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Test
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25.02.2020

JoMoX Alpha Base Test

Analoger Drum Synthesizer

Techno sein Vater ?!

JoMoX ist seit 25 Jahren kompromissloser Hersteller analoger Klangerzeuger und vor allem für seine Drum Machines berühmt. Xbase 09, Xbase 888 und Xbase 999 werden dabei besonders von Freunden der härteren Gangart elektronischer Musik geschätzt. 

Mit der Alpha Base setzt der Sun Synth Entwickler nochmal einen drauf und präsentiert seine bis dato umfangreichste und komplexeste Drum Machine!

Details

Analoge Super Drum Machine und Sampler

Die JoMoX Alpha Base ist ein analoger Drum Synth des Berliners Jürgen Michaelis und „Made in Germany“. Man könnte der Optik wegen meinen, es wäre eine Weiterentwicklung der Drum Machines XBase 999 und Xbase 888 – unter der Haube unterscheidet sie sich von diesen aber deutlich und damit ist die Alpha Base als eigenständige Entwicklung zu werten.

Die „Alpha“ bietet elf Instrumente, darunter eine analoge Kick sowie eine MBrane-Stimme und einen mehrstimmigen 4-Operator FM-Synth. Zusätzlich gibt es acht Sample-Instrumente, wovon sechs mit analogen VCA-Hüllkurven und analogen Multimode-Filtern ausgestattet sind. Alles optimiert für Drum-Sounds, aber im Prinzip auch in der Lage Bass Lines und kleinere Melodien zu erzeugen.

Die Jomox Kick zählt seit jeher zu den heftigsten E-Trommeln, die es da draußen gibt und ist hier dank 18 Parametern sogar zu noch flexibleren Tiefenmassagen im Stande. Der MBrane wiederum ist eine Art Physical Modelling Synth und damit ideal für Snares, Percussion und Tom-Sounds – und natürlich ebenfalls voll analog. Des Weiteren gibt es in den sechs „analogen Sample Spuren“ einen hinzu mischbaren analogen Metal Noise Generator als Quelle. Die übrigen zwei "X" Sample-Spuren sind ohne analoge Extras aber dafür zur Aufnahme des External-Ins befähigt! Alle Tracks/Instrumente bieten einen eigenen LFO mit 64 Waveforms, der Mbrane sogar zwei! 

No Compromise

Jedes analoge Instrument hat neben dem Stereo-Out selbstverständlich einen eigenen symmetrischen Ausgang auf großer Klinke am Start. Steckt ein Kabel, ist das Instrument vom Stereo-Main-Out ausgenommen. So gesehen haben also auch die beiden Sample-Only-Spuren einen Einzelausgang via Main-Out, wenn alle übrigen Instrumente via Einzelausgang geführt werden und somit vom Stereo-Out ausgenommen sind- 

Entsprechend groß (410 x 240 x 80 mm) und wuchtig ist der 3,3 kg schwere Stahlblech-Kasten; ein solides Instrument also und damit kein Hipster-Pocket-Synth. Das externe 12 V Netzteil liefert stolze 2 Ampere – da ist also schon ordentlich was los im Inneren. Massive Gummifüße, echte Holzseitenteile – und kein Billo-Funier – unterstreichen den brachialen Auftritt standesgemäß.

Die Alpha Base lässt sich so ergonomisch und wirklich gut bedienen, da selbst die üppigen 16 Push-Encoder weit auseinander stehen. Die Push-Encoder sind für eine Kontext-sensitive Bedienung gedacht und entsprechend umfangreich beschriftet. Leider wirkt das in der Menge etwas kryptisch und hilft nicht wirklich bei der Navigation. Das LC-Display bietet mit seinen 2x 24 Zeichen grundsätzlich viel Platz, stellt Novizen aber auch hier mit sehr vielen Abkürzungen vor eine Fleißaufgabe. Im Prinzip ist zwar alles eindeutig beschriftet, aber weniger ist doch manchmal mehr.

Total neu sind die eingebauten digitalen Send-Effekte in Form eines Reverbs und eines Delays. Ferner lassen sich Samples über eine SD-Karte zuführen (48kHz 16bit, max. 8TB via SD, max. 250 Samples im Flash Speicher) sowie auch über den High-Z fähigen External-In aufnehmen. Der External-In kann mit Effekten beleget werden sowie als Sidechain dienen. Garniert wird das Ganze durch das klassische MIDI-Trio, das sogar DIN-Sync beherrscht. Und USB-MIDI gibt es ebenfalls oben drauf.

Aufgebohrter Sequenzer

Der Sequenzer ist mächtiger denn je und auch durchaus besser im Handling geworden. A/B Pattern gibt es nicht mehr, aber dafür echte 64 Steps pro Pattern. Pattern lassen sich außerdem chainen. 

Wer genau hinschaut, erkennt durchaus den „alten“ A/B Switch im Layout, der immer noch an der gleichen Stelle sitzt und ähnlich beschriftet ist wie bei 888 und Co, nun aber eine gänzlich andere Funktion hat. A/B schaltet nämlich nicht mehr zwischen alternativen Patterns um, sondern blättert die 4*4 Encoder auf "Page" B – es gibt also teilweise deutlich mehr als „nur“ 16 Parameter pro Instrument!

Patterns werden nach wie vor per Lauflicht inklusive Accent programmiert oder live eingespielt. Ferner können die Parameter eines jeden Instrumenten automatisiert werden bzw. per Step variieren (Parameter-Locks). Neu ist außerdem der Pitch-Mode, mit dem sich Instrumente tonal sequenzieren lassen. Das Ganze gibt es für bis zu 64 Patterns, organisiert in 4 Banken à 16 Patterns. 

Was gibt es sonst noch? Individuellen LastStep, also Sequenzlänge, verschiedene Scales aka Clock-Divider, Shuffle, Roll/Flam und eine A/B/C/D Copy Funktion. Mit letzterer lassen sich Bars (16 Steps) zwischen den 64 Steps simpel kopieren, um sie besser und schneller variieren zu können.

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