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14.06.2016

Crashkurs "Trap Music" - How to make a Trap Beat 1/3

Trap Music für DJs: Beat Production Tutorial

Von der Idee zur Street Credibility!

Bevor wir mit dem melodischen Part unseres Beats loslegen, bauen wir uns zunächst die Rhythmusgruppe. Dazu schauen wir uns an, welche typischen Drumelemente wir benötigen und wie wir die Funktionen der DAW zu unserem Vorteil nutzen können, um den Beat zu programmieren. Drumprogrammierung mit Audioregionen und gepitchte Snare-Rolls mit MIDI stehen hierbei im Fokus. Doch für den stilechten Drumsound kümmern wir uns zunächst um die richtigen Samples. Los geht’s!

Details

Der richtige Drum-Sound

Die Drum-Maschine TR-808“ von Roland hat maßgeblich zur Entwicklung des Trap beigetragen und auch heute sind ihre Drumsounds ein Muss für diesen Style. Diese analoge Drummaschine bereichert seit den 80er-Jahren unzählige Musikstile und erlebte 2015 als Aira TR-8 ein Remake.

Es muss aber nicht immer das Original sein. Man kann auch auf virtuelle Reproduktionen zurückgreifen, etwa das Plug-in Nepheton der D16 Group. Es emuliert das analoge Vorbild, sodass sich ein ähnlicher Workflow ergibt. Man kann das Plug-in zudem mehrfach in die DAW laden.

Kostenlose 808-Samples

Bevor es losgeht, stellen wir das passende Tempo ein. Der typische Trap bewegt sich bei 70 bis 90 BPM (Beats per Minute). Düstere Stile gehen sogar runter bis auf 60 BPM, wodurch schnell gespielte Hi-Hats und Snare-Rolls noch besser zur Geltung kommen.

Manche Produzenten arbeiten in Doubletime, also zwischen 140 und 180 BPM. Das kommt daher, dass die alten Drum-Computer nur Sechzehntel-Noten spielen konnten. Um 32tel zu ermöglichen, hat man einfach die Schlagzahl verdoppelt. Das ist in aktuellen DAWs allerdings nicht mehr notwendig. Stellt eure DAW am Anfang auf 70 BPM und variiert dann nach Bedarf.

Tipp: Wer einen Referenzsong als Vorbild nehmen möchte, kann dessen Tempo einfach mit der DAW-Funktion „Tap Tempo“ vorgeben.

Drums programmieren

Die Samples können im Sequenzer als Audioregionen genutzt werden, oder man importiert sie in den Sampler, um sie per MIDI anzusteuern. Da man spätestens beim Abmischen des Songs alle Spuren als Audio nutzen möchte, arbeiten viele Produzenten gleich von Beginn an mit den Audioschnipseln. Dazu importieren wir die Samples in unser Projekt. Falls eure DAW kein Drag & Drop ermöglicht, findet ihr die passende Funktion für gewöhnlich unter Datei → Importieren. Jeder Instrumententyp (Open Hi-Hat, Closed Hi-Hat, Snare etc.) gehört auf eine eigene Spur, die entsprechend benannt werden sollte, um den Überblick zu behalten.

Falls noch nicht geschehen, werden die Samples auf die passenden Spuren gezogen. Zum Duplizieren der Clips haltet ihr die „Alt‟-Taste auf der Tastatur gedrückt und zieht die Kopie mit der Maus an die gewünschte Stelle. 

Kick- und Snaredrum legen den Grundstein für den Beat. Setzt zu Beginn die Snare auf jeden zweiten und vierten Schlag eines Taktes. Die Kickdrum kommt auf den ersten Schlag und zusätzlich zwischen eine der beiden Snare-Samples.Typisch für Trap ist, dass die Snare nicht alleine steht, sondern mit weiteren Samples gelayert wird. Setzt dazu etwa Claps und Claves auf jeden Schlag, an dem auch die Snare erklingt. Die Hi-Hat wird zunächst in 16teln gesetzt. Der Grundrhythmus klingt etwa so:

Für Abwechslung sorgen beispielsweise eine kurzfristig in 32teln gespielte Hi-Hat oder Kickdrum. Mit solchen Fill-ins bekommt ihr den typisch abgehackten Stil der Trap-Beats hin. Wenn ihr euch für ein eher langsameres Tempo entschieden habt, können auch 64tel den Beat richtig rollen lassen. Achtet nur darauf, besonders die 64tel nicht durchgängig laufen zu lassen. Das wird schnell nervig – und langweilig.

Variation muss sein

Um den Beat zu variieren und Akzente zu setzen, könnt ihr Spuren duplizieren und mit Effekten bearbeiten. Doppelt beispielsweise die Clap-Spur und verseht die Kopie mit einem langen Hall, am besten per Send-Effekt. Regelt die geklonte Spur nun etwas leiser und setzt auf jeden vierten Schlag, an dem die eigentliche Clap kommt, nun auch noch das Clap-Sample mit dem Hall. 

In Trap-Beats sind oft „saugende‟ Drumsounds zu hören. Diesen Effekt erzielt ihr durch rückwärts abgespielte Samples. Legt dazu eine neue Spur beispielsweise mit einem weiteren Snare-Sample an. Dreht nun die Abspielrichtung des Samples um, die meisten DAWs bieten in ihren Audio-Editoren dazu die Funktion „Reverse“. Jetzt muss das Reverse-Sample nur noch passend platziert werden, und zwar am besten so, dass das Reverse-Sample an der Stelle endet, an der das Original-Sample beginnt. So klingt es, als ob die Snare angesaugt würde. Nutzt hierzu ein sehr feines Raster oder deaktiviert es sogar, um präziser zu arbeiten.

Snare-Rolls mit MIDI

Doch auch Sampler und die damit zur Verfügung stehenden MIDI-Funktionen können wir zu unserem Vorteil nutzen. Trap-Beats leben von Snare-Rolls, die in unterschiedlichen Tonhöhen gespielt werden. Damit das gelingt, ziehen wir uns das Snare-Sample per Drag & Drop in den Sampler unserer DAW. 

Öffnet man nun die Pianorolle, liegt das Sample in der Original-Tonhöhe für gewöhnlich auf der Note C3. Natürlich kann das Sample auch auf verschiedenen Tonhöhen gespielt werden. So lassen sich Fill-ins in verschiedenen Variationen erstellen. Experimentiert mit verschiedenen Raster-Werten und Tonhöhen! Ein weiterer Vorteil der MIDI-Programmierung ist, dass wir per Velocity die Anschlagstärke bzw. Lautstärke des Samples regulieren können. So hauchen wir den Snare-Rolls noch mehr Leben ein!

Die Drum-Gruppe steht! Jetzt fehlt unserem Beat noch ein drückender Subbass und der melodische Part. Welche melodischen Elemente ein Trap-Beat benötigt und wie ihr einen satten Bass schrauben könnt, erfahrt ihr im nächsten Teil des Workshops.

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