Test
5
09.05.2018

DAP-Audio Core Scratch und Core Club Test

DJ-Mixer

Mischpult für den kleinen Geldbeutel

Der Preis ist heiß: Der Battlemixer Core Scratch kostet 115 Euro und sein großer Bruder Core Club schlägt mit 172 Euro zu Buche. Beide Mischpulte sind von dem Hersteller DAP-Audio und richten sich an DJs, die nicht unbedingt Wert auf den Anschluss von klassischen Schallplattenspielern legen oder neueres Gear mit Line-Ausgängen besitzen. Stattdessen setzen die Mixer auf Bluetooth-Verbindung und Wiedergabe von MP3-Dateien. Im folgenden Artikel testen wir beide Pulte und schauen, wie viel Leistung wir angesichts der niedrigen Preise zu erwarten haben.

Details

Beide Mischpulte werden in einem farbigen Karton geliefert, als Beilage gibt es in beiden Fällen das passende Netzteil und eine englischsprachige Anleitung. Der DAP-Audio Core Scratch ist ein Zweikanal DJ-Mixer, der auf Phono-Eingänge verzichtet. Das gleiche gilt, soviel sei jetzt schon gesagt, für den Core Club. Wer also Plattenspieler besitzt, die auf einen Eingang mit Vorverstärker angewiesen sind, schaut in die Röhre. Vermutlich ist aber auch überhaupt nicht an Vinyl-Fetischisten gedacht worden, als diese Mischer in der Entwicklung waren, sondern vielmehr an User, welche auf digitale Files (vielleicht auch noch CDs) setzen oder sogar nur noch vom Computer spielen und streamen. Schöne neue Welt!

DAP-Audio Core Scratch

Konzentrieren wir uns erst einmal auf den Core Scratch und betrachten die Faceplate dieses Zweikanal-Mixers. Der erste Kanalzug ist mit einem Wahlschalter für ein Line- oder ein MP3-Signal ausgestattet, auf dem zweiten Kanal switcht man zwischen zwei Line-Eingängen, von denen einer alternativ mit Sound von einer Bluetooth-Verbindung gefüttert werden kann. Unterhalb der obligatorischen Gain-Regler befindet sich eine eher karge EQ-Sektion mit Potis für Bass und Höhen, mehr ist nicht im Angebot. Beide Frequenzbereiche lassen sich von -26 dB bis +12 dB einstellen, die Höhen haben ihr Center bei 10 kHz und die Bässe bei 100 Hz. Zwischen den beiden Kanälen finden wir auf gleicher Höhe die Pegelmeter, wie üblich in den Ampelfarben von Grün nach Rot koloriert - bis auf die jeweils ersten LEDs von unten betrachtet, denn die leuchten weiß und zeigen an, dass der Mixer in Betrieb ist. Darunter wiederum, also ein Stückchen über den Kanal-Fadern, ist ein weißer Button platziert, mit dem man zwischen dem Master- und den Cue-Signal hin- und herschaltet, um dieses dann mit den Metern anzuzeigen.  

Die 60 Millimeter langen Fader sind mit Markierungen an den Seiten in zehn Einheiten aufgeteilt und dazwischen mit dem Drehknopf zur Auswahl des Cue-Signals ausgestattet. Dieser funktioniert wie gehabt, ganz nach links hören wir den ersten Kanal, ganz nach rechts gibt es Channel zwei und dazwischen einen unterschiedlich anteiligen Mix aus beiden Eingängen. Ein dreistufiger Wahlschalter legt den Kurvenverlauf des Crossfaders fest, ein weiterer Schalter deaktiviert ihn.

Links neben den Kanalzügen ist ein Mikrofoneingang untergebracht und dieser ist in der von mir  bevorzugten Form einer XLR-/Klinke-Kombibuchse ausgelegt. Nice! Die Lautstärke wird nicht mit einem Fader, sondern einem Drehknopf geregelt, das ist nicht ungewöhnlich. Mit zwei weiteren Potis kann das Mikrofonsignal genau wie die anderen Kanäle mittels eines zweibandigen Equalizers in den hohen und tiefen Frequenzen reguliert werden, die Frequenzen sind hier genauso eingestellt, wie bei den EQs für die Kanalzüge. Mit einigem Abstand darunter, ungefähr in Höhe des Crossfaders befindet sich der Kopfhöreranschluss.

Auf der gegenüberliegenden rechten Seite sind drei weitere Potis für das Regulieren von Lautstärken untergebracht. Der oberste ist für den Master-Ausgang verantwortlich, in der Mitte wird die Booth eingestellt und unten nimmt man sich den Kopfhörer vor. Zu guter Letzt finden wir auf dieser Seite des Mixers einen weiteren weißen Knopf, diesmal allerdings rund und ein bisschen kleiner. Und der ist für das Einschalten der Bluetooth-Verbindung zuständig. Hier kommt bei Aktivierung übrigens eine LED ins Spiel, die sich in Form eines Logos über dem Master-Lautstärke Regler versteckt und anfängt, blau zu leuchten. Nettes Feature und auch sinnvoll, wenn man checken will, ob die kabellose Connection in Betrieb ist.

DAP-Audio Core Club

Der DAP-Audio Core Club wartet mit mehr Features auf, darunter die Anzahl der Kanäle, von denen hier gleich vier zur Verfügung stehen. Auf den ersten beiden Channels dient wieder ein ganz oben positionierter Kippschalter zum Anwählen des Eingangs, in diesem Fall stehen vier Line-Eingänge parat. Die letzten beiden Kanäle bieten ebenfalls Line an, die Alternative ist auf Kanal 3 ein MP3-/Line-Signal, auf Kanal 4 dagegen Bluetooth.

