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Vic Firth VFVB2 Wood Beater Test

Als sich Vic Firth während seiner Zeit beim Boston Symphonic Orchestra entschied, eigene Sticks zu fertigen, geschah dies aus der Not heraus. Er plante nach eigener Aussage nicht die Gründung einer Firma, ärgerte sich aber so sehr über die zu der Zeit mangelhaft gefertigten Stöcke und Schlägel, dass er schließlich zwei Modelle für seinen persönlichen Gebrauch herstellen ließ. Nachdem diese Stöcke auch bei seinen Studenten immer beliebter wurden, gingen die Sticks schließlich in Serie. Mit über 300 Modellen für Drumset, Marching Drums und Orchesterinstrumente ist Vic Firth heute mit circa 12 Millionen gefertigten Sticks pro Jahr unangefochtener Marktführer. Doch erst seit 2014, ein Jahr vor seinem Tod, werden mit den „VicKick“ Beatern auch Schlägel für die Bassdrum hergestellt.

Vic_Firth_VFVKB2_Beater_Wood_Header


Um auch der Bassdrum mit neuen Schlägeln zu unterschiedlichen Sounds zu verhelfen, sind Modelle aus gewöhnlichem Filz, Holz und mit Fleece bezogenem Filz entstanden. Gerade für Freunde der härteren Gangart, die einen Bassdrum-Sound mit viel Klarheit, Attack und Druck suchen, ist der VicKick Wood Beater besonders interessant. In diesem Test haben wir den Holzklöppel genau untersucht.

Details & Praxis

Der „VicKick“ Holz-Beater besteht aus drei Teilen, die klassisch konstruiert sind. An der circa 22 Zentimeter langen gehärteten Stahlstange ist ein rundes Holzstück verleimt, an dem wiederum der ovale Beater-Kopf befestigtt ist. Dieser Schlägel ist sehr sauber und ohne Unebenheiten im Holz verarbeitet. Anders als bei vielen Holz-Beatern ist er jedoch nicht dick lackiert, sondern naturbelassen. Mit einer Fläche von fünf Zentimetern besitzt der Kopf des Beaters eine relativ breite Aufschlagfläche, auf der mittig eine Fläche mit der Größe einer Zwei-Cent-Münze abgeflacht ist. Auf Wunsch lässt sich durch eine 90 Grad-Drehung die Aufschlagfläche auf 3,8 Zentimeter verkleinern. Im Holz sind mit Hilfe eines Brennstempels die Initialien des Namesgebers eingebrannt. Memory Locks oder Gewichte, mit denen Schwerpunkt und Spielgefühl variiert werden können, sind nicht im Lieferumfang enthalten.

Fotostrecke: 3 Bilder Die Initialen von Vic Firth sind eingebrannt.
Fotostrecke

Für möglichst realistische Hörbeispiele habe ich den Beater sowohl mit einer 20“x14“ Bassdrum mit geschlossenen Fellen als auch mit einer 22“x14“ Bassdrum mit Dämpfung und Loch im Frontfell getestet. Es handelt sich um Slingerland Trommeln aus den Sechziger- bzw. Siebzigerjahren. Als Referenz habe ich die Bassdrums zusätzlich mit einem herkömmlichen Filz-Beater von Millenium angespielt.

Audio Samples
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Vic Firth VFVKB2 – 20″ Kick solo Vic Firth VFVKB2 – 20″ Kick Groove Vic Firth VFVKB2 – 22″ Kick solo Vic Firth VFVKB2 – 22″ Kick Groove Referenz Millenium Filzbeater – 20″ Kick solo Referenz Millenium Filzbeater – 22″ Kick solo

Vom ersten Schlag an erzeugt der Beater einen sehr präsenten, aber nicht übermäßigen Attack und eine hohe Grundlautstärke. Auch bei der etwas kleineren 20“ Bassdrum sorgt das für ordentlich Schub. Der Sound der gedämpften 22“ Bassdrum wird im Vergleich zum gewöhnlichen Filz-Beater etwas rockiger und überzeugt mit einem soliden Maß an Artikulation. Vor allem für Rock liefert der Holzschlägel diesen unverzichtbaren Sound, der jedoch mit dem „VicKick Beater“ nicht ganz so „clickig“ wie bei einer typischen Metal-Bassdrum klingt. Mit der bereits beschriebenen Möglichkeit, den Beater um 90 Grad zu drehen und damit die Spielfläche deutlich zu verkleinern, entsteht ein etwas anderes Spielgefühl. Der Rebound erhöht sich hierbei spürbar, und klanglich bekommt der hochfrequente Kick noch ein bisschen mehr Attack. In den Klangbeispielen, in denen die Bassdrum solo gespielt ist, hört ihr am Anfang den Beater mit breiter Aufschlagsfläche und anschließend die um 90 Grad gedrehte Variante mit der schmalen Fläche.

Durch das harte Holz hat der Beater viel Attack und entwickelt eine gehörige Portion Schub.
Durch das harte Holz hat der Beater viel Attack und entwickelt eine gehörige Portion Schub.
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