Test
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31.07.2019

Praxis

Installieren und Einrichten

Die Installation der App funktioniert problemlos, beim ersten Start muss die Hardware eingerichtet werden. Das geht ganz schnell: Gerät über USB anschließen, Controller bestätigen, den Audioausgang festlegen, Lautstärken für Master und Kopfhörer einstellen. Schon kann es losgehen. Bei dem für diesen Test verwendeten Gerät handelt es sich übrigens um den Hercules DJControl Inpulse 300. Angeschlossene Controller funktionieren übrigens auch gleichzeitig wie ein Dongle, ohne Hardware läuft die Software lediglich im Demo-Modus. 

Decks, Layout und Browser

DJUCED 4 bietet verschiedene Konfigurationen, die je nach Auswahl das Layout des GUI bestimmen. Sechs Optionen sind denkbar: zwei Decks horizontal, zwei Decks vertikal, zwei Decks horizontal plus zwei Sampler, vier Decks horizontal, vier Decks vertikal und Browser. Bei der letztgenannten Einstellung wird der größte Teil des Bildschirms von dem Browser eingenommen. Der befindet sich am unteren Teil der Oberfläche und beansprucht standardmäßig ungefähr ein Drittel des Bildschirms.

Am oberen Rand sitzt eine schmale Leiste, in der die wichtigsten Menüs untergebracht sind. Uhrzeit, Hilfe, Batteriestatus, MIDI-Optionen, allgemeine Einstellungen, Master-Lautstärke, Ableton Link Button und der Record Button inklusive Anzeige für Aufnahmezeit. Links daneben stelle ich das Layout der Decks ein und bestimme, ob FX, Mixer und der kreisrunde Knopf für Aufnahme eingeblendet werden. Wie DJUCED 4 die Wellenformen anzeigt, hängt von der Konfiguration der Decks ab. Egal ob horizontal oder vertikal, die Wellenformen sind farbig und zeigen die Frequenzen der Musik an.

Mit Ausnahme der Browser-Ansicht werden in allen Darstellungen die acht Performance-Pads angezeigt. Direkt daneben präsentiert sich ein Ring, der das Tempo und den Pitch anzeigt. Auch der laufende Titel, Artist, eine Miniaturansicht des Covers, die verbleibende Spielzeit und Sync-Einstellungen gibt es hier zu sehen. Mixer- und FX-Sektion haben wir uns in den Details schon angeguckt – jetzt wird mal ein bisschen gemixt.

Hilfefunktion, DJ-Academy und Mix-Assistent

Auch wenn sich DJUCED 4 nicht ausschließlich an Anfänger richtet, sollte klar sein, dass die App mit Sicherheit von vielen Einsteigern genutzt wird. Das liegt nicht an der Software, sondern an der unterstützten Hardware. Fortgeschrittene und professionelle DJs orientieren sich an den Standards, die in Clubs anzutreffen sind und Hercules gehört da nun nicht unbedingt zu.

Die Controller des Herstellers sind im Vergleich zu den Produkten der „Profi“-Anbieter wesentlich günstiger. Das ist ein Aspekt, der auch gerade Einsteigern oftmals wichtig ist. Der Entwickler scheint sich dieser Tatsache bewusst zu sein und hat einige Sachen eingebaut, die mir in diesem Kontext gefallen. Beispielsweise der Hilfe-Button in der rechten oberen Ecke: Mit einem Klick darauf ändert sich die Farbgebung des GUI. Wenn ich jetzt mit dem Mauszeiger über Elemente gehe, werden mir deren Funktion erklärt.

Des Weiteren gibt es einen Knopf, der die DJ-Academy startet. Dafür muss der Rechner online sein. In der Mitte des Bildschirms öffnet sich ein Fenster, in dem sich die Nutzer vorbereitete (YouTube-) Videos anschauen können, die sich besonders an Anfänger richten und erste Schritte vermitteln. Jeder hat mal klein angefangen, insofern ist das ein schöner Bonus.

Wenn es die Hardware unterstützt, steht der Beatmatching-Guide zur Verfügung. Was es damit auf sich hat, lest ihr in dem Praxisteil des DJControl Inpulse 300 Testberichts unter der Überschrift „Mixhilfen“.

Auch der Mix-Assistent ist in diesem Zusammenhang ein ganz nettes Feature. Mit einem kurzen Knopfdruck gestartet, schlägt dieser in einem sich öffnenden Fenster im Bereich des Browsers Musikstücke vor, die gut zu den gerade laufenden Titeln passen. 

Mixen mit DJUCED 4

Die Integration des lokalen DJControl Inpulse 300 Controllers ist wirklich sehr gut gelöst. Für die wichtigsten Features finde ich hier einen entsprechenden Button oder Drehregler. Das wird nicht bei jedem Gerät so sein, besonders nicht bei den kleineren Modellen. Da muss am Rechner selbst „Hand angelegt“ werden, um die weiteren Funktionen zu erreichen. Das grafische Interface ist jedenfalls so übersichtlich, dass sich eigentlich jeder schnell zurechtfindet, egal ob Anfänger oder Profi.

Es dauert nicht lange, bis sich der Spaß einstellt und darum geht es ja letztendlich. Dazu trägt auch die saubere Analyse der Tracks und die präzise Quantisierung bei. Anfänger müssen sich nicht viel Gedanken um Beatgrids, Quantisierungs-Einstellungen und dergleichen machen, sondern haben direkt Spaß. Plug-and-Play im besten Sinne! Und mit Auto-Sync (natürlich deaktivierbar) hat hier jeder sehr schnell einen Mix hingelegt.

Sound

Klanglich gibt es hier nicht viel zu meckern. Ganz im Gegenteil, der Grundsound ist solide und auch die Effekte klingen gut. Klar, ein bisschen Luft nach oben ist im Vergleich zu den professionelleren und meist auch teureren Mitbewerbern da. Das merke ich gerade bei dem 3-Band-Equalizer und dem Klang des Dual-Filters. Beide sind mir eine Spur zu nüchtern. Die Equalizer „killen“ übrigens nicht die vollständige Frequenz, wenn ein Regler heruntergedreht ist. Für die Aufgabe ist ein kleiner quadratischer Knopf in der Mixer-Ansicht zuständig.

Auf der anderen Seite überrascht mich aber der gute Klang des Keylock. Der sorgt dafür, dass die Tonhöhe beim Pitchen nicht verändert wird. Wenn das nicht so gut gelöst ist, hört man das gerade bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten. Hier klingt es selbst bei extremen Werten noch ganz ordentlich. Genug geredet, hört euch einfach mal die Audiobeispiele von EQ, Filter, Keylock und Effekten an. Die wurden übrigens direkt in der Software aufgenommen.

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