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Test
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11.08.2016

Collect3 Beatwave Test

Freeware-App für iOS

16 x 16 = Groove

Collect3 Beatwave – die iOS-Musik-App ist spannend: Neben einigen Pro-Apps, die mittlerweile im App-Store zu finden sind, entwickeln so manche Hersteller doch hin und wieder einmal Musik-Apps, die sich durch einfach gehaltene Bedienkonzepte für Einsteiger eignen. So auch geschehen bei Beatwave von Collect3.

Mit einem kinderleicht zu bedienenden Sequenzer werden harmonische Melodien und auch  Rhythmen ganz ohne musikalisches Vorwissen gezaubert. Mit einem stylishen Interface bringt die App auch ganz sicher einen hohen Fun-Faktor mit sich. Lest im Test unsere Erfahrung mit Collect3 Beatwave.

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Details

Installation

Wie in iOS üblich, wird auch Beatwave ganz einfach im App-Store heruntergeladen. Startet einfach den App-Store auf eurem iPhone oder iPad und ladet die App nach der Eingabe des Namens „Beatwave“ herunter. Mit nur 85 MB ist der 16x16-Matrix-Sequenzer ein Leichtgewicht unter den iOS-Sequenzern und findet daher sicher noch auf so ziemlich jedem iPad seinen Platz. Die Beatwave ist kompatibel mit iPhone, iPod Touch oder iPad ab dem Betriebssystem iOS 7 oder neuer. Da es sich hierbei um eine Universal-App handelt, gibt es Beatwave als iPhone- und iPad-Version zugleich.

Aufbau

Statt der Live-Aufnahme von eingespielten Beats und Melodien bietet die Beatwave strikt und einfach eine 16x16-Matrix namens „Grid“. Es lässt sich erahnen, dass das Hardware-Gerät Tenori-On von Yamaha, welches wir ebenfalls im Test hatten, Collect3 bei der Entwicklung der App als Vorbild diente. Betrachtet man das Grid als ein X-Y-Koordinatensystem, befinden sich sowohl die Drum-Sounds als auch die Tonhöhen der Instrument-Sounds auf der X-Achse übereinander liegend, wohingegen die zeitlichen Schritte in den 16 Steps auf der Y-Achse gesetzt werden. Um also die Noten oder Drum-Sounds zu setzen, werden sie ganz einfach in den 16 horizontalen Steps „eingetippt“ – das bedeutet Beatproduktion in Sekunden.

Rechts neben dem Grid befinden sich alle wichtigen Optionen, um aus einem erstellten Pattern einen Song zu entwickeln. Schauen wir uns diese Features doch einmal genauer an.

Instrumente

Insgesamt vier Klangerzeuger stehen in Beatwave zum Erstellen der Kreationen bereit, wobei die App in der Grundausstattung schon 20 auswählbare Presets mitbringt. Weitere Presets, Expansion-Packs und auch ein Ringtone-Maker können per In-App-Kauf hinzuerworben werden. Die Pro-Version von Beatwave mit allen Features lässt sich für 9,99 € freischalten. 

Ein Wechseln des Presets wird durch einen „Swipe“ ermöglicht. Mit einem „Tap“ auf einen Klangerzeuger öffnet sich ein Kontextmenü, in dem weitere Einstellungen für den jeweiligen Klangerzeuger vorgenommen werden. Mit Preset-spezifischen Parametern lassen sich die Sounds hier leicht „tweaken“. Interessant ist hierbei der sogenannte „Morpher“, der das Pattern nach jedem Durchlauf automatisch leicht abändert und dadurch von alleine Abwechslung in die Patterns bringt. Sogar eine automatische Erstellung der Rhythmen wird durch den sogenannten „Generator“ ermöglicht, so kann die Drum-Programmierung der App überlassen werden.

Patterns

Um die Patterns zu arrangieren, genügt ein „Tip“ auf das kleine Plus-Symbol. Das erste Pattern wird dann in ein weiteres Pattern dupliziert und kann von hier aus im Grid verändert werden. Mit dem kleinen „X“ wird das aktuelle Pattern wieder gelöscht. 

Groups

Die Pattern-Abfolge aller vier Instrumente wird zum einfachen Erstellen eines Songs in sogenannten „Groups“ realisiert. Eine Group beinhaltet also alle vier Instrumente und deren aktuell laufende Patterns. Schön ist, dass die Groups die Patterns aller vier Instrumente gleichzeitig darstellen, wodurch ein leichtes Arrangieren ermöglicht wird, da man alles im Blick hat.

