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Test
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25.08.2020

AKAI Professional MPC Beats Test

DAW-Software

Virtuelle MPC für umsonst!

Mit MPC Beats hat AKAI Professional eine kostenlose Software ins Leben gerufen, die es angehenden Beat Producern ermöglichen soll, in die Welt der Musikproduktion einzutauchen. Um gleich loslegen zu können, ist MPC Beats mit 2 GB an Samples sowie Loops, internen Klangerzeugern, Effekten, aber auch mit zahlreichen Werkzeugen der legendären MPCs bewaffnet und lässt sich mit jedem beliebigen MIDI-Controller verwenden. Der gesamte Workflow basiert auf der großen MPC Software. Was die kostenlose Beat-Schraub-Software zu bieten hat, erfahrt ihr hier.

 

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Einfache Installation und Konfiguration

Die kostenlose Software gibt es auf der AKAI-Website nach Eingabe einer Mail-Adresse. Mit dabei sind auch Kits und Projektvorlagen, die euch für den Start in die Beatproduktion rüsten. Nach einer gewöhnlichen Installationsroutine weist euch MPC Beats beim ersten Start darauf hin, einen MIDI-Controller an den Computer anzuschließen. Für einige Controller der Hersteller Ableton, AKAI, Alesis, Native Instruments, Korg, M-Audio und Novation sind bereits vorgefertigte Mappings am Start. Für alle weiteren Controller können eigene Mappings zur Fernsteuerung der Software angelegt werden. Im Test verwende ich den AKAI MPK Mini MK3 Controller und kann somit die Parameter der Software fernsteuern und Features wie Note Repeat und Arpeggiator direkt am Controller steuern.

Anschließend lässt sich die Ansicht der Software zwischen „simple“ und „advanced“ einstellen. Im Simple View wird die Software vereinfacht dargestellt, damit Neulinge nicht vom Umfang der Software erschlagen werden. Wer sich ein wenig eingefuchst hat, kann später natürlich auch zur Advanced-Ansicht wechseln. Daraufhin könnt ihr in den Settings noch den Audiotreiber einstellen. Nach der kurzen Einrichtung ist die Software startklar und das Beatbauen kann beginnen. Der MPC-Workflow ist schon eine Welt für sich – etwas Einarbeitungszeit solltet ihr durchaus einplanen. Eine Hilfeansicht erklärt euch die Bereiche, über die ihr mit der Maus fahrt. Ein zusätzlicher Quickstart-Guide lässt sich ebenfalls einblenden. Zudem erleichtert euch ein Einführungsvideo von AKAI Professional den Einstieg. Wem der Funktionsumfang irgendwann zu wenig sein sollte, kann übrigens direkt aus der Software heraus auf die volle MPC Software upgraden.

Bedienoberfläche und Konzept

Die kleine MPC Beats sieht ihrer großen Schwester zum Verwechseln ähnlich. Das liegt daran, dass es sich bei MPC Beats eigentlich um eine abgespeckte Version der MPC Software handelt. Somit bekommt ihr mit der Gratissoftware grundsätzlich den gleichen, MPC-typischen Worklflow, allerdings mit gewissen Einschränkungen – doch dazu später mehr.

In der unteren Hälfte befinden sich die Pads in der typische 4x4-Anordnung, wie sie auch auf jeder MPC-Hardware zu finden sind. Jedes dieser Pads lässt sich mit einem Sample, z. B. Drumsounds, belegen und über einen MIDI-Controller triggern, um Beats live einzuspielen. Doch keine Sorge: MPC Beats hat Features mit an Bord, die es auch Anfängern ermöglichen, den Takt zu treffen. 

Über den Pads befindet sich das Grid, in dem die Grooves aufgenommen und bearbeitet werden. Die Pads sind hier vertikal angeordnet, in der Horizontalen werden die MIDI-Noten in einem Raster dargestellt. Wer noch keinen MIDI-Controller besitzt, kann die Grooves mit der Maus einzeichnen. Mit einem Keyboard Controller, wie beispielsweise dem AKAI MPK Mini MK3, das neben Keyboardtasten auch MPC Drum-Pads besitzt, macht das Beatbauen natürlich deutlich mehr Spaß. Es besitzt außerdem auch noch Bedienelemente, mit denen sich die MPC Beats Software komfortabler steuern lässt. Über dem Grid befinden sich Bearbeitungswerkzeuge, mit denen sich die Noten markieren, löschen oder einzeichnen lassen. Weitere Parameter wie die

In einer weiteren Sektion namens Keygroup können melodische Instrumente geladen werden, um Melodien einzuspielen. Weitere Softwareinstrumente im VST- bzw. AU-Format könnt ihr über die Plugin-Schnittstelle einbinden. Drei Klangerzeuger sind bereits mit an Bord: Tubesynth, Bassline und Electric. Mittels sogenannter Expansions, die sich auf der AKAI-Website erwerben lassen, könnt ihr die Software mit weiteren Sounds versorgen. Auf der rechten Seite der Bedienoberfläche werden im Expansion Browser alle installierten Samples, Klangprogramme, Sequenzen und Projekte aufgerufen.

Neben den MIDI-Spuren, in denen die Klangprogramme abgespielt werden, könnt ihr mit der Software auch Audiosignale, wie beispielsweise Loops, abspielen oder sogar Vocals oder Instrumente über ein Mikrofon aufzeichnen. Insgesamt zwei Audiospuren können pro Projekt genutzt werden. Mit den acht MIDI-Tracks sind also nur 10 Spuren insgesamt nutzbar. Zum Vergleich: Bei der großen MPC Software sind insgesamt 128 möglich. Im oberen Drittel werden die jeweiligen Sektionen der Software aufgerufen. Daneben findet ihr die Transportsektion mit üblichen Settings, wie Tempo (inklusive Tap-Funktion), Metronom, Record, Play und Stop. Ganz rechts könnt ihr Parameterautomationen starten und sogar eure Computertastatur als Keyboard verwenden.

