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06.09.2018

Die besten Apps für dein Gesangstraining

Besser singen dank App

Gesangsapps im Test

Mittlerweile ist das Angebot an Apps kaum noch zu überblicken und es gibt so gut wie für jeden Bereich eine ganze Reihe an nützlichen Apps. Natürlich gibt es auch eine Vielzahl an Apps für uns Musiker und auch im Speziellen für Sängerinnen und Sänger.

Eine simple Tuner-App hat vermutlich fast jeder auf dem Smartphone, der ab und an mal ein Instrument stimmt. Aber welche Apps sind die richtigen fürs Gesangstraining? Was kann mit den Apps geübt werden? Und welche Apps sind die richtigen zum Üben? Wir zeigen dir, welche Apps es gibt und welche sich wirklich lohnen.

Der Überblick

Es gibt unsäglich viele Gesangs-Apps, die am Ende auf ähnliche Methoden zurückgreifen. Die meisten Apps enthalten Standard-Übungen mit Läufen/Skalen, die nachgesungen werden und deine Intonation prüfen. Das machen manche Apps besser als andere, einige stürzen gern ab oder sind schlicht nicht so liebevoll und professionell programmiert. Hier findet ihr eine kleine Auswahl von fünf Apps, die ich als extrem gut gemacht empfinde.

Voxercise

  • Free-Version mit Basisübungen erhältlich
  • Einzelne Pakete hinzubuchbar für Warmups, Übergangsübungen, Riffs & Runs, je 5.49 €
  • Komplettpaket kostet 14.99 €
  • Für iPhone & Android erhältlich

Die App Voxercise macht einen aufgeräumten und professionellen Eindruck. Darauf aufmerksam bin ich geworden, weil allerhand Sängerinnen und Sänger auf Instagram diese App nutzen bzw. bewerben. Auch im iTunes Store hat die App sehr gute Bewertungen.

Voxercise selbst bewirbt sich als Warm Up App und die Übungen orientieren sich auch genau daran. Was aber erstmal schade ist: Es gibt keine Möglichkeit, die App abgespeckt zu testen, sondern nur eine mickrige Demo mit drei Übungen und immerhin einem Video über korrektes Atmen und Stütze. Für das Komplettpaket ist die App auch relativ teuer.

Wie gut sind die Voxercise Features?

In der App selbst kann man seine Range einstellen sowie auswählen, ob man die Übungen zu einer Klavier- oder Gesangsbegleitung singen möchte. Der integrierte Tuner zeigt an, ob du genau richtig oder zu hoch bzw. zu tief singst.

Ebenfalls enthalten sind Videos, in denen demonstriert wird, wie die Übungen durchzuführen sind, was definitiv ein Plus ist.

Vom Grad der Professionalität und Bedienbarkeit ist die App zu empfehlen, auch wenn sie im Verhältnis zu anderen nicht so schön gestalteten Apps etwas teuer ist.

Vanido

Die App mit der Erinnerung zum Üben

  • Free-Version erhältlich mit drei Freiübungen pro Tag
  • Premium-Version mit endlos vielen Übungen für 25 € pro Jahr oder 3,99 € monatlich buchbar
  • Derzeit nur für iPhone erhältlich, Android in Planung

Auch Vanido ist eine schön aufgebaute App, die beim erstmaligen Öffnen eure Range ermittelt und danach den ersten Tritt in den Hintern verübt: Man darf eine Zeit einstellen, zu der Vanido euch daran erinnert, zu üben. Vanido regt euch an, täglich drei Übungen durchzuführen. Das klingt nicht besonders viel, aber wer ähnlich wie ich manchmal gar nicht zum strukturierten Üben kommt oder es schlichtweg vergisst, für den ist diese kleine Einheit prima.

Was können die Vanido Features?

Auch Vanido enthält erst einmal Übungen, die vor allem die Intonation trainieren und messen. Etwas schade finde ich, dass man das Tempo der Übungen nicht variieren kann. Dafür steht bei Vanido der Trainings- und "Challenge-Aspekt" im Vordergrund. In der Free-Version wird man nur für weitere Übungen freigeschaltet, wenn man die vorherigen Übungen korrekt gesungen hat.

Ebenfalls ein Pluspunkt: Vanido hat eine Verknüpfung zu Spotify und AppleMusic und ermöglicht es so, die Lieblingssongs mitzusingen und zu üben. So wird das Üben nicht zu monoton.

Allerdings ist auch Vanido eine recht teure App, die vor allem monatlich gezahlt werden muss und deren Content nicht einmal auf's Smartphone heruntergeladen werden kann. Läuft das Abo aus, ist auch der exklusive Content weg.

