Schrottpresse
Feature
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08.06.2020

AC/DC Song mit Bot erstellt

Täuschend echt wirkt die Version des amerikanischen Musikers

Ein Bot hat die Lyrics für einen neuen AC/DC Song geschrieben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, mit "Great Balls" hat der Youtube Kanal "Funk Turkey" womöglich einen Hit gelandet. Ob selbst eingefleischte AC/DC-Fans sofort darauf kommen würden, dass dieser Song kein Original ist?

Mit "You fool around, you women, with too many pills, yeah" und "She got great balls, big balls" vermag der Song schon anfangs zu Begeistern, doch folgende Strophe könnte wirklich aus einem AC/DC Song stammen:

"And I'm not too old to roll the highway to Mars,

Ass'n roll ain't no Mona Lisa. Forget about the dog, a women gets me

So what?! I'm gonna die!"

Dazu noch perfekt gespielte Riffs, eine Stimme die durchaus an Brian Johnson erinnert und ein stimmiges Arrangement. Aber wie ist es zu dieser AC/DC Imitation überhaupt gekommen?

Wie ein Musiker mit Hilfe eines Bots Musik macht

Der amerikanischer Comedy-Musiker Kirt Connor hat die Markow Kette eines Programms genutzt, welches Lyrics zu verschiedenen Künstlern ausspuckt. Der Bot analysiert dabei alte Songtexte von Sängern/Bands und erstellt daraus eine völlig neue Version. Nach einer kurzen Anordnung der Textzeilen waren die Lyrics schnell fertig.

Musik welche durch AI erstellt wurde ist nicht neu, doch in den meisten Fällen verläuft sie sich und wirkt unnatürlich. Um dieses Problem zu umgehen, spielte der Musiker die Instrumente und sang den AI-generierten Songtext selber ein. Die Stimme von Brian Johnson zu imitieren stellte sich dabei als größte Herausforderung heraus. Connor meinte dazu "Brian Johnson's vocals are so hard to mimic. By the time I was done, my throat was in ribbons." Die Leistung des Sängers aus Arkansas ist durchaus beeindruckend, auch wenn der Stil von AC/DC Tracks durchaus konsistent und daher auch leichter zu kopieren ist. Es gibt wohl wenige Bands, die mit nur ein paar gespielten Akkorden so erfolgreich wurden. Gitarrist Angus Young sagte in einem Interview im Jahr 2000: "I'm sick and tired of people saying that we put out 11 albums that sound exactly the same. In fact, we've put out 12 albums that sound exactly the same."

Ein erfolgreiches Konzept? 

Das man mit zufällig generierten Songtexten erfolgreich sein kann, hat schon Jan Böhmermann mit dem Satiresong "Menschen Leben Tanzen Welt" bewiesen. Affen in einem Zoo haben häufig vorkommende Wörter aus der Popmusik ausgesucht. Die Wörter wurden anschließend zusammengefügt und eingesungen. Das Lied schaffte es auf Platz 10 der deutschen Charts. 

Diese besondere Version des Tracks kann man auf mehreren Plattformen wie Spotify oder Apple Music hören. Hier eine Liste zu den LINKS.

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