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Test
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06.02.2015

Gemini Slate 4 Test

Vierkanaliger DJ-MIDI-Controller mit USB-Audiointerface

Extra flach und vierfach Krach!

Slate 4 ist der brandneue DJ-MIDI-Controller von Gemini mit zwei komplett ausgestatteten Deck-Sektionen inklusive berührungsempfindlicher Jogwheels, vier Mischpultkanälen und einer kompakten Bauhöhe von nur 25 mm (!). So bietet sich das Gerät für mobile Einsätze, kombiniert mit aktuell schlanken Notebook-Modellen an. Dank entsprechender Schalter erlaubt unser Testkandidat die Arbeit mit bis zu vier Decks. Ordentlich austoben kann sich der DJ mit Hilfe der Dreiband-EQs und zwei üppig bestückten Effektsektionen. Diese beinhalten u.a. acht multifunktionale RGB-Pads pro Deck zum Antriggern von Auto Loops, Hot Cues und der Sample-Slots. Ein 24-Bit-Audiointerface hat der Slate 4 ebenfalls mit an Bord. Hinsichtlich der Anschlüsse bietet das Gerät einen Master Output via Cinch, einen Kopfhörerverstärker, einen Mikrofoneingang sowie eine USB-Schnittstelle zur Verbindungsaufnahme mit dem Rechner.

Vorgemappt ist unser Testkandidat für die bewährte Software Serato DJ Intro, die gratis von Seratos Website heruntergeladen werden kann. Eine solch stattliche Feature-Liste bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 356 € klingt zunächst einmal sehr vielversprechend. Der nachfolgende bonedo.de-Test verrät, ob die „Moneten“ beim Slate 4 auch gut angelegt sind.

Details

Lieferumfang

Ich öffne den bunt bedruckten Karton und finde zuerst den Controller mit den Maßen 436 mm x 225 mm x 25 mm (B x T x H) vor. Zudem liegt dem Paket ein USB-Kabel mit den Steckertypen A und Mini-B bei. Eine gedruckte deutsche und leicht verständliche Bedienungsanleitung gehört ebenso zum Lieferumfang wie die Garantiebelege sowie diverse Prospektmaterialien.  

Erster Eindruck

Die vier großen Gummifüße sorgen auch auf sehr glatten Oberflächen für den nötigen „Grip“. Das Kunststoffchassis macht einen langlebigen Eindruck und ist zudem sauber verarbeitet. Auch die Audioanschnittstellen weisen eine gute Fertigungsqualität auf und sitzen fest im Gehäuse. Widerstandsfähig präsentieren sich auch die Jogwheels, die Drehregler sowie die Fader unseres Testkandidaten, wobei der Crossfader sich als angenehm leichtgängig entpuppt. Die Tasten scheinen sehr strapazierfähig zu sein und verfügen über einen angenehmen Druckwiderstand. Zu bemängeln gibt es lediglich die beiden „Deck select“-Schalter, die ein wenig anfällig wirken und etwas wacklig im Gehäuse sitzen. Hiervon abgesehen hinterlässt der Slate 4 aber einen positiven ersten Gesamteindruck.

Schnittstellen

Die Anschlüsse unseres Testkandidaten sind allesamt auf der linken Geräteseite beheimatet. Eine USB-Buchse (Typ Mini-B) dient zum Anschluss an einen PC oder Mac. Der Master Output ist unsymmetrisch und in Form von zwei Cinchbuchsen vorzufinden. Als weiterer Audioausgang dient der Kopfhöreranschluss (6,3 mm Klinkenbuchse). Ein Poti ist beim stufenlosen Hin- und Herblenden zwischen Cue und Master behilflich. Außerdem ist das Teil mit einem Audio Input ausgerüstet. Dabei handelt es sich um eine unsymmetrische Mikrofonbuchse (6,3 mm Klinke), die Eingangsverstärkung lässt sich mit Hilfe eines Potis einstellen. Beide Drehregler (Cue- und Mikrofon-Level) sind relativ klein und daher etwas „fummelig“ geraten. Sie sind so doch recht umständlich zu bedienen. Aber natürlich ist mir bewusst, dass bei einem so kompakten Gerät wie dem Slate 4 das Platzkontingent für Bedienelemente nicht unbegrenzt ist. Dennoch hätte man das sicher praktikabler lösen können. Positiv zu erwähnen ist hingegen die Tatsache, dass alle Buchsen des Anschlussfeldes vergoldet sind!  

