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Electro-Harmonix Memory Boy Test

Obwohl die Digitaltechnik mittlerweile auch bei Electro Harmonix Einzug gehalten hat, scheint man sich alter analoger Schaltkreise weiterhin verpflichtet zu fühlen. Und das ist auch gut so, denn besonders bei Delay-Effekten hat sich bei den Gitarristen dieser Welt ein schmutziger, analoger Sound in den Gehörgängen etabliert. Eine knallharte Wiederholung des Originalsignals empfinden die meisten Musiker und Musikhörer eher als verwirrend und störend.

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Die ersten Echogeräte arbeiteten mit Tonbändern, Tonköpfen und Motoren. Entsprechend störanfällig waren sie. So nutzten sich Bänder und Tonköpfe mit der Zeit ab, und die Motoren wiesen Gleichlaufschwankungen auf.  Der Deluxe Memory Man war eins der ersten Analogdelays, das den Bandechosound einschließlich der Gleichlaufschwankungen nachbildete und sich bis heute auf dem Markt halten konnte. Mit dem Memory Boy bringt die Firma nun eine verkleinerte Version des relativ großen Urvaters heraus – mit denselben Features und einer Modulationseinheit, die zusätzlich Vibrato und Chorus-Effekte bereitstellt.

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Linsenpuppe sagt:

#1 - 13.10.2011 um 14:15 Uhr

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Ich habe auch das Memory Boy und ein originales Deluxe Memory Man. Für sich genommen erinnert Boy schon an das Vorbild, im direkten Vergleich fällt er in meinen Ohren jedoch extrem ab - vorausgesetzt, man hat ein altes DMM, das exakt getrimmt ist und dessen Klang nicht zB durch gealterte Elkos leidet. Das DMM läuft intern mit 15V (24V Netzteil + sehr gute Stabilisierung/Filterung), was zu deutlich mehr Headroom führt. Auch produzieren die alten Panasonic Chips wesentlich weniger Artefakte, als die BDxxx im Boy. Deswegen werden im Boy die Höhen viel stärker beschnitten, es klingt also nicht untenrum wärmer, sondern obenrum fehlt was. (Ja, per Oszilloskop geprüft!).
Wenn das alte DMM des Testers das Direktsignal versaut, sind vermutlich Trimmer nicht optimal einstellt, was sich dann auf alle Aussagen auswirkt...
Beim aktuellen großen DMM ist der Bypass aber wirklich besser gelöst, man kann das alte aber auch einfach auf true Bypass umbauen.
Mein Fazit: Wenn Größe und Preis wichtig sind und man nur dezente Delaysounds einsetzt, kann der Boy LIVE (und nur da) das richtige DMM ersetzen, sonst eher nicht. Wer sehr auf dumpfere und dreckige Delaysounds steht, mag es mögen, da ist es evtl eine gute Alternative zu analogen Boss/Ibanez-Delays und ihren vielen Klonen, auch dank der Modulationsmöglichkeit (die sich übrigens per internem Trimmer leicht variieren lässt, die Modulation in meinem Exemplar klang ab Werk sehr aufdringlich, ließ sich dem DMM aber stark angleichen).

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Panda sagt:

#2 - 30.08.2015 um 07:52 Uhr

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Aus dem EHX Memory Boy Manual: "The delay time range is 30 mS to 550 mS..."
Wie man dann "...bei kurzen Delay-Zeiten unter 20 ms einen wirklich erstklassigen
Chorussound" erzeugen will, leuchtet mir nicht so ganz ein.Aber... das man einen gut klingenden Chorussound mit dem Pedal erzeugen kann, ist zumindest richtig. Und... das ist letztendlich die Hauptsache.

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