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23.11.2017

FL Studio Step-Programmierung - Workshop #2

Beats bauen im Step-Sequenzer von FL Studio

Fruity step programming

Nachdem wir im ersten Teil einen Blick auf die wichtigsten Arbeitsbereiche geworfen und die Audio- und MIDI-Settings konfiguriert haben, geht es nun aus der Theorie in die Praxis. Wir programmieren Drums im Step Sequencer und editieren die Samples. Auf geht’s: Bauen wir den ersten Beat!

Details

Beat-Programmierung – Step by Step

Das Channel Rack ist ein Step-Sequenzer, in dem die Beats programmiert werden und gleichzeitig das Rack, in welches sich die Klangerzeuger laden lassen. Das vereinfacht die Beatprogrammierung, da sich alles übersichtlich an einem Ort befindet – die Sounds und die Grooves. In FL Studios’ Standard-Template „Basic with Limiter“ ist das Channel Rack sofort mit vier Samples ausgestattet. Um genau zu sein, handelt es sich um vier Sample-Player, die jeweils mit einem Sample bestückt sind. Das bedeutet, wir können nach dem Start der DAW ohne Weiteres mit der Beatprogrammierung loslegen.

Vertikal werden die Klangerzeuger untereinander dargestellt. In diesem Fall sind es vier Sampler, die für einen besseren Überblick passend benannt wurden (Kick, Clap, Hat und Snare). In der Horizontalen befinden sich die Steps des Sequenzers. Programmiert immer an den Stellen einen Step ein, an denen einer der Sounds erklingen soll. Mit der Leertaste eurer Computertastatur bzw. dem Playbutton in der Kopfleiste der DAW spielt ihr das Pattern ab. Dieses ist standardmäßig 16 Steps lang und erweitert sich automatisch auf 32 Steps, sobald man in einem der Sounds einen siebzehnten Step einzeichnet.

Das Tempo des Standard-Templates ist auf 130 BPM (Beats pro Minute) eingestellt. Um die Geschwindigkeit des Songs anzupassen, könnt ihr im Kopfbereich der DAW, genauer gesagt im Transportfeld, den Wert mit dem Scrollrad der Maus ändern bzw. die Maus nach oben oder unten schieben sowie noch präziser mit den Pfeiltasten justieren. In 72 BPM könnte der Beat in etwa so klingen:

Wer es ganz genau haben möchte, kann auch Stellen hinter dem Komma eingeben oder auch live durch Klicken mit der Maus in das Eingabefeld des sogenannten „Tappers“ vorgeben. Den Tapper öffnet ihr mit dem kleinen Schlagzeug-Pedal-Symbol in der Kopfleiste.

Weitere Sounds hinzufügen

Ein Beat bestehend aus nur vier Sounds ist natürlich noch nicht ausreichend – wir wollen mehr! Daher öffnet ihr im Browser unter „Packs → Drums“ oder eurer eigenen Library weitere Ordner und Samples eurer Wahl, die sich beim Selektieren auch gleich vorhören lassen. Haltet ihr die Maustaste auf dem Sample eurer Wahl gedrückt und zieht es an eine freie Stelle im Channel Rack, am besten unter den letzten Sounds, in dem Fall die Snare. Ein fünfter Sound-Slot wird hinzugefügt, der wieder mit einem Sampler ausgestattet ist. Standardmäßig wird die neue Spur nach dem hinzugefügten Sample benannt. Mit einem Rechtsklick auf den Sound-Slot und „Rename“ könnt ihr die Spur umbenennen. Ich habe auf den ersten Step ein Crashbecken hinzugefügt und noch Percussion-Elemente, um den Beat etwas voller zu gestalten.

Sounds austauschen 

Nach demselben Prinzip könnt ihr auch die Samples wechseln, und zwar on the fly! Zieht dazu einfach das Sample, mit dem ihr ein bisheriges ersetzen wollt, auf dessen Sound-Slot. Ich entscheide mich, die Sounds des Standard-Templates auszutauschen, da sie nicht zum Style passen, den ich mit diesem Beat bauen möchte – ich tendiere in dem Fall zu einem Trap-Beat; die Vorgehensweise ist aber für jedes Genre gleich! 808- und 909-Sounds eignen sich für Trap-Beats bestens. Gut, dass die Samples in FL Studio aussagekräftig benannt sind! Wer noch schneller entsprechende Klänge finden möchte, gibt „808“ in der Suchfunktion ein!

Reverse-Effekt

Rückwärts abgespielte Samples können eine Art Ansaug-Effekt generieren. Fruity hat zwar auch viele Reverse-Samples in der Library, doch selbst ist der Producer! Klickt bei dem Sample, das ihr rückwärts abspielen wollt, ganz einfach den Sample-Slot im Channel-Rack an. Es öffnet sich der entsprechende Sample-Player, in dem ihr viele Möglichkeiten zur Editierung habt. Neben ADSR-Hüllkurven, mit denen ihr den Klangverlauf von Tonhöhe und Lautstärke der Samples justieren könnt, gibt es hier auch einen Reverse-Button, der ganz einfach die Abspielrichtung des Samples umkehrt. Ich habe mir in dem Fall die Spuren von Crashbecken und Clap dupliziert, was sich am besten mit einem Rechtsklick auf einen Sample-Slot durchführen lässt. Wenn ihr in der duplizierten Spur den Reverse-Button im Sampler auswählt, lässt sich eine Art „Ansaug-Effekt“ erzeugen, in dem ihr das Rückwärts-Sample im Sequencer vor dem eigentlichen Sample einprogrammiert. Mit dem Swing-Regler könnt ihr dem Groove etwas „Menschlichkeit“ verleihen.

Jetzt fehlt dem Beat ein richtig satter Subbass und natürlich der melodische Part. Wie ihr das Pattern noch gezielter ausarbeiten könnt und wie man Melodien harmonisch programmiert, erfahrt ihr im nächsten Teil dieses Workshops. Also, schaut bald wieder vorbei!

https://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/fl-studio-workshop-fuer-einsteiger.html

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