dreadbox
Test
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22.11.2018

Dreadbox Erebus V3 Test

Analoger semi-modularer Dektop-Synthesizer

Mehr Power für Erebus!

Das Jahr 2018 geht langsam zu Ende und zeigte uns bisher deutlich, was in diesem Jahr Trend war und weiterhin ist: Bezahlbare analoge semi-modulare Synthesizer. So präsentierten gleich vier Hersteller während der diesjährigen NAMM-Show Instrumente mit einem Patch-Feld: Arturia die Minibrutes, Behringer den Neutron, Moog den Drum Synth DFAM oder auch Pittsburgh Modular den MicroVolt 3900. So ist es kein Wunder, dass auch auf der Superbooth 2018 dieser Trend fortgesetzt wurde. Kein anderer als der griechische Hersteller Dreadbox zeigte vor Ort, neben deren extravaganten 'Medusa' Synthesizer, auch die dritte Generation des Erebus, den Erebus V3.

Es hat etwas länger gedauert, aber das Warten hat sich gelohnt. Der Erebus V3 ist jetzt bereit für einen kompletten Test.

Details

Kurzbeschreibung und Lieferumfang

Wie bereits der Erebus 2, ist auch die dritte Generation ein klassischer semi-modularer analoger Synthesizer, der weiterhin in Griechenland handgefertigt wird. Verglichen mit der Vorgängerversion hat sich einiges bei den Funktionen aber auch optisch verändert. Highlights sind: Ein weiterer Oszillator, ein Triple Ringmodulator, Hochpass-Filter, mehr Patch-Punkte, zusätzliche LFO’s, wie auch ein schmaleres Design. Weiterhin gibt es kein Display oder Möglichkeiten Sounds zu speichern und somit bleiben sie dem ursprünglichen Erebus-Konzept treu. 

Ausgeliefert wird der Synthesizer mit einem 15-Volt Netzteil, einem Manual aber leider ohne Patchkabel. Das ist ein bisschen schade, da dies den Einstieg beschleunigen würde, und man somit gleich zu Beginn keine komplexeren Sounds basteln kann. Also Achtung, Kabel mitbestellen wenn man noch keine hat!

Erebus V3 in neuem Design

Der Dreadbox Erebus 2 hatte ein sehr kompaktes und schachtelförmiges Design, das etwas klobig und rauer erscheint. Schön war dies jedoch, weil es sehr robust und solide war. Das Erscheinungsbild hat sich aber mit dem Erebus V3 stark verändert. Der Gott der Finsternis (griechisch für Erebus) legte sein “quadratisch praktisch gutes” Design ab, und sprang kurzer Hand in ein neues elegantes Kleid. Das Resultat ist ein Synthesizer mit einem viel schlankeren, aber breiteren Design (350 x 195 x 170 mm). Die Entschlackungskur hatte jedoch keinen positiven Effekt auf das Gewicht. Wo der Vorgänger noch 1,4 kg wog, bietet der Neue jetzt ein Gesamtgewicht von 2,38 kg. Da konnte wohl Einer dem guten griechischen Essen nicht widerstehen.

Auch strahlt der neue Erebus V3 nicht mehr mit giftgrünen Verzierungen, sondern jetzt in einem grau und türkisenen Gesamtdesign. Eine schöne optische Weiterentwicklung wie sich finde. Optisch fällt er jetzt leider nicht mehr so auf, wirkt jetzt aber wesentlich edler. Verstärkt wird das durch die neuen, etwas dunkleren Holzseitenteile, die bei jedem Gerät etwas anders aussehen, dank griechischer Handarbeit.

Neben den optischen Veränderungen haben die Entwickler auch das Interface des Erebus grafisch neu entwickelt und aufgeräumt. Oben befinden sich die Oszillatoren und der LFO, unten dann das Filter, die Hüllkurve für Filter/Verstärker wie auch der Echo-Effekt. Weiterhin auf der rechten Seite befindet sich die Patch-Matrix , die aber deutlich angewachsen ist. Persönlich gefällt mir das neue Interface besser. Es sieht sauberer, aufgeräumter, breiter und weniger chaotisch aus. Neben all diesen Interface-Änderungen, erhielt der Erebus V3 eine Menge neuer Features, die ihn noch spannender machen als seinen Vorgänger.

Anschlüsse

Die Überschrift verrät es bereits. Auf der viel schmaleren Rückseite des Erebus V3 befinden sich neben dem Netzanschluss (15V), auch ein Mono- wie auch ein Kopfhörerausgang. Leider rauscht der Kopfhörerausgang meiner Meinung nach recht stark, und es bereitet keine besondere Freude damit zu arbeiten. Neben diesem ist ein MIDI-Interface verbaut, das mit MIDI In und Thru ausgestattet, jeweils Noten, Gate On/Off, Pitch & Mod Wheel-Informationen verarbeiten kann. Der MIDI-Kanal lässt sich mittels Dip-Switch ändern. Neben dieser Funktion kann der Schalter aber noch mehr.

Auf diese Weise kann man den Erebus V3 hier einstellen, ob er im Unison oder duofonischer/parafonischer Betriebsart arbeiten soll. Beim Vorgänger konnte man dies noch am Interface selbst einstellen. Meiner Meinung nach eine gute Entscheidung, so hatte man mehr Platz für mehr Funktionen am Interface. Des Weiteren kann man die neue Autotuning-Funktion der Oszillatoren mit dem DIP1 ein- oder ausschalten. Per DIP6 lässt sich auch die Firmware des Erebus V3 mittels Sysex-Datei updaten. Einen USB-Anschluss gibt es bislang am Erebus nicht. Auch nicht on Board sind Velocity, wie auch Aftertouch. Nachdem der Erebus 2 durch Notenhänger bei der Aftertouch-Nutzung aufgefallen ist, kann es gut sein, dass man sich jetzt gegen dieses Feature entschieden hat. 

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