Darunter finden wir die Gain-Regler sowie die EQ-Sektion, welche hier allerdings drei Bänder aufweist, sprich Höhen, Mitten und Bass von oben nach unten betrachtet. Auch hier werden die Bässe bei 100 Hz und Höhen bei 10 kHz geregelt, die Mitten liegen bei 1 kHz. Alle EQs senken bis -26 dB und boosten bis +12 dB. Ungefähr in Höhe der der Hi- und Mid-Equalizer schmücken kurze LED-Pegel linksseitig die einzelnen Kanäle. Weiße, mit abgerundeten Ecken quadratisch geformte Knöpfe zum Vorhören machen hier durchaus Sinn und schließen unterhalb der EQs den oberen Teil der Kanalzüge ab. Ein separates Fader-Board folgt, dies ermöglicht eine unkomplizierte Wartung dieses Bereichs. Hier sind sämtliche Schiebepotis untergebracht, so auch der Crossfader, für den ein paar Einstellungen vorgenommen werden können, der Schalter dafür ist allerdings auf dem rechten Teil des Mixers untergebracht. Sehen wir uns also mal diesen Bereich des Mischers an, diesmal von unten nach oben.

Den Anfang macht ein Switch, mit dem die Kanäle dem Crossfader zugeordnet werden. Dabei sind drei Einstellungen möglich: In der Mittelstellung deaktiviert man den Crossfader, links wird Kanal eins und zwei zugeordnet, in der Stellung rechts werden drei und vier benutzt. Es ist also nicht möglich, zum Beispiel den ersten und den dritten Kanal auf den Crossfader zu legen. Sparsame Entscheidung der Entwickler! Die Kurve des „Überblenders“ reguliert man mit einem weiteren dreistufigen Schalter, der oberhalb davon angebracht ist. Danach kommen zwei Drehknöpfe, welche die Booth- und Master-Level regeln. Es folgt der kleine Knopf für das Aktivieren der Bluetooth-Funktion, gefolgt von den Pegelmetern. Zum Schluss, also quasi on top wartet wieder das Core-Logo mit integrierter LED, die blau leuchtet, sobald der Bluetooth-Knopf gedrückt ist.

 

 

Die linke Seite der Faceplate bietet oben wieder den Mikrofonanschluss als XLR-/Line-Kombibuchse plus Gain-Regelung, Hi- und Lo-Equalizer sind ebenfalls im Angebot. Aber es gibt noch mehr, ein dreistufiger Switch schaltet hier das Signal des Mikros aus, ein und auf Talkover. Damit beschäftigen wir uns im Praxisteil eingehender.

 

Was gibt’s noch zu sehen? Richtig, Potis für den Cue Mix und den Cue Level und zum Abschluss einen Eingang für den Kopfhörer, genau wie bei dem Core Scratch übrigens als große Klinke ausgeführt.

 

Die Rückseiten von Core Club und Core Scratch

Bleiben wir doch noch einen Augenblick bei dem Core Club und schauen uns hier das Backpanel an. Da erblicken wir zunächst den Power-Schalter und den Anschluss für das Netzteil auf der linken Seite und daneben dann jede Menge Aus- und Eingänge im Cinch-Format. Nach draußen gehen die Signale via Cinch-Master und -Booth und dazwischen hat es sogar noch ein Rec-Ausgang geschafft.

 

Für die vier Eingangskanäle stehen acht Stereo-Anschlüsse zur Verfügung, bei Kanal drei und vier kann jeweils noch mit Hilfe von kleinen Schaltern zwischen Line- und Bluetooth beziehungsweise Line- und MP3-Signal (vorgesehen für den Anschluss von mobilen MP3-Spielern über Y-Audiokabel) gewählt werden.

 

Der Core Scratch ist im Vergleich weniger bestückt, schließlich hat er ja auch nur zwei Kanäle. Die Ausgänge sind identisch mit dem Core Club und die Eingänge sind genau so gestaltet wie der dritte und vierte Kanal des gerade genannten. Das bedeutet, auch hier wird nach Bedarf zwischen MP3 oder Bluetooth geschaltet.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

Testmarathon DJ-Mixer

Battlemixer, Clubmixer, Rackmixer, Rotarymixer, Zonenmixer: Ihr möchtet ein DJ-Mischpult kaufen? Wer als Laie oder Profi nicht den Überblick verlieren möchte, schlägt sich durch den Bonedo-Testmarathon.

Testmarathon DJ-Controller

DJ-Controller gibt es für jeden Typus DJ, vom mobilen Dienstleister bis hin zum vertrackten Electro-Virtuosen. Damit ihr auch die richtige Nadel im Heuhaufen findet und keine Enttäuschung erlebt, schaut zuvor in unseren Testmarathon und macht euch schlau.

Pepperdecks DJoclate Test

Pepperdecks DJoclate ist ein Passivmixer mit zwei Fadern und zwei Tasten für 35 Euro. Was kann, soll und will man damit anfangen?

DAP Audio Core Mix-3 Test

DAP Audio Core Mix-3, ein Mischpult mit attraktivem Preis und vielen Anschlussmöglichkeiten, darunter Dual-USB, MP3-Player und Send-Return. Überzeugt es im Test?

User Kommentare