Gewohnter MPC Workflow

Neben dem bereits genannten Drum Grid gibt es weitere Views, wie z. B. den Program Editor, in dem sich die Klänge präzise feinjustieren lassen, und den Track View, in dem sich die eingespielten Grooves und Melodien als Spuren darstellen lassen. Dann gibt es den Mixer, in dem ihr die Tracks oder auch Pads abmischen könnt, den Sampler und den Sample Editor zum Aufnehmen und Bearbeiten von Samples, den Looper zum kreativen Erstellen eigener Loops, den Step Sequencer zur patternbasierten Groove-Programmierung sowie weitere Sektionen zum Arrangieren des gesamten Songs oder der Stummschaltung von Klängen. 

Was mich wirklich überrascht hat, ist die Tatsache, dass all diese Sektionen und deren Funktionen aus der großen MPC Software übernommen wurden und ebenso in der Gratissoftware am Start sind.

Dadurch ist auch der Workflow identisch: Sounds werden in sogenannte Programs geladen, Grooves werden in Scenes aufgenommen und in Tracks arrangiert. Natürlich muss man hier und da kleine Abstriche machen. Neben der Begrenzung auf zwei Audiospuren können insgesamt nur acht MIDI-Tracks pro Song angelegt werden und pro Drum Program sind „nur“ 16 statt 128 Samples möglich. Auch fehlen manche Features, wie beispielsweise das X/Y-Pad, mit dem sich in den Hardware MPCs auf dem Touchscreen extreme Klangmanipulationen mit nur einem „Fingerwisch“ zaubern lassen. Doch das sollte besonders Anfänger nicht davon abhalten, umfangreiche Beats zu gestalten! Für ein kostenlose Beat-Producer-Software ist MPC Beats nämlich bestens ausgestattet. Im folgenden Video gehe ich die essenziellen Sektionen der Software durch, um euch zu zeigen, was man mit MPC Beats anstellen kann.  

Viele Samples und Sounds an Bord

Damit ihr gleich loslegen könnt, stattet euch die Gratis-DAW mit insgesamt 2 GB an Klangpogrammen und Kits aus, die auch bei der aktuellen MPC One mit dabei sind. Weitere Expansions lassen sich auf der AKAI-Website bereits für 9,99 Euro erwerben, die auf die MPC Beats Software zugeschnitten sind. Natürlich könnt ihr aber auch eigene Samples importieren. Die drei Klangerzeuger klingen durchweg hervorragend. Neben vielen vorgefertigten Presets könnt ihr auch eigene Sounds von Grund auf selbst schrauben. Zur Klangbearbeitung wird das kostenlose Kraftpaket mit 80 Effekten von AKAI und Air Music abgerundet, mit denen ihr eure Tracks Mixen könnt. 

Fazit

Hey, pssst – die erste Software gibt’s umsonst: MPC Beats ist die perfekte Einstiegsdroge in die MPC-Welt. Die Herrschaften von AKAI Professional liefern mit der kostenlosen Software ein überraschend umfangreiches Beat Production Tool mit Suchtpotential. Selbst die Grundausstattung gibt euch reichlich Samples, Loops und Sounds mit an die Hand, mit denen ihr amtliche Beats bauen könnt. Und mittels MPC Expansions sowie VST/AU-Support und gewohntem MPC Sampler inklusive Chopping Feature, lassen sich die Software und das Klangrepertoire ganz leicht erweitern. Wer sich einmal in den Workflow eingearbeitet hat, kann sich mit einem Upgrade auf die große MPC Software bzw. mit einer Hardware MPC auf das nächste Level begeben. Kleine Einschränkungen, wie die Begrenzung der Spurenanzahl oder das fehlende X/Y-Pad, sind in Anbetracht der kostenlosen Verfügbarkeit ganz sicher zu verschmerzen. Wer mit dem Beatbauen starten will und für den Anfang kein Geld ausgeben möchte, ist bei MPC Beats an der richtigen Adresse.

  • Pro
  • gewohnter MPC Workflow
  • umfangreiche Ausstattung
  • unterstützt VST- und AU-Plugins
  • integrierte Effekte und Synthesizer
  • einfache Installation
  • vorgefertigte MIDI-Mappings
  • Contra
  • Begrenzung auf acht MIDI- und zwei Audio-Spuren
  • Features
  • kostenlose DAW-Software zur Beatproduktion
  • basiert auf dem Workflow der MPC Software
  • 16 Pads in 4x4-Anordnung
  • Sample-Recording und -Bearbeitung inkl. Chopping Feature
  • maximal zwei Audio- und acht MIDI/Instrumentspuren pro Projekt
  • VST/AU-S-Plugin-Support
  • 2 GB Sample-Library der MPC One
  • 80 integrierte Effekte
  • Drei integrierte Softwaresynthesizer (Bassline, TubeSynth und Electric)
  • vorgefertigte MIDI-Mappings für viele Controller zur Fernsteuerung der Software
  • Erstellen eigener Mappings für jeden MIDI-Controller
  • einfache Installation für Software, Plugins und Softwareinstrumente
  • MPC Library erweiterbar mit Expansions
  • Systemvoraussetzungen: macOS, Windows, 2 GB Festplattenspeicher, Internetverbindung
  • Preis
  • kostenlos

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