Master und Mixer

Mit einem Tip auf das kleine Mixer-Symbol gelangt man zum Master- und Mixer-Menü. Im Master-Menü können Tonart, Tempo, Shuffle, Reverb Time und Volume eingestellt werden. Während des Abspielens des Songs kann man somit on-the-fly Tonart, Skalen und die Oktaven wechseln. Auch an Master-Volume und die globale Reverb-Time wurde gedacht.

Neben Lautstärke und Mute der vier Instrumente befinden sich im Mixer ebenfalls die Parameter der Presets. Pro Instrument stehen hierbei vier Parameter zur Verfügung, wodurch das einfache Bedienkonzept weiterhin gegeben ist. Gerade Anfängern gibt man somit die Chance, die Sounds noch etwas zu bearbeiten, ohne eine komplizierte Angelegenheit daraus zu machen. So bleibt die App zudem auch übersichtlich, was ich besonders auf dem iPhone als angenehm empfinde.  

Export

Der Song kann mit dem integrierten Recorder aufgezeichnet und danach per Facebook, Twitter und Soundcloud geteilt werden, wobei hierbei natürlich ein Account des jeweiligen sozialen Netzwerks erforderlich ist. Die eigene Kreation kann allerdings auch als iMessage oder E-Mail versendet werden.

Klang

Für eine kostenlose App bringt Beatwave schon einiges mit, um mit der 16x16-Matrix elektronische Musik zu programmieren. Durch das einfache Bedienkonzept sind die Patterns schnell programmiert und ebenfalls schnell zu kleinen Songs arrangiert. Hören wir mal rein, was mit wenig Aufwand dabei so herauskommen kann.

Klanglich kommt mit Beatwave teilweise ein bisschen Retro-Feeling auf, was sowohl die Synthis also auch die Drum-Sounds betrifft. Unter den 20 Presets sind aber auch einige moderne Sounds mit an Bord. Wem diese Sounds nicht ausreichen, der kann sich im Beatwave-Store per In-App-Kauf weitere Klänge hinzuerwerben. Die Grooves, die man mit Beatwave zaubert, klingen aufgrund nicht vorhandener Editierungs-Möglichkeiten, etwa der Velocity, zwar alle etwas statisch, in dem Fall passt es jedoch einfach zum Gesamtkonzept. Es ist es schon erstaunlich, mit welch einfach strukturierten, kostenlosen Apps man heute im Handumdrehen harmonisch programmierte Tracks machen kann, deren Sounds sich durchaus hören lassen können.

Fazit

Collect3 Beatwave eignet sich durch seine einfache Bedienung hervorragend für Einsteiger, die ihre ersten eigenen Beats produzieren möchten. Die Massen an nicht immer günstigen DAWs und iOS-Sequenzern können so manchem Neuling den Einstieg in die Beatproduktion erschweren. Da kommen kostenlose Alternativen wie Beatwave genau richtig. Das Bedienkonzept der App ist ebenso stylish wie auch kinderleicht in der Handhabung und lässt den Anwender so schnell nicht mehr los! Denn auch wenn aufwendig produzierte Chart-Hits mit Beatwave wohl eher nicht produziert werden können, bietet die App eines ganz sicher: einen garantierten Spaß-Faktor mit hohem Suchtpotenzial!

  • Pro
  • leichter Einstieg in die Beatproduktion
  • kein musikalisches Vorwissen erforderlich
  • kinderleichte Programmierung von Melodie und Rhythmus
  • Aufnahme und Export der Songs via Social-Media, E-Mail und iMessage
  • Contra
  • kein Contra
  • Features
  • 16x16-Matrix-Sequenzer
  • 20 Instrumente der Standard-Library
  • 200 zusätzliche Sounds per In-App-Download
  • 4 Instrumente pro Song
  • 12 Audio-Effekte
  • Arrangieren mit Groups
  • harmonische und rhythmische Programmierung on-point durch Grid
  • integrierter Recorder ermöglicht Aufnahme der Performance
  • Teilen der eigenen Kreationen per Twitter, Facebook, Soundcloud und E-Mail
  • erfordert iOS 8
  • Ringtone Maker der eigenen Beatwave-Songs per In-App-Kauf
  • unterstützt Audiobus 2
  • Universal-App (iPhone und iPad)
  • Preis
  • kostenlos

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