Gitarre Hersteller_D_Angelico
Test
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11.12.2020

D'Angelico Premier Bedford Bob Weir Signature Test

E-Gitarre

Kombinationsweltmeister

Die D'Angelico Premier Bedford Bob Weir Signature basiert auf dem Bedford Serienmodell und ist Bob Weir gewidmet, dem Gründungsmitglied der Band Grateful Dead. Die Gitarre gibt es in den beiden Varianten Deluxe und Premier, wobei es heute die preiswertere Ausführung aus der Premier-Serie in unseren Test geschafft hat.
Der Unterschied besteht vor allem darin, dass man bei der Zutatenliste im Vergleich zur Deluxe-Serie etwas gespart und preiswertere Komponenten verbaut hat, um die Gitarre auch weniger betuchten Kollegen und Einsteigern zugänglich zu machen. Aber auch ohne den direkten Vergleich macht das Instrument neugierig, denn es lässt schon optisch erahnen, dass es in verschiedenerlei Hinsicht aus dem üblichen Rahmen fällt.

Details

Korpus

Die an ein Parallelogramm angelehnte Korpusform ermöglicht sowohl im Sitzen als auch im Stehen ein sehr komfortables Spielen. Der Body besteht aus Linde, einem Holz, das einen mittigen und warmen Klang fördert und sich vor allem für Gitarren mit Humbuckerbestückung anbietet. Warum man sich ausgerechnet beim Grateful-Dead-Gitarristen für dieses weiche und nicht besonders schwingungsfreudige Holz entschieden hat, wundert mich. Schließlich hat der Mann im Laufe seiner Karriere hauptsächlich Gibson-Style-Gitarren und Ibanez Artist-Modelle mit Mahagoni/Ahorn-Bodys gespielt. Bei unserer Kandidatin werden die Saiten von hinten durch ein klassisches Tremolosystem geführt, das so eingestellt ist, dass es auf der Decke aufliegt.

Ein auf der Decke aufliegendes Tremolo arbeitet nicht nur verstimmungsärmer als ein freischwebendes System, es bietet auch ein besseres Sustain. 

Kommen wir zu den Pickups, die mir wirklich sehr gut gefallen. Sie basieren zwar auf dem guten alten P 90, sind aber sogenannte Stacked-Modelle, die mittels Push/Pull-Potis sowohl parallel als auch seriell verschaltet werden können und damit sowohl Singlecoil- wie Humbuckersounds bieten. Der mittlere Tonabnehmer ist ein reinrassiger Singlecoil. Angewählt werden die Pickups mittels Fünfwegschalter. Die Gitarre ist mit drei Reglern ausgestattet. Neben einem Mastervolume- und einem Mastertone-Regler gibts noch eine Tonabnehmerblende, mit der sich Hals und Bridgepickup stufenlos mischen lassen. In den Zwischenpositionen kann man sogar alle drei Pickups mischen. Hier war ich beim Einspielen der Audios immer wieder unsicher, ob man den Regler nun auf- oder zudrehen muss, um die Pickups einzeln zu spielen. Hier wäre ein einfacher Schalter sicherlich praxisorientierter.

Hals

Der Hals ist dreiteilig konstruiert und besteht aus einer Ahorn-Walnuss-Ahorn-Kombination, während das Griffbrett aus Ovangkol gefertigt ist. Die Bespielbarkeit ist dank der angenehmen C-Form und des 14" Griffbrettradius unglaublich gut. Der Vorteil eines flachen Griffbrettradius ist die Tatsache, dass man die Saiten sehr tief legen kann, ohne dass die Töne beim Saitenziehen absterben. Das ist auch der Grund, warum Flitzefingergitarren oft mit ähnlich flachen Halsradien ausgestattet sind. Das angenehme Spielgefühl wird von den 22 Medium-Jumbo-Bünden zusätzlich unterstrichen, denn sie sind allesamt perfekt abgerichtet und poliert.
Kommen wir zur stylischen Kopfplatte mit dem altbekannten Design der Traditionsfirma. Über einen Kunststoffsattel werden die Saiten zu den Rotomatic Stairstep-Mechaniken befördert. Leider handelt es sich hier nicht um Klemmmechaniken, aber solange das Tremolo nicht freischwebend eingestellt wird und man keine Divebomb-Kapriolen veranstaltet, bleibt die Gitarre gut in Tune. Auf dem Skyscraper Trussrod Cover befindet sich die eingravierte Unterschrift von Bob Weir, dem Namensgeber der Gitarre.

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