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Test
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15.11.2021

Ibanez EHB1005SMS Test

Fünfsaitiger E-Bass

The future is now!

Mit den EHB-Modellen hat Ibanez im Jahre 2020 eine Reihe von Headless-Bässen präsentiert, bei denen der Fokus auf bester Ergonomie und einem möglichst hohen Spielkomfort liegt. Erreicht werden die ambitionierten Zielsetzungen durch einen konturenreichen Korpus, der zur Gewichtsreduzierung mit Hohlkammern versehen wurde, sowie nicht zuletzt natürlich durch die Headless-Konstruktion. Knapp ein Jahr später legt Ibanez nun noch einmal nach: Die beiden Neuzugänge EHB1000S und EHB1005SMS besitzen im Wesentlichen die gleichen Features wie die älteren EHB-Familienmitglieder, die Mensuren sind aber wesentlich kürzer. Der viersaitige EHB1000S kommt mit einer extrem handlichen 30-Zoll-Mensur, während der fünfsaitige EHB1005SMS ein Multi-Scale-Design mit 30 Zoll für die G-Saite und 32 Zoll für die H-Saite bietet. Wir haben uns den neuen EHB-Fünfsaiter in der Finish-Variante "Emerald Green Metallic" geschnappt und sind gespannt, ob das EHB-Konzept auch in der Shorty-Variante überzeugen kann.

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Details

Zum Lieferumfang des EHB1005SMS gehört eine dünn gepolsterte Tasche, die mit zusätzlichen Fächern für Zubehör ausgestattet ist - Instrumentenkabel, Stimmgerät, Noten und das eine oder andere Pedal bekommt man hier locker verstaut. Die Ibanez-Tasche bietet ausreichend Schutz für den Weg zur Probe oder zum Gig, wer aber eine professionelle Lösung sucht, sollte besser in eine noch hochwertigere und besser gepolsterte Gigbag investieren.

Mit dabei ist das übliche Werkzeug für Einstellarbeiten und eine Rampe, die bei Bedarf zum Niveau-Ausgleich zwischen die Tonabnehmer installiert werden kann. Die Rampe ist allerdings zu flach, um eine plane Oberfläche mit den Tonabnehmern herstellen zu können, sodass sie für einige User sicher am Ziel vorbei konstruiert wurde!

Die Abkürzung "EHB" steht für "Ergonomic Headless Bass" und der Name ist beim gnadenlos auf Ergonomie getrimmten EHB1005SMS natürlich Programm: Der kompakte Korpus wurde mit zahlreichen Konturen versehen, um die Handhabung und den Spielkomfort des Basses zu optimieren. Zum einen ist die obere Hälfte der Rückseite zur Kante auslaufend etwas abgeflacht, sodass sich der Bass sowohl am Bassgurt als auch in der Sitzposition leicht zum Spieler neigt. Der Blick auf das Griffbrett wird dadurch etwas erleichtert, was die meisten Bassisten sicherlich zu schätzen wissen.

Zum anderen wurde das untere Korpushorn sehr stark ausgeschnitten und mit einer Abflachung versehen, damit auch der letzte Bund wirklich leicht zu erreichen ist. Als weitere Maßnahme zur Verbesserung der Ergonomie wurde der Korpus schließlich mit Hohlkammern versehen, um das Gewicht des Basses zu reduzieren. Mein Testbass wiegt etwa 3,5kg, was für einen Fünfsaiter wirklich schon sehr moderat ist.

Der Korpus des kompakten Multi-Scale-Fünfsaiters besteht aus amerikanischer Linde, und als Finish kommt eine Metallic-Lackierung in "Emerald Green" zum Einsatz. Der Farbton ist sicherlich nicht jedermanns Tasse Tee, er passt aber in meinen Augen ganz gut zum futuristischen Design des Basses.

