Gitarre Hersteller_Ibanez
Test
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14.02.2018

Praxis

Zu Beginn hört ihr den NTS über einen JTM45 erst im Bypass, dann mit allen Potis auf 12 Uhr. Den Mix setze ich zunächst in die Minimal-, dann die Mittel- und abschließend Maximalposition. Der klassische TS-Sound mit seinen ausgeprägten Mitten ist sofort da und trotz Neuentwicklung weiß Ibanez hier, Bewahrenswertes zu bewahren.

Die Wirkungsweise des Mixreglers ist sehr effizient und liefert ein breites Spektrum an Overdrivesounds. Verglichen mit dem Originalsound muss man feststellen, dass der "Bassklau" deutlich niedriger ausfällt und dass die 12-Uhr-Stellung des Levels in diesem Setting weitestgehend unity gain entspricht. Das überrascht und spricht für eine höhere Ausgangsleistung gegenüber den Vorgängermodellen, da man dort meistens noch nach oben nachjustieren musste.

Drive Level Tone Mix
12:00 12:00 12:00 Min - 12:00 - Max

Nun erhöhe ich den Gain und eine Les Paul kommt zum Einsatz. Hatte man bei etwas leistungsstärkeren Tonabnehmern oder Humbuckergitarren oft das Problem des Durchscheinens des Direktsignals, bzw. das subjektive Empfinden, so hört man in Mix-Position auf 12 Uhr wirklich mehr NTS-Sound, der sich mit dem Ampsignal gut mischt. In Kombination mit meinem JTM45 und etwas höherem Gain erhält man ein ordentliches Brett. Dass der Quasi-Lowcut-Effekt des NTS niedriger ausfällt, hat natürlich auch zur Konsequenz, dass die enorme Transparenz des TS808 hier nicht ganz so stark ausgeprägt ist, insbesondere, wenn der Mixregler erhöht wird.

Drive Level Tone Mix
16:00 14:00 14:00 Max

Hier ein Riff mit etwas weniger Gain und einer Stratocaster in Halsposition:

Drive Level Tone Mix
14:00 15:00 13:00 13:00

Als nächstes setze ich den Drive-Regler niedriger, gehe aber dafür mit dem Level etwas höher und spiele in einen Fender Vibroverb. Der Amp ist zwar vollkommen clean, wovon man in Kombination mit Tubescreamern der Prä-Mixregler-Generation eigentlich eher abrät, und dennoch erhalte ich einen warmen, crunchigen Ton.

Drive Level Tone Mix
10:00 14:00 13:00 14:00

Nun folgt ein kleines Sololick, bei dem ich den NTS als Booster vor einen leicht angezerrten Amp setze. Die Dynamik wird sehr gut umgesetzt und die Kombination erlaubt feine Nuancierungen der Spielweise.

Drive Level Tone Mix
9:00 15:00 12:00 14:00

Da der NTS, verglichen mit einem herkömmlichen TS808, mit einem klaren Aufpreis zu Buche schlägt, interessiert mich natürlich, wie sich die Unterschiede des Neuzugangs zum Klassiker bemerkbar machen. Aus diesem Grund hört ihr nun einen Direktvergleich beider Pedale. Tatsächlich sind ein paar Feinheiten auszumachen, die unabhängig von den Tweak-Möglichkeiten bestehen. Der NTS wirkt im Spiel einen Hauch dynamischer und fühlt sich etwas "griffiger" an, auch wenn für meine Ohren die typische glasklare Aufgeräumtheit beim TS808 etwas ausgeprägter ist. Ganz abgesehen davon hat der NTS bei identischen Settings einen höheren Ausgangspegel. Um den Vergleich realistisch zu halten, wurde die Files jedoch hinsichtlich der Lautstärke nivelliert:

NTS:

Drive Level Tone Mix
12:00 12:00 12:00 12:00

TS808:

Drive Level Tone
12:00 12:00 12:00
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