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11.01.2018

7 Effektpedale, die man kennen muss

Effektpedal-Klassiker - die wichtigsten Effektpedale für Gitarre

Auch unter Effektpedalen gibt es mittlerweile einige Legenden, die man mit Fug und Recht als Klassiker bezeichnen darf, so wie es Stratocaster oder Les Paul bei den Gitarren und Fender Twin oder Marshall Plexi bei den Amps sind. In diesem Artikel stellen wir euch sieben Effektpedale vor, die man auf jeden Fall kennen sollte.

Cry Baby Wah Pedal

1966 kam das legendäre Thomas Organ/Vox Cry Baby auf den Markt und Ikonen wie Jimi Hendrix, Eric Clapton oder Jimmy Page machten es berühmt. Die Namensrechte sicherte sich Jim Dunlop Anfang der 1980er Jahre und seither wird das Wah-Pedal unter dem Namen Dunlop Cry Baby hergestellt. Dunlop hat in der Cry-Baby-Serie mittlerweile neben dem Standardmodell GCB95 auch diverse Custom-Wah- und Signature-Modelle im Angebot.

Anspieltipp

  • Jimi Hendrix: Voodoo Chile
  • Jimi Hendrix: All Along The Watchtower (Solo im Mittelteil)

Tube Screamer

Der kleine grüne Kasten ist einer der meistkopierten Zerrgeneratoren unserer Zeit. Der TS-808 mit dem quadratischen Metallschalter erblickte im Jahr 1979 das Licht der Welt und war eines der ersten Zerrpedale, die für eine eher leichte und harmonisch klingende Verzerrung sorgte. Stevie Ray Vaughan liebte den Tube Screamer geliebt und hatte auch oft zwei davon im Einsatz, gerne auch mal hintereinandergeschaltet für etwas heftigere Sounds. Der Tube Screamer eignet sich auch sehr gut dazu, einen bereits verzerrten Amp noch etwas mehr in den höheren Zerrbereich zu fahren, was von einigen Gitarristen im Heavy-Bereich gerne praktiziert wird, die man prinzipiell mit dem leichten Overdrive des Tube Screamers gar nicht in Verbindung bringen würde. Auch als Lead-Boost eignet sich der Overdrive sehr gut.

Anspieltipp

  • Stevie Ray Vaughan: Pride And Joy

Whammy Pedal

Es geht mit einem roten Pedal weiter, einem Paukenschlag in den 1990er Jahren, als Digitech das Whammy-Pedal auf den Markt brachte. Ein Pitch-Shifter und Harmonizer, dessen Effektsound man über ein Pedal in Echtzeit steuern kann. Damit sind sehr abgefahrene Effekte machbar und einer der Protagonisten dieses neuen Effektes heißt Tom Morello, der mit ihm herausragende Gitarrensoli aufnahm. Weitere bekannte Gitarristen, die das rote Pedal ab und zu unter den Füßen haben, sind Steve Vai, Joe Satriani oder auch Jack White, der den Bass-Sound im Verse bei "Seven Nation Army" mit dem Whammy (-12) erzeugte.

Anspieltipp

  • Rage Against The Machine: Killing In The Name (Solo)
  • Audioslave: Like A Stone (Solo)

Big Muff

Der Big Muff ist ein Distortion-Pedal, das Electro Harmonix unter der Leitung von Mastermind Mike Matthews 1970 auf den Markt brachte. Zu dieser Zeit gab es noch keine High-Gain-Amps und "richtige" Verzerrung war bei den damaligen Verstärkern nur bei sehr hohen Lautstärken möglich. Der Big Muff kam genau richtig und sorgte für eine amtliche Sägezerre, die man mit einem Amp allein nicht erreichen konnte. Vor allem die stattliche Portion Sustain macht den Big Muff zum bevorzugten Zerrer für Solopassagen. Bis heute gibt es sehr viele Inkarnationen dieses legendären Pedals, das immer noch von Electro Harmonix hergestellt wird und dessen Sound auch in vielen Modeling Multi-Effekten archiviert ist. Stilistisch ist der Zerrkasten sehr breit aufgestellt, was auch die Liste seiner User ausweist, darunter Gitarrengrößen wie Carlos Santana, The Edge, Jack White, Dan Auerbach (Black Keys) oder David Gilmour.

Anspieltipp

  • Pink Floyd: Comfortably Numb (Solo)

CE-1 Chorus

Der japanische Hersteller Boss entwickelte 1975 mit dem JC-120 Amp einen Transistorcombo mit eingebautem Chorus/Vibrato-Effekt, dessen Sound sich vor allem wegen des Effekts sehr großer Beliebtheit erfreute. Klar, dass man nachlegte und ein Jahr später das erste Choruspedal mit dem Namen CE-1 auf den Markt brachte. Ein recht großes Monster, das per Fuß von Chorus auf Vibrato umgeschaltet werden konnte. Der warm klingende Modulations-Sound dieses Pedals war allerdings die Blaupause für viele Nachfolgegeräte aus eigenem Haus und natürlich auch für die unzähligen Nachbildungen anderer Hersteller. Das Original wurde von sehr vielen Gitarristen auf der Bühne und im Studio eingesetzt - Andy Summers, John Frusciante oder auch Metallica peppten damit ihre Cleansounds auf.

Anspieltipp

  • Metallica: Nothing Else Matters

Memory Man

Eine weitere Pedal-Legende aus dem Hause Electro Harmonix ist der Memory Man, ein Delay-Effektpedal mit Eimerketten-Speicherung und gleichzeitig der erste Delay-Effekt im Pedalformat. Das Ur-Modell kam 1976 als reiner Echo-Effekt mit drei Reglern und einer maximalen Delay-Zeit von 300 ms auf den Markt, aber irgendwann entschied man sich dazu, den Echo-Sound mit Chorus und Vibrato anzureichern, was zum beliebten Deluxe Memory Man Echo/Chorus/Vibrato führte. Das Pedal schafft ein Delay von 550 ms und ist bei alten Aufnahmen von U2 zu hören. The Edge hat dafür zwei Memory Man Pedale parallel eingesetzt und mit unterschiedlichen Einstellungen auf zwei Vox AC30 geschickt.

Anspieltipp

  • U2: Gloria

MXR Phase 90

Bei den Modulations-Effekten schuf der amerikanische Hersteller MXR mit dem Phase 90 einen Klassiker, und das nicht nur, weil der Sound einfach mit einem einzigen Regler einzustellen ist. Auch dieses Pedal ist ein Kind der 1970er Jahre und vor allem die Geräte der ersten Ära mit dem Firmennamen in Schreibschrift (Script-Logo) stehen bei Vintage-Liebhabern ganz weit oben auf der Liste. Auch vom Phase 90 gibt es unterschiedliche Modell-Typen und diverse Reissue-Geräte. Von David Gilmour und Eddie Van Halen stammen die wohl die bekanntesten Songs, die mit dem orangefarbenen Phaser-Pedal aufgenommen wurden.

Anspieltipp

  • Pink Floyd: Shine On You Crazy Diamond
  • Van Halen: Ain't Talkin´ Bout Love
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