Pink Floyd gehören ohne Zweifel zu den bedeutendsten Rockbands der Geschichte. Sie haben mit ihren visionären Konzeptalben und unvergesslichen Klassikern Standards gesetzt, die bis heute nachhallen. Aber auch eine Band dieser Größe hat ihre schwächeren Augenblicke. Neben Meisterwerken wie Money oder Comfortably Numb finden sich auch einige Songs, die diesen Standard nicht erreichen. Manchen Liedern fehlt es an einer klaren Orientierung, andere wirken eher wie gescheiterte Experimente. Hier sind zehn Pink-Floyd-Songs, die zeigen, dass auch Legenden nicht perfekt sind.

10. Pow. R. Toc. H. (1967)
Pow R. Toc H. von The Piper at the Gates of Dawn gehört zu den obskureren Momenten im frühen Pink-Floyd-Katalog. Der Song beginnt mit schrägem Kreischen und Rufen, die sich in improvisierte Rhythmen und jazzartige Passagen entwickeln. Eine klare Struktur, Entwicklung oder Texte fehlen dabei jedoch. Während der Song ein Beispiel für die offene Experimentierfreude der Barrett-Ära ist, wirkt er im Nachhinein eher wie ein chaotisches Klangexperiment ohne Botschaft.
9. On The Run (1973)
The Dark Side of the Moon gilt eindeutig als eines der besten Rockalben jemals, jedoch sticht On The Run als einer der schwächeren Songs heraus. Mit Synthesizer-Loops, Effekten und Soundcollagen wollten Pink Floyd das hektische Gefühl moderner Flugreisen einfangen. Jedoch kritisieren viele Fans den Song als “zu lang” und “anstrengend”. Zwar passt das Stück konzeptionell ins Album, doch losgelöst vom Gesamtwerk wirkt es eher wie ein experimenteller Zwischentrack, der nur wenig Substanz bietet.
9. See-Saw (1968)
See-Saw erschien 1968 auf dem Album A Saucerful of Secrets, der letzten Pink-Floyd-Platte mit Syd Barrett und zugleich der ersten mit David Gilmour. Geschrieben und gesungen wurde das Stück von Keyboarder Rick Wright, der sich damit erstmals als Texter versuchte. Musikalisch schafft das Stück eine verspielte, fast märchenhafte Atmosphäre, die von Wrights zurückhaltendem Gesang begleitet wird. Später kritisierte Wright das Lied wie folgt: „Es war ein Lernprozess. Durch das Schreiben dieser Songs habe ich gelernt, dass ich kein Texter bin, zum Beispiel. Aber man muss es ausprobieren, bevor man es herausfindet. Die Texte sind entsetzlich, schrecklich, aber das waren viele Texte in dieser Zeit.“
7. Southhampton Dock (1983)
Southampton Dock erschien 1983 auf The Final Cut und ist ein kurzes, melancholisches Stück, das Roger Waters in gewohnt ernster Weise vorträgt. Musikalisch reduziert und getragen von einer schlichten Akustikbegleitung wirkt der Song eher wie ein Fragment als ein voll ausgearbeiteter Beitrag. Waters melancholische Songs überfüllen das Album bereits und das Antikriegskonzept wurde auf The Wall schon perfekt eingebaut. Dazu fehlt die emotionale Wucht und musikalische Tiefe, die die früheren Pink-Floyd-Songs auszeichneten.
6. Alans Psychedelic Breakfast (1970)
Alan’s Psychedelic Breakfast, das 1970 auf Atom Heart Mother erschien, ist eine über 13 Minuten lange Mischung aus teils Musik und teils Alltagsgeräuschen. Ein Mann bereitet im Hintergrund sein Frühstück zu und plaudert währenddessen über das Essen. Neben dieser Szene wechseln sich instrumentale Passagen mit Klangexperimenten ab und schaffen eine verwirrende Klanglandschaft. Fans und Kritiker sehen Alan’s Psychedelic Breakfast oft als vergeblichen Versuch, einen eigenen Sound zu finden.
5. A New Machine Pt. 1 & 2 (1987)
A New Machine Pt. 1 & 2 vom Album A Momentary Lapse of Reason gehört zu den am häufigsten kritisierten Pink-Floyd-Stücken. Die beiden kurzen Parts bestehen im Wesentlichen nur aus David Gilmours verzerrtem, stark verfremdetem Gesang, der wie einer Maschine klingt. Als Zwischenspiele gedacht, wirken sie eher wie Fillermaterial zwischen den eigentlichen Songs und tragen kaum zur musikalischen oder erzählerischen Tiefe des Albums bei. Teils sogar als überflüssig bezeichnet, zählt dieses zweiteilige Stück klar zu den Tiefpunkten der späten Pink-Floyd-Alben.
