstelligen 7-Segment-Anzeige. Sie gibt Auskunft über den gewählten Sequencer-Modus und hilft bei Einstellungen wie z.B. Tempo, Sample-Auswahl und Sample-Parametern. Dreht man an einem Poti, so zeigt das Display den jeweiligen Wert an und hilft beim genauen Justieren. Danach springt die Anzeige wieder zurück in den Ruhezustand.

Über dem Display befinden sich die beiden Potis des „Analogue Isolator“. Hierbei handelt es sich um einen kräftig zupackenden 2-Band-EQ nach Art eines DJ-Pultes. Entgegen der aufgedruckten Grafik, die einfache Low-Cut- bzw. High-Cut-Filter suggeriert, ist mit den beiden Potis durchaus auch eine Anhebung der jeweiligen Frequenzbereiche um bis zu 6 dB möglich. Die Absenkung langt aber wesentlich kräftiger zu und ermöglicht das fast völlige Auslöschen des jeweiligen Bandes. Der Analogue Isolator kann nicht im Sequencer aufgezeichnet werden und wirkt immer auf das gesamte Ausgangssignal. Es ist also nicht möglich, ihn einzelnen Samples bzw. Tracks zuzuweisen.

Rechts daneben folgt ein grau hinterlegtes Feld mit einem schwarzen, gerasterten Sample-Drehschalter, der für die Auswahl eines der bis zu 100 Samples zuständig ist, und elf transparenten Drehknöpfen für die „Step Programmable Parameters“, die sich für jeden Step einzeln programmieren oder kontinuierlich im Sequencer aufzeichnen lassen. Hier findet man Stellschrauben für Sample-Parameter wie Startpunkt, Länge oder Abspielgeschwindigkeit. Außerdem stehen ein Hi Cut Filter (leider ohne Resonanz) sowie einfache Hüllkurven für Pitch und Amp zur Verfügung. Die Drehknöpfe liegen aufgrund des Miniatur-Formfaktors sehr dicht beieinander, sodass die Bedienung bisweilen etwas fummelig sein kann. Die rot beleuchteten Potiachsen sehen nicht nur gut aus, sondern sind vor allem in Verbindung mit dem „Motion Sequencing“ sinnvoll – so sieht man auf den ersten Blick, welches Poti aufgezeichnet wurde bzw. wo gerade etwas passiert.

Im rechten Bereich liegen die Drehregler für Tempo, Swing, Reverb Mix und die Gesamtlautstärke. Darunter befinden sich acht Buttons für Funktionen wie Partauswahl, Mute, Speichern und den Sequencer-Modus („Step Mode“). Der Function-Button macht in Verbindung mit anderen Knöpfen und Step-Tastern diverse erweiterte Einstellungen und Funktionen zugänglich. Zu guter Letzt findet man hier auch die beiden roten Knöpfe für Play/Stop und Record.

Natürlich gibt es auch beim volca sample die bekannte Touch-Tastatur aus 16 Step-Tastern mitsamt je zwei LEDs. Sie dienen außerdem zur Auswahl von Parts und in Verbindung mit dem Function-Button zur Aktivierung verschiedener Funktionen. Ein Vorteil der „tasterlosen“ Umsetzung ist, dass man über die Step-Taster wischen und auf diese Weise viele Steps praktisch gleichzeitig aktivieren oder deaktivieren kann. Das macht vor allem mit der Active-Step-Funktion Spaß.

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