Hersteller_Faderfox
Test
5
16.01.2015

Faderfox Micromodul SC4 und PC4 Test

MIDI-Controller

Drehbank 4.0 hoch 2

Heute stellen sich die Faderfox Micromodule SC4 und PC4 dem bonedo.de-Test und es ist fast schon kaum zu glauben, dass zwischen der ersten und der jetzt gerade erschienenen vierten Generation ganze zehn Jahre liegen – viel Zeit, betrachtet man die durchschnittliche Produkt-Lebensdauer von MIDI-Controllern am Markt. In dieser Zeit sind die verschiedenen Faderfox-Modelle zu einer festen Instanz in den Live- und Studio-Setups vieler Musiker geworden. Aus gutem Grund, denn die handlichen Steuergeräte folgen nicht nur einem recht eigenständigen Designkonzept, sondern decken auch funktional ein weites Feld ab.

Wie zum Beweis könnten unsere beiden Testkandidaten unterschiedlicher nicht sein: So ist der PC4 eine Poti-Drehbank, die sich für alle Anwendungen empfiehlt, bei denen möglichst viele Parameter dem direkten Zugriff unterliegen sollen. Das Micromodul SC4 dagegen ist nicht nur ein Universal-MIDI-Controller, sondern beherbergt auch eine komplette Sequencer-Logik samt visuellem Feedback und ein Setup zur Steuerung von Ableton Live.

Details

Beide Micromodule sind universelle MIDI-Controller, die wahlweise via USB (1.0) mit einem Rechner kommunizieren oder MIDI-Daten direkt ausgeben. Im USB-Verbund begnügen sich die Signalgeber mit „Bus-Spannung“ und sind über das Camera-Connection-Kit auch iPad-kompatibel. Jede Testeinheit verfügt über einen MIDI-In- und Out-Port mit Routing- und Merge-Funktion, der in Form einer Miniklinke ausgelegt ist. Ein Adapter liegt bei.

Während es sich beim PC4 um einen relativ einfach zu überblickenden Poti-Controller handelt, der mit einer Matrix aus 24 Drehreglern aufwartet, die in sechs Zeilen und vier Spalten angeordnet sind, ist der SC4 ein ziemlich ausgefuchstes (ungeplanter Wortwitz) Biest, das sich für verschiedene Aufgaben empfiehlt. Zum einen ist das natürlich das Betätigungsfeld als universeller MIDI-Controller, zum anderen die Steuerung von kontinuierlichen Parametern in Ableton Live wie Track Volume, Rack Macros, Sends und Panning. Die Königsdisziplin des SC4 ist schlussendlich der Betrieb als eigenständiger, monophoner Lauflicht-Sequencer mit acht Tracks und Pattern. Konzeptionell orientiert sich die Sequencer-Steuerung teilweise an dem Hardware-Sequencer „M185“ von „RYK“ und dem „Zaquencer-Hack“ für den Behringer BCR2000.

Auspacken

Die Testgeräte erreichen mich in angenehm sachlich gestalteten, braunen Kartons, denen jeweils eine Treiber-CD, eine Bedienungsanleitung, ein USB-Kabel, ein Miniklinke-auf-MIDI-Adapterkabel und ein Miniklinke-auf-Miniklinke-Kabel zum Durchschleifen beigelegt sind. Dem SC4 wurde zusätzlich noch eine Schnellstartanleitung spendiert, die im Eilverfahren erklärt, wie die drei Modi (Controller, Ableton Live und Sequencer) zu erreichen sind.

Erster Eindruck

Die nunmehr vierte Inkarnation der beliebten Faderfüchse geht, nachdem die Serien zwei und drei mit einer silbernen Frontplatte ausgestattet waren, wieder zurück zu den in schwarz gehaltenen Anfängen der ersten Baureihe. Geblieben ist das einladende, pultförmige Format mit seiner Arbeitsfläche von ungefähr 17 Zentimetern in der Höhe und 10,5 Zentimetern in der Breite. Ein rückseitig angebrachter Aufkleber gibt Auskunft über die grundsätzlichen Einstellungen des jeweiligen Controllers, die Seriennummer und den Umstand, dass die Befehlsgeber tatsächlich in Deutschland gefertigt werden. Vielleicht ein ganz gutes Beispiel, um mal das Wehklagen von Großunternehmen über die „untragbaren Lohnstückkosten“ in „good old Germany“ ins rechte Maß zu setzen. Die Verarbeitung ist ordentlich und wirkt trotz der kleinen Abmessungen robust und bühnentauglich. Vier kleine Gummiaufkleber stemmen sich dem Wegrutschen entgegen, was ihnen allerdings aufgrund des geringen Gewichts der Signalgeber nur eingeschränkt gelingt, in der Praxis aber auch nicht weiter stört. Alle Potis drehen sich mit angemessenem Widerstand und ohne Spiel in ihren Achsen. Insgesamt machen die Probanden einen guten und soliden Eindruck, was nicht ganz unerheblich dafür sein dürfte, dass die Micromodule schon so lange erfolgreich am Markt bestehen.

Installation

Beide Controller melden sich ordnungsgemäß als universelle Plug-and-Play-Geräte beim Betriebssystem (Win/Mac) an und werden über den USB-Bus mit Strom versorgt. Möchte man den SC4 im speziellen Ableton Live-Modus betreiben, müssen natürlich noch die entsprechenden Script-Dateien in das Ableton-Remote-Script-Verzeichnis des jeweiligen Betriebssystems verschoben werden.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

Pioneer DDJ-SX3 Test

Ring frei zur dritten Runde: Pioneer DDJ-SX3 ist ein Vierdeck-Controller mit Standalone-Mixer, Color-FX, Performance-Pads und mehr. Was hat sich getan?

Pioneer DJ DDJ-400 Test

Pioneer DJ zielt mit dem auf rekordbox DJ zugeschnittenen DJ-Controller DDJ-400 vor allem auf Einsteiger ab. Landen sie einen Volltreffer?

Serato SoundSwitch Test

Serato hat eine Idee, wie DJs ihre Sets mit DMX-Lichteffekten verbinden können. Sie präsentieren mit SoundSwitch eine nahtlose Hardware-Lösung mit der sich Audiofiles und Lichteffekte verknüpfen lassen.

Testmarathon DJ-Controller

DJ-Controller gibt es für jeden Typus DJ, vom mobilen Dienstleister bis hin zum vertrackten Electro-Virtuosen. Damit ihr auch die richtige Nadel im Heuhaufen findet und keine Enttäuschung erlebt, schaut zuvor in unseren Testmarathon und macht euch schlau.

Roland DJ-505 Test

Serato-Decks, Pads, Effekte, TR-Drums und mehr stecken in der Roland DJ-505. In unserem Testbericht verraten wir euch, wie viel Spaß man damit haben kann.

User Kommentare