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03.02.2021

Blast-Radio: Streaming Hardware und Plattform für den Live Gig oder das DJ-Set

Neue Social-Streaming-Community mit eigener Übertragungshardware für DJs, Musiker und Podcasts

Der virtuelle Straßenmusiker in der globalen Fussgängerzone

DJ-Stream-Sets sind das Ding seit dem Lockdown im März 2020. Aber je länger er dauert, umso uninteressanter werden für viele die immer gleichen Videos. Die neue Audio-Community Blast-Radio glaubt, dass wir nicht ständig visuell abgelenkt werden, sondern einfach nur Musik hören wollen, während wir bügeln, joggen oder etwas anderes machen, was unsere Aufmerksamkeit erfordert. Der große Hype um die neue Social-Talk-Community Clubhouse scheint diesen Trend zu bestätigen. 

Natürlich gibt es jede Menge Musik auf Soundcloud, Mixcloud, YouTube und stets verfügbar: das alles kann man in 100 Leben nicht durchhören, also macht man das heute, oder morgen, oder nie. Blast will es anders angehen. Die Audio-Social Media-Community startet im Frühjahr 2021 und will Künstler und ihr Publikum enger zusammenführen. Follower werden benachrichtigt, wenn Musiker, DJs und Podcaster live gehen und haben dann 24 Stunden Zeit, die Sendung zu hören, bevor sie für immer verschwindet ...

Im Frühjahr will die Audio-Plattform online gehen und Musikstreaming anbieten, allerdings auf die etwas andere Art. DJ-Sets sind ausschließlich live und werden maximal eine Woche zum erneuten Hören gespeichert. Also keine Vorproduktion. Und die Verknappung der Verfügbarkeit soll den Thrill des Live-Erlebnis bieten.

Der Weg zum Hörer führt über eine spezielle Hardware: die Blast Box, ein smartphone-kleines, schickes, cremeweißes Audio-Interface. Mit Cinch-Eingängen geht es rein und über WLAN oder Bluetooth wieder raus, direkt auf die Blast-Plattform. Online geht man mit einem einfachen Druck auf den roten Knopf, das stylische Pixel-Display zeigt das Audio-Level und die Anzahl der Zuhörer an. Über die Blast App sollen die Artists genauere Einblicke bekommen, Zuhörer können Emojis senden und auch Tips geben, also Trinkgeld.

Blast versprechen maximal gute Klangqualität im Stream wie auch am Kopfhörerausgang der Blast-Box.

Post-Corona

Wenn die Corona-Zeit endlich überstanden ist, könnte man die Blast-Box auch zum DJ-Gig mitnehmen, einfach an den Record-Out des Mixers hängen und ohne weiteres Equipment direkt über WLAN aus dem Club senden. Der Vorteil: die Live-Experience bleibt erhalten und das Smartphone bleibt frei für die obligatorischen Selfies mit der jubelnden Menge oder letzte Gästelistenanfragen.

Aber auch ohne die kleinen ironischen Seitenhiebe könnte Blast-Radio ein interessantes Modell sein – wenn sich die Plattform durchsetzt. Denn das Publikum für Livestreams und DJ-Sets ist auf anderen Plattformen wie Facebook Live, YouTube, Soundcloud und Mixcloud unterwegs und ob die so einfach einem weiteren Social Media-Service folgen wollen, bleibt abzuwarten.

Evermix hatten auch anfangs vom eigenen immersiven Social Media-Kanal geträumt, wo DJ-Sets aus dem Club mit den Photos und Kommentaren der Besucher auf einem Kanal zusammenkommen und sich ein gutes Jahr später den Realitäten gebeugt, dass DJs ihre Sets nun mal lieber dort hochladen, wo ihr Publikum ist: auf Soundcloud und Mixcloud.

Andererseits zeigt Clubhouse, dass mit dem entsprechenden Hype auch eine noch bis vor kurzen völlig unbekannte Plattform urplötzlich durch die Decke gehen kann. Dabei erscheint des Datensammelgebaren von Clubhouse zumindest fragwürdig, ein Grund, weswegen wiederum gerade viele Nutzer Whatsapp und Facebook verlassen und sich anderen Social-Media-Diensten wie Signal zuwenden. In Zeiten von Corona und den aktuell großen Verschiebungen des Nutzerinteresses scheint vieles möglich.

Mal sehen, wie das bei Blast läuft. Ab sofort kann man sich dort anmelden, um auf dem Laufenden zu bleiben. Zu eventuellen Preisen für Hardware und Subscription ist bislang nichts gekannt.

Was meint Ihr: braucht die Welt eine weitere Musikplattform? Sagt es uns in den Kommentaren.

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