Bass Hersteller_Darkglass
Test
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22.08.2013

Darkglass Microtubes B3K Test

Bass Overdrive-Pedal

Glasklare Angelegenheit

Darkglass Microtubes B3K im bonedo Test. Der Grundstein von Boutique-Effekt-Schmieden wird nicht selten in Garagen oder Hinterhofwerkstätten gelegt, wo Soundtüftler versuchen, ihre Vision von einem bestimmten Klang in einen kleinen Bodentreter zu impfen. Auch Douglas Castro ist ein solcher Zeitgenosse. Der in Finnland lebende Chilene und Chef von Darkglass Electronics hatte ein genaue Vorstellung davon, wie ein Bass-Overdrive klingen soll, und war unzufrieden mit den Geräten, die es am Markt gab. In der Konsequenz machte er sich daran, seine Vorstellungen umzusetzen und baute in Handarbeit und aus hochwertigsten Komponenten sein eigenes Overdrive-Pedal für Bass, das Microtubes B3K.

Die kleine Basszerre aus Finnland stieß auf großes Interesse bei Tieftönern rund um den Globus, vor allem in den USA, wo Douglas Castro die Produkte seiner Firma Darkglass Electronics mittlerweile, immer noch in aufwändiger Handarbeit, von der Boutique-Effekt-Werkstatt 3Leaf Audio fertigen lässt. Aus der amerikanischen 3Leaf/Darkglass Werkstatt kommen aktuell drei Geräte, die auf die verschiedenen Bedürfnisse und Geschmäcker von Bassisten abgestimmt sind: das üppiger ausgestattete Preamp Pedal "Microtubes B7K" inklusive Vier-Band-EQ und DI-Box-Funktionalität, brandneu in 2013 das "Vintage Microtubes" für charakterstarke Vintage-Sound-Emulationen und schließlich das Overdrive Pedal "Microtubes B3K", mit dem der Aufstieg von Darkglass begann.

In unserem ersten Darkglass Test auf bonedo.de knöpfen wir uns den Debütanten "B3K" , das moderne Overdrive-Pedal der amerikanisch/finnischen Kooperation vor. Overdrive ist für die Basser ein durchaus heikles Thema, viele der angebotenen Pedale verschmieren den Sound zu sehr oder sorgen mit extremen EQ Kurven dafür, dass Definition und Durchsetzungskraft im Mix flöten gehen. Im schlimmsten Fall klingen sie einfach nur harsch und zerren vor allem an einem: den Nerven. Ich bin allerdings zuversichtlich, dass das B3K nicht an diesen Unzulänglichkeiten leidet, denn die beiden Köpfe hinter den Darkglass-Pedalen, Entwickler Douglas Castro und Spencer Doren von 3Leaf Audio, sind zum einen für ihre kompromisslosen, hochqualitativen Audio-Produkte in der Boutique-Szene bekannt und zum anderen erfreulicherweise auch noch Bassisten, die genau wissen, was wir Tieftöner brauchen.

Details

Wenn ich nicht genau gewusst hätte, dass sich in den schwarzen Schachteln, die der UPS-Mann mir in die Hand drückte, Effektgeräte befinden, hätte ich darin wohl eher die neueste Schweizer Armbanduhren-Kollektion vermutet. Das B3K wird nämlich, wie alle anderen Darkglass Produkte auch, in einer schlichten, aber sehr eleganten Pappschachtel mit Magnet-Klappverschluss geliefert, die schon erahnen lässt, dass es sich bei den Pedalen um hochwertige Geräte handelt. Genauso schlicht wie außen geht es dann auch in der Verpackung weiter.

Im schmucken Karton befindet sich nämlich nur das "B3K" und sonst gar nichts. Kein Werbematerial, kein weiteres Plastikverpackungsmaterial, kein Zubehör, nicht mal eine Bedienungsanleitung. Douglas Castro sieht sich als umweltbewussten Menschen und verzichtet deshalb auf alle überflüssigen Materialien für seine Produkte. Das ist auch der Grund dafür, dass die neueste Generation seiner Bodentreter kein Batteriefach mehr hat und nur mit einem 9-Volt-Netzteil betrieben werden kann. Mitgeliefert wird das allerdings nicht, wer kein passendes Netzteil zu Hause hat, muss also nochmal ins Portemonnaie greifen.

Eine Erklärung der Regler und ein PDF mit ein paar empfohlenen Settings gibt es auf der Website von Darkglass Electronics - man kann wohl davon ausgehen, dass jeder Kunde heutzutage die Möglichkeit hat, sich diese Infos herunterzuladen.

Doch zurück zum Gerät. Das "B3K" ist eine für Bodentreter-Verhältnisse sehr kleine und leichte Metall-Box, die aus hochwertigen Materialien besteht und mit viel Sorgfalt zusammengebaut wurde. Das Gerät macht einen absolut stabilen und widerstandsfähigen Eindruck. Der Aufbau ist total simpel, sodass sich alle Funktionen und Regler eigentlich von selbst erklären.

An jeder Seite sitzt eine Klinkenbuchse, rechts der Input für den Bass, links der Ausgang zum Amp. Direkt vor der Input-Klinke parkt die Buchse für das Netzteil. Ich finde diese Position allerdings nicht optimal, da die Buchse auf Höhe des Fußtasters sitzt und man so Gefahr läuft, versehentlich auf den Netzteilstecker zu treten. Und die Dinger sind sowieso meist nicht besonders stabil.

Die finnische Zerre kommt mit nur drei Reglern und zwei kleinen Schaltern aus, alle Parameter sind natürlich auf der schwarzen, anodisierten Oberseite des Pedals zu finden. Mit "Level" wird die Lautstärke des verzerrten Signals kontrolliert, der "Blendregler" erlaubt die Mischung vom sauberen Basssignal mit dem verzerrten Signal und mit "Drive" wird der Gainpegel und damit der Verzerrungsgrad eingestellt.

Für noch mehr Soundvarianten hat Meister Castro dem "B3K" die beiden Schalter "Attack" und "Grunt" spendiert. Wenn der Attackschalter auf Boost steht, wird der Basssound präsenter und klarer, ähnlich den "Ultra-High"-Features bei Röhrenamps, "Grunt" stellt drei Bass-Boost-Levels bereit, die vor der Gain-Stufe greifen und deshalb mit dem Drive-Regler korrespondieren.

Mit einem bei Bodentretern obligatorischen Fußtaster wird das "B3K" schließlich auf Bypass geschaltet - alle Darkglass Produkte verfügen übrigens über einen "Relay True Bypass" und lassen das Bass-Signal wirklich unberührt, wenn der Effekt nicht gebraucht wird.

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