4. Corporal Clegg (1968)
Corporal Clegg, der vierte Song von A Saucerful of Secrets, ist der erste von vielen Antikriegsliedern, die Roger Waters schrieb. Der Gesang ist etwas sonderbar und auch der anstrengende Mix wird oft kritisiert, doch was den vierten Platz auf dieser Liste rechtfertigt, ist noch etwas anderes. Der Song ist nämlich stark von einem Kazoo geprägt, welches nicht eins, sondern gleich zwei Soli hat. Es ist laut, es ist schrill und erschwert entsprechend die Hörerfahrung.
3. The Narrow Way (1969)
Pink Floyds 1969er Album Ummagumma gilt selbst innerhalb der Band als problematisch. Es ist überladen, strukturlos und wahrscheinlich von sehr viel Drogenkonsum inspiriert. Trotzdem diente es als Experimentierfeld für spätere Werke und alle Bandmitglieder konnten sich kreativ austoben. So entstand auch The Narrow Way, das David Gilmour im Alleingang schrieb und mit zahlreichen Overdubs alle Instrumente selbst einspielte. Rückblickend sagte er über das Ergebnis: „Es war einfach Verzweiflung, wirklich, ich versuchte mir irgendetwas einfallen zu lassen, um alleine etwas zu schreiben. Ich hatte noch nie zuvor etwas komponiert, ich ging einfach ins Studio, fing an rumzuspielen und klebte Teile zusammen. Ich habe es seit Jahren nicht mehr gehört und habe keine Ahnung, wie es sich anhört.“
2. Seamus (1971)
Seamus vom 1971er Album Meddle ist ein kurzes, bluesiges Zwischenspiel, das sich durch die Begleitung eines Hundes, der heult und bellt, auszeichnet. Musikalisch simpel gehalten, sticht der Song eher durch seinen Humor hervor. Im Gesamtkontext des Albums, bei welchem die Band endlich ihren unverwechselbaren Sound entwickelte und heute als ikonischer Klassiker gilt, sticht der Song als kuriose Spielerei heraus. Es unterbricht den Fluss eines sonst großartigen Albums und zählt damit zu den weniger beliebten Pink-Floyd-Stücken.
Honorable Mention: The Endless River (2014)
Bevor wir zum ersten Platz kommen, sollte an dieser Stelle ein ganz bestimmtes Album erwähnt werden. The Endless River hält, als das neuste Pink-Floyd-Album, einen besonderen Platz in der Diskographie der Band. Es besteht größtenteils aus Outtakes und Jam-Sessions von The Division Bell (1994), die überwiegend simpel und meditativ sind. Jedoch wirkt es flach, die Lieder klingen gleich und kaum nach Pink Floyd, weshalb die meisten Kritiker es als das schlechteste Pink-Floyd-Album aller Zeiten bezeichnen. Anstatt also einen konkreten Song in dieser Liste zu nennen, sei das Album als klarer Außenseiter, aber auch wichtiges Denkmal und Erinnerung an Richard Wright erwähnt.
1. Several Species of Small Furry Animals Gathered Together in a Cave and Grooving with a Pict (1969)
Mit diesem einzigartigen Titel weiß man, dass das Lied dahinter nur sonderbar sein kann. Doch Several Species of Small Furry Animals Gathered Together in a Cave and Grooving with a Pict liefert genau was der Titel verspricht. Diese Soundcollage von Roger Waters verbindet Rhythmen, Zwitschern und Quietschen, Geräusche, die den Chipmunks ähneln, mit dem wirren Schimpfen eines Schotten (Die Picts waren ein früher britischer Stamm). Es ist eine kleine Herausforderung, das Lied ganz durchzuhören, weshalb es wahrscheinlich zu den am wenigsten gehörten Pink-Floyd-Songs zählt. Trotzdem bleibt dieses Lied gerade aufgrund seiner absurden Natur unvergesslich. Ein ehrwürdiger Platz 1 für die Liste der schlechtesten Pink-Floyd-Songs aller Zeiten.
ErrJott sagt:
#1 - 29.08.2025 um 13:47 Uhr
Was soll denn der Quatsch ???