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30.05.2018

Gitarrensaiten aufziehen bei der Akustik-Gitarre

Tipps und Tricks zum Saiten wechseln auf der Akustik-Gitarre

Neue Saiten aufziehen bei Konzert- und Westerngitarren

Gitarrensaiten sollten regelmäßig gewechselt werden, will man seiner Gitarre einen guten Klang und optimale Bespielbarkeit erhalten. Für Einsteiger stellt diese Aufgabe oft eine kleine Hürde dar. In diesem Workshop zeigen wir euch deshalb, wie ihr ganz problemlos die Saiten auf der klassischen Gitarre und auf der Westerngitarre wechseln könnt.

Dabei gehen wir auch auf die unterschiedlichen Merkmale ein, die manche Instrumente in der Saitenführung mit sich bringen. Bevor wir uns anschauen, wie die Saiten gewechselt werden, empfiehlt es sich, neben dem passenden Saitensatz auch das folgende Zubehör bereitzuhalten:

  • Seitenschneider
  • Saitenkurbel

Weitere Informationen und Artikel zu Gitarrensaiten findest du in unserer Themenwelt Saiten

Wenn ihr noch nicht sicher seid, welcher Saitensatz für euch am besten passt, macht ihr bei einer klassischen Gitarren mit einem "Medium Tension"-Satz nichts falsch. Bei Westerngitarren gelten Saiten mit einer Stärke von .012-.053 als Standard.

Saitenwechsel auf der klassischen Gitarre

Klassische Gitarren werden mit Nylonsaiten bespannt. Bevor wir die alten Saiten entfernen, schauen wir, ob das Instrument am Steg mit einer Einloch- oder einer Doppellochbohrung versehen ist, damit wir später den Saitenverlauf rekonstruieren können.

Nun lösen wir die Saitenspannung, schneiden die Saiten über dem Schalloch ab und entfernen sie.

Beim Aufziehen des neuen Satzes beginnen wir mit der tiefen E-Saite. Haben wir es mit einer Einloch-Bohrung zu tun, wird die Saite von vorne durch den Steg geführt, sodass das Saitenende auf der anderen Seite etwa 10 cm herausschaut. Anschließend nehmen wir das kurze Ende, führen es unter der Saite hindurch und bilden eine Schlaufe. Dann fixieren wir das Saitenende hinten am Steg, indem wir es halten und die Saite stramm ziehen.

Bei einem Steg mit Doppellochbohrung gestaltet sich der Vorgang etwas einfacher.

Hier wird die Saite ebenfalls von vorne etwa 10 cm durch das erste Loch eingefädelt, woraufhin das Saitenende gleich noch einmal durch das zweite Loch geführt und dann wie gehabt fixiert wird.

An der Kopfplatte stellen wir die Bohrung der Stimmmechanik zunächst senkrecht ein und führen die Saite dann oberhalb durch die Mechanik etwa 10 cm weit hindurch. Daraufhin wird das Saitenende an der Achse vorbei und unter der Saite hindurch geführt. Nun können wir schon anfangen, die Saite über den Stimmwirbel zu spannen. Dabei ist es ratsam, die Saite mit dem Zeigefinger für die erste Wicklung etwas zu fixieren.

Beim Aufziehen der Diskantsaiten (nicht umwickelt) führen wir die Saite von vorne durch den Steg, bis auch sie ungefähr 10 cm aus der Steg-Rückseite hinausschaut. Anschließend machen wir in das kurze Saitenende einen Knoten. Nun führen wir das Saitenende unter der Saite hindurch und wickeln es zweimal um die Saite. Zum Abschluss wird das geknotete Ende wieder gegen den Steg gedrückt und die Saite strammgezogen.

Im Falle einer Doppellochbohrung wird die Saite jeweils von vorne durch beide Bohrungen des Stegs geführt. Danach machen wir ebenfalls einen kleinen Knoten in das Saitenende, führen dieses durch die entstandene Schlaufe und ziehen die Saite fest.

Die Diskantsaiten werden ansonsten genau wie die Basssaiten an den Stimmmechaniken aufgewickelt.

Nun müssen wir die Saiten nur noch etwas dehnen. Bei klassischen Gitarrensaiten ist es dennoch typisch, dass die Saiten in den ersten Tagen regelmäßig nachgestimmt werden müssen.

Video mit Demonstration aller Arbeitsschritte:

 

Saitenwechsel auf der Westerngitarre

Westerngitarren werden mit Stahlsaiten bespannt. Wir entfernen die alten Saiten, indem wir zunächst die Spannung lösen und dann die Saiten vor dem Steg abschneiden.

Zu festsitzende Bridge Pins lassen sich am besten lösen, indem wir diese mit Zugriff durch das Schallloch von unten vorsichtig nach oben drücken - am besten mithilfe eines harten Gegenstandes. Wer eine handelsübliche Saitenkurbeln aus Kunststoff sein Eigen nennt, der findet dort häufig eine Einkerbung, die genau diesem Zweck dient und die Stegpins an ihrem Kopf nach oben hebelt.

Wir beginnen wieder mit der tiefen E-Saite. Um die Saite gut zu fixieren, hilft es, das Saitenende mit dem Ball End etwas abzuknicken. Anschließend stecken wir den Bridge Pin in das entsprechende Loch im Steg.

An der Kopfplatte wird die Bohrung der Stimmmechaniken in die Richtung der Saitenführung gedreht und dann die Saite komplett durchgeführt. Anschließend schneiden wir die Saite auf der Höhe der nächsten Stimmmechanik ab. (Bei der d und g-Saite müssen wir uns diesen Abstand später hinzudenken.)

Nun führen wir die Saite so weit zurück, bis nur noch das letzte kleine Ende aus der Bohrung schaut und drücken das Saitenende nach oben.

Jetzt können wir die Saite spannen.

Dabei führen wir die Saite so, dass permanent schon etwas Spannung vor der Mechanik besteht. Achtet darauf, dass sich die Wicklungen unterhalb der aufgespannten Saite bilden, indem ihr die Saite vor der Mechanik nach unten drückt.

Abschließend werden die Saiten wieder gedehnt. Da die Saiten manchmal noch etwas nachrutschen, empfiehlt es sich, dabei dem Bridge Pin etwas Halt zu geben.

Video mit Demonstration aller Arbeitsschritte:

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