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Auf dem Korpus sitzt auch die Stegkonstruktion, die sich im Falle des EHB1005SMS aus fünf Einzelelementen zusammensetzt. Es handelt sich im Grunde genommen um die bereits von anderen Ibanez-Bässen bekannten Mono-Rail-Elemente - bei der Headless-Version für die EHB-Bässe wurden aber logischerweise die Stimmmechaniken direkt in die Elemente integriert.

Der sogenannte MR5HS-Steg ist sehr komfortabel zu justieren und bietet sogar eine Einstellmöglichkeit für die Saitenabstände von +/- 1,5mm. Auch qualitativ macht die Stegkonstruktion einen guten Eindruck: Die Teile wirken robust, die Mechaniken laufen relativ leicht und halten die Stimmung zuverlässig.

Hochwertig ist auch die verbleibende Hardware-Ausstattung, welche am Korpus des EHB1005SMS verbaut wurde. Als Gurthalter kommen bewährte S-Locks von Schaller zum Einsatz; die verriegelnde Klinkenbuchse stammt von Neutrik. Der Klinkenstecker schnappt beim Einstecken automatisch ein und kann nur durch Betätigung des roten Verriegelungsschiebers wieder ausgesteckt werden.

Der mit fünf Schrauben am Korpus befestigte Hals des Ibanez EHB1005SMS besteht aus insgesamt fünf Teilen: Drei breite Streifen aus geröstetem Ahorn wurden mit zwei schmalen Walnussfurnieren verleimt. Zur zusätzlichen Verstärkung der Konstruktion kommen darüber hinaus Graphitstäbe zum Einsatz.

Das Griffbrett besteht ebenfalls aus geröstetem Ahorn und beherbergt 24 gefächerte Bünde und runde Lagenmarkierungen. Für die Punkte an der Griffbrettflanke wurde fluoreszierendes Material verwendet, sodass die Markierungen auch auf dunklen Bühnen gut zu erkennen sind - ein sehr nützliches Feature, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Die Saiten laufen über einen Kunststoffsattel zu einem Halsfortsatz - man könnte es auch als "Micro-Kopfplatte" bezeichnen - auf dem fünf Madenschrauben sitzen, mit denen die Saiten festgeklemmt werden. Der Headless-Bass kann also ganz einfach mit herkömmlichen Basssaiten bespannt werden und benötigt keine speziellen Double-Ball-Ends.

Für die Tonwandlung stehen beim Ibanez EHB1005SMS zwei schräg installierte Bartolini BH2-Soapbars zur Verfügung, die das Signal zur Weiterverarbeitung an eine flexible Aktiv-Elektronik inklusive Dreiband-Equalizer leiten. Am Bass wird mit einem Lautstärkepoti, einem Balancepoti und zwei Doppelpotis für den Equalizer geregelt.

Das erste Doppelpoti ist im unteren Teil für die Bässe (cut & boost) und im oberen Teil für die Höhen (cut & boost) zuständig. Mit dem zweiten Doppelpoti werden die Mitten justiert, wobei das Mittenband semi-parametrisch ausgelegt ist: Der untere Teil des Doppelpotis dient zum Auswählen, der obere Teil zum Anheben oder Absenken der gewünschten Frequenz. Die Bandbreite der Mittenfrequenz reicht von 100Hz bis zu 6000Hz - hier ist also für jede Menge Flexibilität gesorgt.

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Im Cockpit des Basses parkt außerdem ein kleiner Schalter, mit dem der EQ komplett deaktiviert werden kann. Der Höhenregler funktioniert in diesem Fall als passive Tonblende zur Absenkung der Höhen. Es handelt sich dabei aber wirklich nur um einen EQ-Bypass und nicht um einen echten Passiv-Modus, sodass eine Batterie deshalb für den Betrieb immer nötig ist. Der Saftspender sitzt in einem kleinen Klappfach auf der Rückseite und kann im Notfall schnell und unkompliziert ausgetauscht werden.

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