BassLab-Gründer Heiko Höpfinger verstorben – die Basswelt verliert einen Visionär

Die Basswelt trauert um einen ihrer kreativsten Köpfe: Heiko Höpfinger, Gründer der deutschen Edelmanufaktur BassLab, ist verstorben. Mit ihm verliert die internationale Bassszene nicht nur einen außergewöhnlichen Instrumentenbauer, sondern einen echten Visionär, der über Jahrzehnte konsequent eigene Wege ging und die Grenzen des traditionellen Bassbaus neu definierte. Die Nachricht vom Tod Heiko Höpfingers wurde auf der Website von BassLab veröffentlicht. Dort verabschiedet sich das Unternehmen von Höpfinger als leidenschaftlichem Gitarren- und Bassbauer, dessen Begeisterung für alles, was schwingt, klingt und Charakter besitzt, sein gesamtes Leben prägte.

Heiko Höpfinger Basslab
BassLab-Chef Heiko Höpfinger wurde nur 58 Jahre alt. (Bild: BassLab)

Inwieweit erfand Heiko Höpfinger den Bassbau neu?

Während viele Instrumentenbauer ihre Wurzeln im klassischen Holzhandwerk stammen, führte Höpfingers Weg über die Wissenschaft zum Instrumentenbau. Nach einem Physikstudium und einer Promotion im Bereich Energiespeichertechnik begann er Anfang der 1990er-Jahre damit, grundlegende Fragen zum Aufbau elektrischer Saiteninstrumente neu zu stellen. Statt bewährte Konstruktionsprinzipien zu übernehmen, analysierte er den Bass zunächst aus physikalischer Sicht und entwickelte daraus ein ureigenes Konzept für Klang, Resonanzverhalten und Konstruktion.

Das Ergebnis war BassLab – eine Marke, die sich bewusst vom Mainstream abgrenzte und Instrumente schuf, die auf den ersten Blick ebenso futuristisch wirkten wie auf den zweiten innovativ waren.

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Mit welchem Werkstoff arbeitete Heiko Höpfinger bei BassLab?

Höpfingers vielleicht größter Beitrag zum modernen Instrumentenbau war die Entwicklung seines sogenannten „Mixed Composite“-Werkstoffs. Während der überwiegende Teil der Basshersteller bis heute auf traditionelle Hölzer setzt, experimentierte der Visionär in Kaufungen bei Kassel mit faserverstärkten Verbundwerkstoffen. Daraus entstanden extrem leichte einteilige Konstruktionen mit hohlen Resonanzkörpern, die weder optisch noch klanglich mit herkömmlichen Instrumenten vergleichbar waren: Die kompletten Instrumente bestanden tatsächlich aus einem einzigen gegossenen Hohlkörper. Kein Hals wurde angeschraubt, kein Griffbrett aufgeleimt – alles war aus einem Guss!

Bemerkenswert dabei ist, dass die Instrumente trotz ihrer ungewöhnlichen Bauweise nie steril oder technisch wirkten. Im Gegenteil: Testberichte lobten den warmen und organischen Klangcharakter der BassLab-Bässe und widerlegten damit das Vorurteil, moderne Verbundwerkstoffe müssten zwangsläufig kalt oder leblos klingen. Ich erinnere mich noch gut an einen BassLab-Test, den ich im Jahr 2002 schreiben durfte. Das Instrument – ein Soul-Bass – klang zwar etwas moderner als die entsprechende Klassiker-Vorlage, aber definitiv nicht lebloser!

In Fachmagazinen wurde Höpfinger daher immer wieder als Avantgardist des Bassbaus beschrieben. Seine Instrumente fanden ihren Weg zu Musikerinnen und Musikern rund um den Globus – von Jazz über Progressive Rock bis hin zu Metal und elektronischer Musik. Trotz vergleichsweise kleiner Stückzahlen erarbeitete sich BassLab eine treue internationale Fangemeinde, die gerade die Eigenständigkeit der Instrumente schätzte.

Dabei ging es Höpfinger nie um spektakuläres Design um seiner selbst willen. Hinter den ungewöhnlichen Formen stand stets ein funktionaler Ansatz. Ergonomie, Resonanzverhalten, Gewicht und Spielkomfort sollten durch neue Materialien und neue Denkweisen verbessert werden. Diese Verbindung aus wissenschaftlicher Präzision und musikalischer Leidenschaft machte seine Instrumente einzigartig.

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Wie trat Heiko Höpfinger über BassLab hinaus in Erscheinung?

Neben seiner Arbeit als Entwickler und Hersteller engagierte sich Höpfinger auch als Autor und Fachmann für die technischen Hintergründe des Bassbaus. In zahlreichen Fachartikeln beschäftigte er sich mit der Physik von Instrumenten, Verstärkern und Lautsprechersystemen und trug dazu bei, komplexe technische Zusammenhänge für Jedermann verständlich zu machen.

Heiko Höpfinger und sein bleibendes Vermächtnis

Die Basswelt verliert mit Heiko Höpfinger eine Persönlichkeit, die nie akzeptierte, dass etwas nur deshalb richtig sein muss, „weil es schon immer so gemacht wurde“. Seine Instrumente beweisen, dass Innovation und guter Sound beileibe keine Gegensätze sind. Heikos Einfluss wird in den Instrumenten, die er geschaffen hat, weiterleben.

Aber vergessen wir bei allem Fokus auf sein Werk nicht, was für ein wunderbarer Mensch Heiko Höpfinger war. Die Besuche am BassLab-Messestand während der seligen Frankfurter Musikmesse waren mir immer eine ganz besondere Freude, ebenso wie unsere gelegentlichen Mails zu damaliger Zeit. Schade, dass unser Kontakt während der letzten Jahre umständehalber etwas eingeschlafen war.

Ruhe in Frieden, lieber Heiko – mein und unser Mitgefühl gilt deiner Familie, deinen Freunden und allen Menschen, die mit dir gearbeitet haben!

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