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Test
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04.02.2014

Gemini PS2 Test

Zweikanal-DJ-Mixer

Mischer für Sparfüchse!

Gemini PS2 im Bonedo.de-Test: Die Firma Gemini zeigt mit ihrem Zweikanal-Mischer PS2 in Richtung Battlemix-Arena. Zum Preis von 118 € (UVP) bekommt der zukünftige Besitzer ein DJ-Pult mit allen Basiskomponenten, die man für eine klassische Mixsession benötigt. Dazu gehören Anschlüsse für Plattenspieler und CD-Player, ein Master- und Recording-Ausgang für die Beschallung und Aufnahme, Dreiband-EQs zur Klangregelung und für die Scratcher unter den Plattenreitern ein Crossfader mit Kurvenanpassung und Reverse-Funktion. Redseligen Naturen spendiert der Hersteller obendrein einen Mikrofonweg samt Hi/Low-EQ.

Aber die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht und bietet ebenfalls diverse Zweikanal-Mixer für den schmalen Geldbeutel an. Der Numark M2 beispielsweise hat sehr ähnliche Eigenschaften wie unser Testkandidat und kostet fast genauso wenig (119 Euro UVP). Ob der Gemini PS2 der Heerschar an Konkurrenten die Stirn bieten kann, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Details

Gespannt, wie der Gemini PS2 wohl die erste visuelle Inspektion meistert, entnehme ich der schwarzgrünen Box einen staub- und stoßsicher verpackten Testkandidaten, dessen Innenleben in einem robusten Metallgehäuse mit einem Gesamtgewicht von 2,8 kg untergebracht ist. Zur Spannungsversorgung liegt ein Steckernetzteil bei. Eine deutschsprachige Anleitung im Papierformat erklärt mir leicht verständlich alle Funktionen des „guten Stücks“. Der Proband nimmt eine Stellfläche von rund 25 x 31 Zentimetern bei 84 Millimetern Höhe in Anspruch, ist sauber verarbeitet und akkurat lackiert. Vier große Gummifüße geben dem Gerät auch auf glatten Unterlagen die nötige Standfestigkeit. Die Anschlussbuchsen sind fest im Gehäuse montiert und zeigen, ebenso wie die Drehregler und Schalter des Pultes, eine solide Fertigungsqualität. Nur die Linefader sind in ihrer seitlichen Führung leider etwas wacklig geraten und um einiges schwergängiger zu bewegen als der Crossfader, der naturgemäß angenehm leichtgängig, aber hier auch wesentlich stabiler in seiner Bahn gleitet. Trotz dieser Abstriche ist der erste Eindruck, den der PS2 bei mir hinterlässt, grundsätzlich positiv.

Anschlüsse

Die Spannungsversorgung des PS2 erfolgt über besagtes Steckernetzteil, das an der Rückseite des Mixers anzuschließen ist. Gleich darüber befindet sich der zugehörige Einschaltknopf. Insgesamt lassen sich bis zu vier Zuspieler (pro Channel zwei Geräte) an die Stereo-Cinch-Buchsen anklemmen, wobei es euch überlassen ist, ob ihr vier Geräte mit Line-Pegel wie CD-Player und Soundkarten oder stattdessen lieber zwei Plattenspieler und zwei CD-Player verbindet. Der Wechsel zwischen Phono und Line im laufenden Betrieb via Umschalter ist jedenfalls kein Problem. Ich bin ja bekanntermaßen bekennender Turntablist und schließe gleich mal meine Plattenspieler an, deren Erdungskabel zur Vermeidung von Brummschleifen sicheren Halt an der verchromten Rändelschraube finden. Neben den Stereoeingängen gibt es noch einen weiteren Monoeingang für ein Mikrofon auf der Rückseite, anzutreffen in Form einer 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse. Ferner stellt unser Testkandidat zwei Stereoausgänge zur Verfügung, und zwar den regelbaren Master und den Recording-Out, welcher unabhängig von dem Master-Volume-Drehregler operiert. Meinen Kopfhörer stecke ich in die obligatorische 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse auf dem Frontpanel.

Features

Die Vorauswahl der gewünschten Eingangsquellen erfolgt über zwei Kippschalter auf der Oberfläche. Habe ich meine Auswahl getroffen, kann ich mit den Gain-Reglern die Aufholverstärkung des jeweiligen Kanals justieren. Möchte ich den Klang regulieren, steht mir an jedem Kanal ein Dreiband-EQ zur Verfügung. Hier kann ich die drei Frequenzbereiche Hi, Mid und Low separat anheben oder absenken und ich muss schon sagen, die griffigen Drehknöpfe – sie besitzen im Übrigen praktische Mittenmarkierungen – sorgen für einen ordentlichen Boost. Auch die starke Absenkung kann sich sehen lassen, allerdings wurde dem PS2 leider keine Kill-Funktion zuteil. Dennoch klingen die Klangverbieger angenehm warm und lassen sich sowohl zur Anpassung der verschiedenen Soundquellen als auch für effektartige Manöver hervorragend einsetzen. In diesem Punkt gibt es also nichts zu meckern. Und wo wir schon mal beim Sound sind, möchte ich auch gleich mal festhalten, dass die Phono-Preamps einen druckvollen Klang mit transparenten Mitten in das Pult schicken, nur der (Sub-) Bassbereich ist mir ein wenig zu verschwommen geraten. Wenn ich aber die Preisklasse des PS2 in mein Urteil einbeziehe, dann geht die Rechnung unterm Strich auf.

Zwei 47-Millimeter-Fader justieren die Ausgabelautstärke des zugehörigen Hauptkanals und eigenen sie sich dank praxisgerechter Arbeitskurven sowohl für reguläres Mixing als auch für Scratches. Mit dem ebenso langen Crossfader blende ich zwischen den beiden Channels hin und her, wobei der Reverse-Switch, welcher praktischerweise vertieft auf dem Bedienfeld montiert ist, die Arbeitsrichtung umkehrt. Das erfolgt unterbrechungsfrei, aber nicht ohne Knacksen und ist daher nichts für den laufenden Betrieb. Vor allem vor Publikum. Unterhalb des Reverse-Schalters liegt der ebenfalls vertieft montierte Curve-Switch zur Abstimmung der Arbeitskurve des Crossfaders: Schneller Scratch-Mode, gemächlicher Mix-Mode, beide Stellungen sind vorhanden, doch leider unterscheiden sich die beiden Ausprägungen in der Praxis zu wenig. Während der Mixing-Modus zufriedenstellend funktioniert, ist das Signal im Scratch-Mode direkt nach dem „Öffnen“ des Faders leise zu hören, um dann auf ganzen neun Millimetern Regelweg erst wirklich im Pegel anzusteigen. Ausgebuffte Scratch-Nerds hätten hier nur wenig Freude. Schade! Positiv hervorzuheben ist dann wieder die abnehmbare Blechplatte der Fader. Da nur vier Schrauben gelöst werden müssen, lassen sich die Regler bei Bedarf unkompliziert und ohne Demontage des gesamten Gerätes auswechseln.

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