Test
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28.09.2018

Praxis

Der Moving Head ist schnell aufgebaut. An den Strom angeschlossen fährt er sogleich hoch. Nach einem kurzen Motoren-Reset ist er in der zuletzt genutzten Betriebsart startklar. Der Lüfter arbeitet leise.    

Die Betriebsarten

Betrieben werden kann der Beam im Standalone-Modus, als Master und Slave oder DMX-gesteuert. Beim DMX-Betrieb kann man zwischen dem 3-, 6-, 9-, 12- und 14-Kanal-Modus wählen. Ich entscheide mich für Letzteren und schließe ein Lichtpult an den DMX-Eingang an.

Die Menüführung

Im nächsten Schritt wähle ich die Startadresse und den 14-Kanal-Modus aus. Die Menüstruktur ist übersichtlich. Nach Betätigen der Menütaste wähle ich mit Up und Down aus den Unterpunkten DMX-Adresse, DMX-Mode, Auto-Mode, Slave-Mode oder Advanced Settings den ersten, bestätige mit Enter, gebe die Startadresse ein und bestätige diese mit Enter. Praktisch bei der Fehlersuche ist, dass die DMX-Adresse blinkt, sobald kein DMX-Signal anliegt. Mit der Menütaste oder nach einer Minute ohne Eingabe gelangt man stets ins Hauptmenü zurück.

Für alle, die den Hydrabeam als Standalone-Gerät nutzen möchten, bietet das Menü zwei Möglichkeiten: Sieben Auto-Programme mit vorprogrammierten Farb- und Bewegungswechseln können entweder in einer voreingestellten Geschwindigkeit oder passend zur Musik im Raum laufen. Die Geschwindigkeit der Auto-Modes ist dabei im Untermenü „Show Speed“ in feinen Abstufungen von 1-99 justierbar. Entscheidet man sich für den „Sound Mode“, arbeitet der Hydrabeam auf den Beat des eingebauten Mikrofons. Dessen Empfindlichkeit regelt man im Unterpunkt „Sound Sensitivity“. Setzt man mehrere Hydrabeams ein, können sie im Master-Slave-Betrieb verwendet werden. Dazu aktiviert man in den nachfolgenden Geräten den Unterpunkt „Slave Mode“ und wählt am Master-Gerät, in welcher Betriebsart alle tätig werden sollen.

In den erweiterten Einstellungen schließlich kann man die Motoren zurücksetzen, Pan- und Tilt Invert aktivieren und entscheiden, ob das Display gedreht oder seine Beleuchtung nach einer Minute ausgeschaltet werden soll. Nützlich für die Praxis ist, dass man das Verhalten bei einem DMX-Fail wählen kann. Es kann dann wahlweise der Auto-Modus übernehmen, ein Blackout erfolgen oder mit Hold der letzte erhaltene Befehl beibehalten werden. Ich empfehle die Hold-Funktion, um weder mit unpassender Geschwindigkeit noch komplett im Dunkeln dazustehen.

Pan, Tilt und Farben

Eine Pan-Bewegung ist bis max. 540° möglich, Tilt bis 270°. Im 14 Kanal-Modus stehen die Kanäle 1 bis 4 zur Kontrolle der Pan- und Tilt-Bewegungen mit jeweiligem Feintuning bereit. Kanal 5 regelt die Bewegungsgeschwindigkeit des Heads. Tatsächlich arbeitet er schnell. Auf Kanal 6 liegt der Dimmer. Mit Kanal 7 stellt man die Geschwindigkeit des Stroboskops ein. Auf Kanal 8 liegen Farbmakros. Auto- und Sound-Modes befinden sich auf Kanal 9, wobei die Sound-Empfindlichkeit und die Geschwindigkeit der Chaser mit dem nächsten Kanal eingestellt werden. Schließlich findet man auf den Kanälen 11 bis 14 die Dimmer für die Einzelfarben Rot, Grün, Blau und Weiß.

Ich bringe nun die Farben ins Spiel und stelle fest, dass die vier Lichtkegel keineswegs übereinander, sondern im Quadrat nebeneinander liegen, vergleichbar mit den Augen einer gewürfelten Vier. Selbst wenn der Scheinwerfer nur 2,5 Meter von der zu beleuchtenden Fläche entfernt ist, erhält man vier getrennte Farbkreise. Bei einem Moving Head dürfte aber der Abstand zu den anzustrahlenden Objekten deutlich größer sein. Die LED ist zwar leuchtkräftig und macht einen engen Beam. Die Farben lassen sich aber, da sie nicht übereinander liegen, nicht mischen. Ein Farbrad hätte hier geholfen. Alternativ hätte man mit Gobos trotz auseinanderfallender Lichtkegel der Quad-LED zusammenhängende Bilder schaffen können. Beides ist nicht vorhanden. So bleibt dem Anwender, sich auf die schnellen Bewegungen der Einzelfarben zu konzentrieren, um ansprechende Effekte zu erzielen. Fein farblich nuancierte Bühneneinsätze sind somit nicht das Anwendungsgebiet dieses Moving Heads. Aber für Party- und Disco-Effekte in den Grundfarben ist er geeignet. Die Helligkeit überzeugt, auch wenn die Distanz zwischen Head und beleuchteter Fläche sieben Meter beträgt. 

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