Test
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26.09.2016

Praxis

Die Box ist im Handumdrehen aufgestellt und montiert. Der klappbare Griff hält im verriegelten Zustand hervorragend und macht einen soliden Eindruck. Hier solltet Ihr auch nach Jahren des Schleppens und Aufklappens keine böse Überraschung erleben. Weniger gut ist die Verriegelung der Säulenelemente gelungen. Zwar lassen sich die Elemente gut aufeinander stecken und leicht mit dem Subwoofer verbinden, das Demontieren hat jedoch einen Haken. Die Elemente klemmen sehr fest zusammen und es bedarf einer weiteren helfenden Hand, um die Stücke voneinander zu lösen.

JBL EON ONE – Der Klang

Die EON ONE produziert einen ausgewogenen Sound. Das Mittenloch, was viele konkurrierende Stäbchen-PAs in ähnlicher Konfiguration aufweisen, gibt es hier nicht. Vor allem angesichts der Tatsache, dass nur sechs Lautsprecher in der Tonsäule verbaut wurden, überrascht die EON ONE mit sauberem Frequenzverlauf von den Höhen bis zum solide gepackten Bassfundament. Echter Tiefbass fehlt allerdings, denn der Zehnzöller des Subwoofers arbeitet eher in den unteren Mitten. Damit kann man aber gut leben.

Sollte die Verstärkerleistung das obere Limit erreichen, riegelt ein Limiter das Mastersignal ab und meldet seine Tätigkeit über eine gelbe LED. Der Sound bleibt trotz aktivierten Limiters erstaunlich gut. Einzig ein leichtes Dröhnen des Subwoofers kündet von der Überlastung. Also Ohren gespitzt! Mehr Sorgen bereitet mir die Hitzeentwicklung der Verstärker und der metallenen Rückplatte selbst im Leerlauf. Zwar wird die Box im Dauerbetrieb nicht wesentlich heißer und auch bei längeren Sessions mit lauter Musik steht die Box nicht in Flammen, dennoch, die Rückseite der Box ist unangenehm heiß.

Mikrofonie und Instrumente

Als Standardmikrofon benutze ich ein Shure SM58 im Mikrofonkanal der EON ONE. Am EQ drehe ich Bässe heraus und Höhen moderat herein. Der Sound passt und meine Stimme kommt gut verständlich über die Box. Als nächstes taste ich mich an die Feedback-Grenzen der Box heran. Mit 50% Gain am Mikro und 50% aufgedrehtem Master, kann ich mich mit dem Mikro bis auf 10 Zentimeter nähern, bevor es pfeift. Bei 75% aufgedrehtem Gain und Master muss ich auf 40 Zentimeter gehen und habe ich bei beiden Reglern Vollausschlag, sollte ich mich der Box nicht mehr als drei Meter nähern. Das ist ordentlich!

Als Bonus hat JBL der EON ONE in den Kanälen 1 und 2 einen festen Kathedralen-Hall spendiert. Ihr könnt den Hall ein- und ausschalten und den Effektanteil regeln, mehr geht allerdings nicht. Dennoch klingt der Hall dicht und sehr tief; damit lässt sich gut arbeiten. Je weiter der Hallregler aufgedreht wird, desto weniger Trockenanteil kommt in die Gesamtlautstärke. Das kann für verwaschene Stimmeffekte gut genutzt werden.

Die Line-Inputs der Kanäle 1 und 2 verwalten hervorragend die schwachen Ströme von Pickup-Instrumenten. Mein E-Bass wird britzelfrei übertragen und das Signal lässt sich prima in Kombination mit einem Mikrofon einpegeln.

Die Leistungsreserven der einzelnen Kanäle, auch der Aux-Kanäle, sind groß. Selbst leise Einspieler, Instrumente oder Mikrofone lassen sich gut ins Gesamtbild einpassen. Das System erreicht eine moderate Lautstärke, bevor der Limiter eingreift. Das Eigenrauschen hält sich in erfreulichen Grenzen, erst bei einer Verstärkung ab 75% ist es leicht zu vernehmen. Der Musikgenuss wird davon nicht getrübt. Dank des Abstrahlwinkels von 100° könnt ihr mit einer Box bequem 130 Personen beschallen.

Bluetooth

Die Bluetooth-Schnittstelle ist an der Box aktivierbar. Die Kopplung mit Bluetooth-Sendern geht problemlos vonstatten, problematisch ist aber, dass sowohl der Bluetooth-Kanal als auch der mit ihm gekoppelte Stereokanal 5/6 keinen Gain-Regler besitzen. Die große Leistungsreserve in den Aux-Kanälen führt daher dazu, dass die Bluetooth-Signale hoffnungslos zu laut sind. Selbst bei 10% Lautstärke an der Bluetooth-Quelle und 50% des Master-Reglers an der EON ONE werden massive Lautstärken erzielt.

So sind Feineinstellungen zwischen Playbacks und Live-Material beschwerlich. Einfacher ist es, den Zuspieler analog in Kanal 5/6 einzuschleifen, der um etwa die Hälfte leiser ist als der Bluetooth-Kanal. Zu diesem Ergebnis kam ich mit diversen Bluetooth-Quellen; bei einem neuen iMac hatte ich sogar Probleme mit der Sampling-Frequenz zwischen Sender und Empfänger. Es kam zu unangenehmen Aliasing-Effekten, trotz korrekter Einstellungen.

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