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10.07.2017

5 Tipps, um ein Schlagzeug leiser zu machen

Das Schlagzeug in der Wohnung oder im Proberaum leiser bekommen

„Geht das auch etwas leiser?“

Welches sind die drei klassischen Fragen bzw. Sprüche, die man sich als Drummer in seiner Laufbahn immer wieder anhören darf? „Schlagzeug kann man auch alleine üben?“ und “Ich könnte mit den Händen nie etwas komplett anderes als mit den Füßen machen“, oder auch „Schlagzeug kann man nach Noten spielen?“. Der vierte Spruch ist allerdings so sicher wie das Amen in der Kirche: „Geht das vielleicht auch etwas leiser?“

Ob die Mitmusiker in der Band oder genervte Nachbarn in der Hausgemeinschaft, je nachdem wo, wie stark und vor allem wie häufig man in die Kessel haut, gibt es Stress mit den lieben Mitmenschen. Klarer Fall: ein Schlagzeug heißt eben nicht „Streichzeug“, hier ist der Konflikt quasi schon im Namen vorprogrammiert, und unsere rhythmisch-musikalischen Übungen werden bei anderen als purer Lärm wahrgenommen. In den folgenden Tipps schauen wir mal, ob man dagegen überhaupt etwas unternehmen kann?!

Das Schlagzeug dämpfen

Damit meine ich nicht, kleine Ringe oder Moongel Sticker auf die Felle zu pappen, um die Obertöne zu reduzieren, sondern massive Dämpfung. Eine Möglichkeit ist, mit Dämpfmatten auf Fellen und Becken zu arbeiten. Vorteil: Das Schlagzeug wird deutlich leiser. Klarer Nachteil: Es klingt nicht nur komplett anderes, es fühlt sich beim Spielen auch anders an. Die zweite Möglichkeit ist, alle möglichen Tücher, Decken und sonstiges weiches Zeug in die Trommelkessel zu stopfen. Das tötet den Klang und Körperschall ab, die Trommeln klingen jetzt eher wie Pappkartons, aber zumindest das Anschlaggefühl der Felle bleibt erhalten. Leisere Becken mit realistischem Spielgefühl hat die Firma Zildjian mit den L80 Low Volume Cymbals im Sortiment, als preisgünstige Alternative bieten sich Milleniums Still Cymbals an.

Leisere Sticks benutzen

Das Spiel mit Drumsticks erzeugt die höchsten Pegel, aber es gibt im Handel so einige Ersatzmittel, welche die Lautstärke deutlich reduzieren. Probiert doch mal, mit Hot Rods oder Besen aus Metall oder Kunststoff zu trommeln. Für eine richtig gute Besentechnik muss man allerdings ein paar Jahre Lebenszeit an Übung investieren, mit Ruten aus Bambus kann man aber die gewohnten Sticktechniken - bei reduzierter Lautstärke - nahezu eins zu eins übersetzen. Bedenkt aber, dass der Rebound der gebündelten Stöckchen reduziert ist, Sticks springen einfach besser auf den Trommelfellen. Da aber für das tägliche Üben wohl niemand dauerhaft auf anderes Werkzeug umsatteln will, kommt hier unser nächster Punkt ins Spiel…

Die Spieltechnik umstellen – leiser trommeln

Okay, das ist für viele sicherlich der härteste Einschnitt. Wie, leise trommeln? Ja, das geht, setzt allerdings ein erhöhtes Maß an Kontrolle voraus. Hier muss man also wieder richtig Arbeit investieren. Eine höhere Stimmung der Trommeln und einlagige Felle führen zu leichterer Ansprache bei geringerer Lautstärke, probiert es einfach mal aus. Für den AC/DC Hardrock Trommler ist das sicherlich keine dauerhafte Option. Da hilft wahrscheinlich nur, sich eine andere, ungestörtere Übungsumgebung zu suchen. 

Ein kleineres Set spielen

Einer weitere Alternative, wenn auch lange nicht so effektiv wie die oben angesprochenen Möglichkeiten, ist es, ein Set mit kleineren Kesseln zu benutzen. Statt der 22er Bassdrum und 12“ bis 16“ großen Toms könnt ihr zum Beispiel ein schnuckliges Kinder- oder portables Gig-Set mit 16“ Bassdrum und 10“ bis 13“ großen Toms benutzen. Dünne Felle und leichte Sticks sorgen für weniger Output als ein großes Rock-Set, und weniger zu schleppen hat man obendrein. Es sieht allerdings, je nach Bühnengröße und Stil der Band, womöglich nicht so richtig cool aus.

Cajon oder E-Drum spielen

Wechsel doch einfach das Instrument! Wenn du auf dem akustischen Sektor bleiben möchtest, kannst du dich auf eine „Kiste“ hocken. Für den kleinen Unplugged-Einsatz in der Band oder für die ganz kleinen Gigs ist ein Cajon eine überdenkenswerte Alternative. Wenn du als echter Trommler allerdings ein Bassdrum-Pedal unter dem Fuß und eine Reihe Toms vor der Nase brauchst, hilft nur der Umstieg auf ein E-Drumset, denn dieses hat, trotz aller Nachteile, was Look, Spielgefühl und - gerade bei den günstigeren Modellen - auch die Sounds betrifft, einen unbestreitbaren Vorteil: Du kannst dich auf Zimmerlautstärke drehen und obendrein mit Kopfhörern üben.

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