Gitarre Bass Hersteller_Kemper
Test
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29.07.2019

Praxis

Amp Profile

Kemper hat im Laufe der Zeit Kooperationen mit einigen namhaften Profile-Erstellern (Michael Britt, The Amp Factory, Guido Bungenstock, u. a.) geschlossen und viele Profile aus deren Rig-Packs in den Factory Content geladen, sodass man mittlerweile mit einem sehr guten Starter-Paket loslegen kann. Hier sind die Geschmäcker sehr verschieden und auch die Profile klingen mitunter recht unterschiedlich. Die Sounds von Michael Britt kommen dem Klang, den man gewohnt ist, wenn man vor einem Gitarrenamp sitzt, sehr nahe. Andere hingegen sind in der Kategorie "Recording ready" - sie klingen im Bassbereich etwas dünner und mitunter auch fast ein wenig harsch in den Höhen, vor allem diverse High-Gain-Sounds. Der Gitarrist rümpft die Nase, aber der Produzent oder Tontechniker ist begeistert, denn er hat einen Gitarrensound, den er gut im Mix mit anderen Instrumenten platzieren kann, ohne dass er drei EQ Plug-Ins im Rechner aufmachen muss, um das Frequenzbild zurechtzuschustern. Das sollte man unbedingt bei der Bewertung der Sounds im Hinterkopf haben und vor allem bei der eigenen Auswahl für die Aufnahme bzw. den Einsatz auf der Bühne berücksichtigen. Den Profiler macht nicht nur das realistische Abbilden des Ampsounds aus, auch das Reaktionsverhalten und die Ansprache wird mit der Profiling-Technologie sehr authentisch nachgebildet. Und das ist natürlich auch beim Profiler Stage nicht anders. Die klassischen Vintage Amp-Profile lassen sich hervorragend über die Anschlagsdynamik im Zerrgrad steuern, auch die Reaktion auf das Volume-Poti an der Gitarre funktioniert erstklassig. Hier sind einige Beispiele aus dem Factory Content. Für die Aufnahmen wurde der Profiler Stage über XLR direkt mit dem Audio Interface verbunden, danach ging es unbearbeitet auf die Festplatte.

Editieren

Ein Amp-Profil ist kein starres Gebilde wie ein Sample, es kann selbstverständlich noch im Klang verändert werden, um den Sound an die Gitarre und den eigenen Geschmack anzupassen. Dazu sind die Parameter im Amplifier-Menü sehr gut geeignet. Mit dem Parameter "Definition" lässt sich der Grundcharakter eines Profils recht gut beeinflussen, außerdem besteht die Möglichkeit, eine leichte Kompression hinzuzufügen oder den EQ auch einmal vor die Gainstufe zu setzen, um einen gewissen Frequenzbereich mehr in den Zerrbereich zu fahren. Falls der Sound nicht hundertprozentig den Geschmack trifft, ist das Amp-Menü mit den acht Parametern plus EQ eine gute Anlaufstelle für Finetuning am Amp-Profil. Hier sind ein paar Beispiele zur Soundveränderung durch den Definition-Parameter mit einem Friedman BE-100 Profil aus dem Rig Exchange, das Kollege Thomas Dill für einen Audiovergleich hier auf bonedo erstellt hat. Bei hohen Werten erhält man straffe Bässe und "modern" klingende Höhen, der Klang hat viel Biss. Schraubt man den Parameter zurück, dann wird der Ampsound wesentlich wärmer, aber auch etwas luftiger im Bassbereich. Damit kann man sehr effektiv den Ampsound auf die Gitarre und den gewünschten Einsatzbereich abstimmen.

Mit dem aktuellen Factory Content, dem Angebot im Rig Exchange und den Editiermöglichkeiten ist man sehr gut für den Bühneneinsatz gewappnet, falls man keine eigenen Profile erstellen möchte. Alternativ dazu kann man bei diversen Anbietern professionell erstellte Profile für einen recht überschaubaren Preis, in der Regel zwischen 10 und 40 Dollar, per Download erwerben. Das Angebot ist groß und es gibt es eine Menge guter Sounds. Sogar Amp-Hersteller wie z.B. Dr Z sind auf den Zug aufgesprungen und haben von ihren eigenen Amps Profile-Packs auf ihrer Website im Angebot.

Effekte

Der Profiler enthält eine große Anzahl von Standard-Effekten (Chorus, Phaser, Wah, etc.), mit denen man beispielsweise für den Einsatz in einer Coverband die speziellen (Effekt-) Sounds der Rockgeschichte nachbasteln kann, und das in sehr guter Qualität. Es gibt aber auch ein paar spezielle Effekttypen, die sich vor allem an Soundtüftler wenden. Das Effekt-Arsenal ist in den letzten Jahren ordentlich (kostenlos) aufgestockt worden. Erst kamen viele neue Delay-Module hinzu und in diesem Jahr wurde der Reverb komplett überarbeitet. Ab Werk gehören dazu Presets mit Effektsounds, die klanglich durchaus in der Riege von Eventide oder Strymon liegen. Hier ein paar Beispiele dazu.

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