Gitarre Hersteller_HeadRush_Electronics
Test
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17.08.2021

Praxis

Beim Praxisteil werden unterschiedliche Anwendungen untersucht. Zuerst einmal die Funktion des MX5 als Standalone-Gerät mit Amp-Modeling, bei der das MX5 direkt an das Audio-Interface (Universal Audio Apollo) angeschlossen ist. Der Speicher ist gut bestückt, primär mit nachgebauten Sounds aus der Rock- und Pop-Geschichte, wie man an den Namen erkennen kann. Hier ist ein kleiner Rundgang durch einige Presets.

Es gibt ein breites Angebot an Sounds und Amps und auch Effekte sind genügend da, um alle Stilrichtungen der Rock/Pop/Jazz-Geschichte abzudecken. In dieser Hinsicht muss man sich also absolut keine Sorgen machen. Allerdings sind bei der Klangqualität der Amp/Cab-Modelle ein paar Abstriche fällig, denn die liegen eher in der Mittelklasse. Die Amps klingen etwas flach und haben mitunter eine geringere Durchsetzungskraft sowie eine nicht so überzeugende dynamische Ansprache und Transparenz wie sie zum Beispiel das Line 6 HX Stomp vorweisen kann, das ja im ähnlichen Preissegment mitmischt.

Deshalb geht es gleich zum nächsten Einsatzbereich und das MX5 wird direkt vor den clean eingestellten Amp geschaltet, Amp- und Cab-Modelle werden deaktiviert und ich nutze es quasi als Pedalboard mit diversen Effekten und Overdrives für den Zerrsound. Im Einsatz ist dafür ein Sovtek MIG-50, der an eine Marshall 4x12 Box (Celestion G12M) angeschlossen ist, die wiederum von einem Neumann TLM-103 abgenommen wird. Im globalen Menü sollte dann der Ausgangspegel auf Amp statt auf Line eingestellt sein, damit die Vorstufe nicht überfahren wird. Das funktioniert sehr ordentlich und das Ergebnis klingt auch besser als mit den Amp-Modellen direkt ins Audio Interface. Der Stomp-Mode ist aktiviert und ich habe mir verschiedene Effektkombinationen zusammengestellt, bei denen ich die einzelnen Effekte ein- und ausschalten kann. Zuerst ist eine Kombination mit Delay-Sounds am Start, dann kommen drei Overdrives, die auch zusammengeschaltet werden und beim dritten Board habe ich die Scene-Einstellungen genutzt, bei denen man unterschiedliche Effektkombinationen eines Rigs aufrufen kann. Die Bedienung ist wirklich sehr variabel und stellt das Optimum an Möglichkeiten dar, das sich mit nur drei Fußschaltern erreichen lässt.

Für mein Empfinden ist dies der optimale Einsatzbereich für das MX5. Die Overdrives erzeugen einen guten Sound und das Ergebnis klingt offener und transparenter als direkt ins Pult bzw. ins Audio-Interface gespielt. Das Stacken von Overdrive-Pedalen funktioniert gut, aber generell ist auch bei den Effekten klanglich noch Luft nach oben. Der Shimmer-Reverb klingt recht platt und bei mehreren aktiven Effekten wird der Sound doch schnell undefiniert. Das war im Beispiel mit den Scenes recht gut hörbar. Wenn man aber keine Armada an Effekten in die Signalkette legt, dann läuft es ganz gut. Auch die Echtzeit-Effekte wie Wah oder Whammy machen einen ordentlichen Eindruck. Hier sind drei Beispiele dazu.

Jetzt kommt die nächste Konfiguration, das MX5 wird vor die Amp-Endstufe geschnallt und es werden die Preamp-Modelle aus dem MX5 benutzt. Hier wird der etwas schwächere Sound der virtuellen Amps deutlich und besonders bei höheren Zerrgraden klingt es recht undefiniert.

Zum Abschluss hört ihr das MX5 noch im Bandkontext mit unterschiedlichen Sounds. Hier wurde wieder die Variante MX5 vor dem unverzerrten Amp gewählt.

Zwischenfazit - Mitbewerber/Alternativen

In der Preisklasse der kompakten Multi-Effektgeräte mit Amp Modeling im Bereich um 500 Euro spielen aktuell neben anderen das Zoom G6 (499 Euro) und das Line 6 HX Stomp (549 Euro) sowie gerade noch das Boss GT-1000Core (609 Euro). Das MX5 punktet mit der Bedienung über das Touchdisplay, womit lediglich auch das Zoom G6 ausgestattet ist, das aber nicht so prompt reagiert wie das des MX5. Was die Auswahl und auch Klangqualität der Amp/Cab-Modelle und Effekte anbetrifft, liegt das MX5 hinter dem HX Stomp oder dem Boss GT1000Core. Dafür ist bei ihm ein solides und gut funktionierendes Expressionpedal an Bord.

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