Serato DJ Intro

Serato DJ Intro ist eine abgespeckte Version der bewährten Software Serato DJ, die in Kombination mit Controllern, wie zum Beispiel dem Denon DJ MC2000 und mit dem Numark MixDeck Express oder eben auch mit unserem Testkandidaten angeboten wird. Die DJ-Software bietet zwei bis vier Decks (je nach Hardware), diverse Wave-Layouts, Beatmatching-Tools, Effekte und einem Sample-Player. Das Programm lässt sich in der Vollversion durch den Zukauf von Plug-ins, z. B. FX-Compilations, Support für Video-Dateiformate oder einem besseren Keylock erweitern. Die Systemvoraussetzungen für die Installation von Serato DJ Intro sind beim Mac OS X 10.6. oder höher sowie mindestens ein Intel Core Duo Prozessor mit 1,6 GHz. Auf Windows-Rechnern benötigt man als Betriebssystem mindestens Vista (Service Pack 1), Windows 7 (Service Pack 1), Windows 8 oder 8.1 sowie mindestens einen 2 GHz Intel Core 2 Duo Prozessor. Auf beiden Plattformen ist eine Bildschirmauflösung von mindestens 1024 x 768 Pixeln, 1 GB RAM Arbeitsspeicher oder mehr sowie ein verfügbarer USB 2.0 Port nötig. Für 129 € kann man ein Upgrade auf die Vollversion der Software Serato DJ erwerben. Geld spart man dabei allerdings nicht, weil der separate Kauf der Vollversion die gleiche Summe verschlingt.  

Über folgende Zusatzfunktionen verfügt Serato DJ gegenüber der Intro-Variante:

  • Recording-Funktion
  • Statt der Basic-FX gibt es iZotope Multieffekte
  • Fünf FX-Expansion PacksAcht statt nur vier Cuepoints
  • Statt vier nun 24 Sample-Slots
  • Volle Synchronisationsfähigkeit statt nur Basic-Sync
  • MIDI-Fähigkeit
  • Video-Funktion  

Ein Blick in die Voreinstellungen Intro-Software bestätigt noch einmal die eingeschränkten Möglichkeiten gegenüber der Vollversion. Immerhin gibt es aber folgende Einstellungsoptionen:  

General

  • Playback keys use „shift“
  • Instant Doubles
  • Output (Mono/Stereo-Mode)
  • Output-Gain (89-96 dB in 1-dB-Schritten)
  • Send Anonymuos
  • Software Update Check  

Hardware

  • USB Buffersize/-Latenz (1 - 20 ms bzw. 64 - 1024 Samples)  

Internal Mixer

  • Cue/Mix (stufenlos)
  • Crossfader-Curve (stufenlos)  

In allen Details auf Serato DJ einzugehen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Doch wer mehr zu der DJ-Software erfahren möchte, dem empfehle ich unseren ausführlichen bonedo.de-Test meines Kollegen Peter Westermeier.

Software-Installation

Unser Testkandidat ist vorgemappt für Serato DJ Intro in der zum Testzeitpunkt aktuellen Version 1.2.3. Um mir die Software kostenlos auf meinen Rechner herunterzuladen, gehe ich auf die entsprechende Rubrik der Serato-Website. Aber zunächst ein paar wichtige Daten zu dem Rechner, den ich für diesen Test verwendet habe: einen iMac mit 2,4 GHz Intel Core 2 Duo Prozessor und 4 GB RAM sowie dem Betriebssystem OS X 10.8.5. (Mountain Lion). Serato-Neulinge müssen vor dem Download durch Eingabe ihrer E-Mail Adresse sowie diverser anderer persönlicher Daten ein Benutzerkonto erstellen. Da ich bereits registriert bin, gebe ich lediglich meine Anmeldedaten ein und lade mir im Anschluss die etwa 23 Megabyte große Datei herunter. Nach dem obligatorischen Neustart kann es dann endlich losgehen. Zunächst aber noch ein paar wichtige Fakten über Serato DJ bzw. Serato DJ Intro.

Erste Inbetriebnahme & Navigation

Zur Inbetriebnahme verbinde ich unseren Testkandidaten via USB mit meinem Rechner, woraufhin die 16 Performance-Pads in verschiedenen Farben aufleuchten. Ich starte die Applikation, wodurch die Beleuchtung der Pads wieder erlischt. Nachdem ich die ersten Songs in die virtuellen Decks geladen habe, beginnen die „Cue“- und „Play/Pause“-Buttons zu blinken. Für die musikalische Versorgung der Player dienen beim Slate 4 zwei Bedienelemente. Zentral oben befinden sich ein griffiger Push-Encoder für die Navigation durch Ordner, Crates und Songlisten und die „Back“- Taste, mit dessen Hilfe ich in den Verzeichnissen zurückspringen kann. Über den vier Stereokanälen liegt jeweils ein separater „Load“-Button für die Zuordnung der Songs zu den entsprechenden Software-Decks.  

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