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Test
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07.02.2020

Caelum Audio Tape Cassette Test


Freeware-Tape-Emulation für Win und Mac


So schön kann Bandsalat sein

Spricht man im Zusammenhang mit Audioproduktionen von Tape, meint man damit in der Regel Bandmaschinen mit ihrer spezifischen Klangcharakteristik, auf denen vor der digitalen Revolution in den Tonstudios noch der Sound aufgenommen wurde. 

Im Alltag nutze man vor der CD allerdings auch Tapes, auf Deutsch auch Kassetten genannt. Diese waren wesentlich kleiner als im Tonstudio, funktionierten aber nach dem gleichen Prinzip. Und immer öfter gibt es inzwischen auch Software-Emulationen, die das Klangverhalten dieser kleinen Tapes nachahmen. Tape Cassette von Caelum Audio ist eine davon.

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Details

Allgemeines

Tape Cassette gibt es für Mac-User ab OS X 10.11 im AU- und VST3-Format und für iOS sowohl als Stand-alone-Version als auch im AUv3-Format. PC-Nutzer können ab Windows 7 von Tape Cassette profitieren, allerdings nur im VST3-Format. Auch Linux wird unterstützt.  

Das Plugin kann direkt auf der Seite des Herstellers heruntergeladen werden bzw. wird man für den Download von dort aus zum File-Hoster MediaFire weitergeleitet. Im Falle von Windows nimmt der Installer 5,81 MB ein und muss einfach nur noch im entsprechenden Ordner abgelegt werden (C:\Program Files\Common Files\vst3). 

GUI und Konzept

Am oberen Rand des GUIs von Tape Cassette befindet sich die Preset-Sektion. 14 Presets sind bereits vorhanden und eigene lassen sich ebenfalls abspeichern. In der Mitte sehen wir eine riesige Kassette, deren Räder oder Spulen sich tatsächlich mitdrehen, sobald das Plugin auf eine Spur geladen wird. Funktionen sind dort aber keine implementiert worden.

Am unteren Rand befinden sich die fünf Controls für Saturation, Low Pass, Noise, Wow und Flutter. Das sind die klassischen Effekte, die die Verwendung von Tapes auf Signale hat, auch wenn bei verschiedenen Bandmaschinen die Tiefen eher verstärkt als abgeschnitten wurden. Saturation ist die Bandsättigung, quasi eine Form der Verzerrung. Hinter Noise verbirgt sich das Rauschen, das für solche Tonbänder typisch ist. Und Wow und Flutter empfinden die Effekte nach, die früher aufgrund von sich ungleichmäßig drehenden Spulen auftraten.  

Sound

Nun wieder zum Wichtigsten, dem Sound.

Beispiel 1 ist eine Aufnahme eines akustischen Drum-Kits. Klingt nicht schlecht, aber ein bisschen normal. Tape Cassette macht daraus eine Lo-Fi-Aufnahme, nach der sich Tchad Blake die Finger lecken würde. Die Saturation kommt gut durch und an den Crash-Becken hört man den Wow-and-Flutter-Effekt, den ich für das Lo-Fi-Feeling ebenfalls sachte beigemischt habe, ganz leicht – einfach top.

Beispiel 2 ist eine funky Bassline, aber auch hier fehlt etwas. Tape Cassette löst das Problem und der Bass fängt förmlich an zu singen. Auch hier zerrt die Saturation angenehm. Der Low-Pass-Regler steht bei 16 kHz, dadurch entsteht ein interessanter perkussiver Effekt, der die Transienten angenehm betont. Ein bisschen Noise und Wow runden das Ganze zu einem Lo-Fi-Erlebnis par excellence ab.

Fazit

Tape Cassette von Caelum Audio ist ein super Tool, wenn es darum geht, einem Signal das gewisse Etwas zu verleihen. Die gut klingende Sättigung eignet sich für so gut wie jedes Element in einem Song. Drums und Gitarren leben mit Tape Cassette geradezu auf. Und wenn es etwas mehr Sounddesign oder verrückte Effekte sein dürfen, können einfach die Wow- und Flutter-Regler aufgedreht werden und schon ist das Original kaum noch wiederzuerkennen. Das perfekte Tool also für das analoge Feeling und viele weitere interessante Effekte.

Weitere Informationen findet ihr hier!

  • Pro
  • analoger Touch für so gut wie jedes Signal
  • für sanfte Saturation genauso einsetzbar wie fürs Sounddesign
  • sehr geringe CPU-Auslastung
  • gut klingende Bandsättigung
  • Contra
  • kein Contra
  • Features
  • Tape-Emulation
  • insgesamt fünf Parameter – Saturation, Low Pass, Noise, Wow und Flutter
  • eigene Presets können abgespeichert werden
  • verschiedene Formate für MacOS, Windows und Linux
  • Preis
  • kostenlos

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