Gitarre
Test
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16.05.2018

Fender Level Set Buffer Test

Buffer-Pedal für E-Gitarre

Total ausgebufft!

Mit dem Fender Level Set Buffer Pedal nimmt die amerikanische Kultmarke neben den klassischen Gitarrenmodellen eine Tradition auf, die sie 1954 mit dem ersten Fender Volume-Pedal begann: Fender stellt wieder Bodentreter her. Der Testkandidat ist einer von sechs Neuentwicklungen, die zwar auch Brot-und-Buttereffekte wie Delay, Reverb, Kompressor und Verzerrer bedienen, aber eben auch nützliche Soundtools für den Live-Einsatz bereitstellen.

So vereint der Level Set Buffer gleich mehrere Qualitäten, auf die wir Gitarristen gerne zurückgreifen. Zum einen ist es ein Buffer, der dem Signalverlust langer Kabelwege entgegenwirkt, zum anderen erlaubt er, zwei unterschiedliche Gitarren in einem Live-Setup besser in puncto Pegel und Sound aufeinander abzustimmen. Und nicht zuletzt besitzt das Pedal eine Mute-Funktion, um z.B. das Stimmen über den Tuner-Ausgang zu ermöglichen. Ob der Neuzugang im Hause Fender dem großen Firmennamen alle Ehre macht, soll der Test zeigen.

Details

Gehäuse/Optik

Der Fender Level Set Buffer präsentiert sich in einem sehr robust wirkenden, texturierten Alugehäuse mit den Maßen 7,8 x 6,2 x 12,5 cm. Auf der Oberseite befindet sich der ebenfalls sehr vertrauenserweckende Fußschalter, der zum Stummschalten des Gitarrensignals dient.

Im oberen Drittel versammeln sich die beiden Potis für Level und EQ, die durch die integrierten blauen LEDs auch auf der dunkelsten Bühne gut ablesbar sind. Ebenfalls in der oberen Hälfte zeigt sich der "Load"-Kippschalter und ein diamantförmiges Lämpchen, das den Betriebszustand des Pedals anzeigt. Die Vorderseite beheimatet ein per Magnet verschließbares Klappfach, hinter dem sich die Batterie verbirgt. Diese Lösung empfinde ich als sehr attraktiv, muss man so doch im Falle eines Batteriewechsels keinen Schraubenzieher zu Hand nehmen oder Gefahr laufen, Schrauben zu verlieren.

Die Klinkenanschlüsse wurden links- und rechtsseitig angebracht. Rechts der Eingang und gegenüber der Ausgang sowie der Tuner-Out, der übrigens nicht in der Signalkette liegt. Auf der Stirnseite befindet sich ein Schalter, der die LEDs der Potis deaktiviert und die Buchse für ein optional erhältliches 9V-Netzteil.

Alle Bauelemente erscheinen extrem wertig und edel. Beginnend mit dem Chassis, über das Batteriefach bis hin zur Potibeleuchtung und dem Design wirkt das Pedal wesentlich teurer, als es eigentlich ist.

Zum Lieferumfang gehören vier anklebbare Gummifüßchen und ein kleines Manual.

Bedienung

Der Level Set Buffer kombiniert mehrere Komponenten, die man als sinnvolle Tools vorzugsweise am Anfang der Effektkette und im "always on"-Modus einsetzen kann.

Zum einen wurde ein Buffer verbaut, der dem gefürchteten Soundverlust und Höhen-"Roll-Off" bei langen Kabelwegen entgegenwirkt oder bei großen, ungepufferten Effektboards Abhilfe schafft. Das Gitarrensignal wird dabei von einem hochohmigen zu einem niederohmigen Signal umgewandelt, das stabil durch die Effektkette laufen kann.

Ein zweites Ziel des Fender Chefentwicklers Stan Cotey war es, zwei Gitarren mit unterschiedlichen Ausgangspegeln und/oder Pickupkonfigurationen hinsichtlich Pegel und Klangeigenschaften besser aufeinander abstimmen und anpassen zu können. Spielt der User z.B. eine 50er Jahre Strat mit schwachen Singlecoils, aber im gleichen Set auch eine Gitarre mit aktiven Humbuckern, wird der Sinn eines solchen Pedals deutlich.

Zum Abstimmen der Sounds dienen zwei Regler, die eine Absenkung und Anhebung um bis zu 12dB ermöglichen, also demnach in beide Richtungen arbeiten. Level kümmert sich dabei um die Eingangslautstärke und ist im EQ linear. Der HiFreq-Regler kann dem Signal etwas Höhen und "Sparkle" hinzufügen, bzw. diese Frequenz auch etwas abschwächen, falls man das Signal, wie z.B. häufig in der Stegposition bei Strats, als etwas zu klirrend oder schrill empfinden sollte.

Der Load-Switch aktiviert eine kapazitive Last, die reagiert, als würde man eine Gitarre in einen Röhrenamp stöpseln, was laut Hersteller die Reaktion der Pickups verbessern soll, je nach verwendetem Equipment jedoch auch eher subtil ausfallen kann. Zusätzlich zweigt das Pedal einen Tuner-Ausgang ab, der nicht Bestandteil des Hauptsignalweges ist.

Der Fußschalter dient lediglich dem Stummschalten des Pedals, falls man mit dem optional angeschlossenen Stimmgerät in Ruhe stimmen möchte. Die Funktion des Fußtasters an diese Aufgabe zu vergeben wundert mich persönlich allerdings sehr, sind doch die meisten Stimmgeräte heutzutage ohnehin mit einer Mutefunktion und True Bypass ausgestattet. Dem Muting opfert man hier nämlich die Möglichkeit, per Fußschalter das Pedal an- und auszuschalten und somit das Setting für die Zweitgitarre per Fuß aktivieren zu können. Das bedeutet: Habe ich tatsächlich zwei verschiedene Gitarren im Einsatz und möchte sie aufeinander abstimmen, geht das nur über Bücken und Tweaken bei jedem Wechsel. Sehr schade eigentlich.

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