Sight Singing

Vom Blatt singen leicht gemacht

  • Free-Version erhältlich
  • Premium-Version mit weiteren Einstellmöglichkeiten für einmalig 7,99 €
  • Erhältlich für iPhone und iPad

Diese App mag für einige unter euch relevanter sein als für andere: Sight Singing trainiert mit euch das Singen nach Noten. Obwohl ich selbst fast nie nach Noten singe(n muss), finde ich die App als Übung für das gezielte Singen von Intervallen richtig gut.

Die App gibt es in einer abgespeckten Version gratis und kann dann aufgestockt werden. Einzustellen sind Tonart/Oktave, Tempo, Schwierigkeitsgrad, Taktart und noch ein paar weitere Kleinigkeiten, mit denen man sich eine Übungsroutine zusammenstellen kann.

SwiftScales

Singen üben mit Klavierbegleitung

  • Free-Version inkl. 4 Anfänger-Übungen
  • Werbefreies Pro-Upgrade kostet einmalig 4,49 €
  • Erhältlich für iPhone, iPad und Android Smartphones & Tablets

Die App SwiftScales fiel mir im AppStore aufgrund seiner vielen positiven Bewertungen auf. SwiftScales ist etwas für die Sängerinnen und Sänger unter uns, die gar keine Lust haben, dass ihre Übungen immer getrackt werden und einen Begleiter zum Warmsingen dabei haben möchten. Im Gegensatz zu den anderen vorgestellten Apps misst SwiftScales nämlich nicht den Pitch, also die Tonhöhe eures Gesangs.

Was kann die Swift Scales App?

Etwas nervig ist die viele Werbung, die zwischendurch immer wieder angezeigt wird. Wer wirklich üben möchte, der hat vermutlich weder Lust noch Zeit, sich Werbevideos anzuschauen. Zu umgehen ist die Werbung aber, wer sich für eine "Bezahlversion" entscheidet.

In der Free-Version sind 4 Übungen mit weiteren unterschiedlichen Schwerpunkten enthalten. Es sind also nicht unbedingt "nur" 4 Übungen, sondern eher 10 bis 16. Super, um die App kennenzulernen.

Im Gegensatz zu den anderen Apps ist diese nicht besonders teuer, dafür lässt sich mit dieser App nicht überprüfen, ob ihr richtig singt, was ich je nach Kenntnisstand, etwas unglücklich finde.

Was aber auf der Habenseite steht: Es gibt die Möglichkeit, eigene Skalen-Übungen zu kreieren. Super für diejenigen, die ihre Lieblingsübung auf dem Smartphone immer dabei haben möchten.

Tenuto

Die Musiktheorie App - Noten lesen, Noten erkennen, Gehörbildung

  • Keine Freeversion
  • Kostet einmalig 4,49 €
  • Erhältlich für iPhone und iPad

Mit Tenuto möchte ich euch noch eine App vorstellen, die nicht nur für uns Sängerinnen und Sänger spezialisiert ist, sondern auf jeden Fall auch total sinnvoll ist. Tenuto ist eine umfangreiche und mit 4,49 € eine günstige App, die das Notenlesen und Notenerkennen auf Gitarrentabulator, Klavier sowie die Gehörbildung übt.

In meinem Artikel über Sängerklischees bin ich detaillierter auf einige Fettnäpfchen eingegangen, in die wir Sänger*innen gerne tappen - eine unzureichende Kenntnis von Musiktheorie im Allgemeinen gehört dazu und ich bin davon überzeugt, dass jede Sängerin und jeder Sänger, der/die in einer Band spielen und ernst genommen werden will, sich mit einem Funken Harmonielehre & Co befassen muss. Allein schon, um mit seinen Bandkollegen vernünftig kommunizieren oder einen Song schreiben zu können.

Wer das praktisch üben möchte, für den ist die App genau das Richtige.

Was kann die Tenuto App?

Spielerisch wird man aufgefordert, Tonarten anhand der Vorzeichen zu erkennen, Akkorde richtig zu benennen und Intervalle korrekt zu hören. Letzteres ist für Sängerinnen und Sänger besonders relevant, beispielsweise wenn wir gerne mal Background singen möchten oder auf unseren Studioaufnahmen die Backings selbst singen wollen. Wer dann keine passende Terz ad hoc singen kann, steht ein bisschen doof da.

Mein Fazit:

  • Einen echten Gesangslehrer und das individuelle Gesangstraining kann keine dieser Apps ersetzen. Das sollen sie aber auch nicht.
  • Wer ein bisschen Routine für unterwegs haben möchte oder einen Reminder zum Üben benötigt, für den sind die Apps toll.
  • Insbesondere, weil es viele unterschiedlichen Varianten gibt, findet sich bestimmt für jeden etwas. Dafür lohnt es sich auch etwas Geld auszugeben.
  • Einzig, dass die wirklich schön aufbereiteten Apps dann auch recht teuer sind, macht wenig Spaß.
  • Andererseits: Wer mindestens nebenberuflich Musik macht, kann die Kosten dann auch in der Steuererklärung als Werbekosten von der Steuer absetzen. Auch schön.

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