Fast 10 Jahre hat sich der 16-fache (!) Grammy-Gewinner und Superstar Bruno Mars Zeit gelassen, um mal wieder eine Single unter eigenen Namen zu veröffentlichen: „I Just Might“ heißt der neue Song. Mr. Mars lässt dabei einmal mehr Zweifel daran aufkommen, dass er großer Fan der Funk- und Soulmusik der Sechziger- und Siebziger-Jahre ist. „I Just Might“ könnte glatt aus der damaligen Zeit stammen – wobei der Song selbstverständlich in ein zeitgemäßes Arrangement mit entsprechendem Sound verpackt ist. Die Bassline des Tracks bildet hier quasi den gesamten Song, und typische harmonische und rhythmische Elemente der “Swingin’ Sixties” bescheren uns eine tolle Lektion in Sachen Soul-Bassspiel.

„I Just Might“ – Video
Im originalen Video sieht man Bruno Mars wie durch ein Wunder an sämtlichen Instrumenten – Bescheidenheit ist eben Trumpf:
„I Just Might“ – Rhythmik
Das Tempo des Songs ist mit 103 bpm vergleichsweise moderat und der Vers besteht aus einem zwei Takte langen Groove, der sich ohne Variationen wiederholt. Kurz gespielte Achtelnoten dominieren hier das Geschehen, lediglich die Zählzeit 1 des zweiten Taktes wird um eine Sechzehntel antizipiert. Das Ganze wirkt wunderbar luftig – vor allem, weil die zweite Hälfte des zweiten Taktes frei bleibt.
Im Pre-Chorus ändert sich der Tenor: der Groove ist nun eher pulsbetont und die Töne werden legato gespielt. Das bildet einen schönen Kontrast zum Vers und beruhigt den Song.
Den krönenden Abschluss bildet dann ein Unisono-Lauf aus verschiedenen Sechzehntel-Figuren, bevor es wieder zurück zum Vers geht. Nach zwei Durchläufen folgt noch eine Bridge, in welcher Bassist Jamareo Artis aber vor allem lange Noten spielt. Sie sollte uns daher nicht vor große Herausforderungen stellen.
„I Just Might“ – Tonmaterial
„I Just Might“ befindet sich in der Tonart F-Dur, und genauso verhält es sich natürlich mit der Bassline: Vers, Bridge und der Unisono-Lauf nach dem Pre-Chorus nutzen ausschließlich die F-Dur-Pentatonik mit ihren Tönen F, G, A, Bb, C und D.
Die einzige Ausnahme ist der Pre-Chorus, hier haben wir es mit einem klassischen „Grundton-Quinte-Oktave“-Pattern zu tun, und zudem gesellt sich noch der Ton E dazu. Das war aber auch schon alles!

„I Just Might“ – Basssound
Fast wie zu erwarten klingt „I Just Might“ nach einem P-Style-Bass mit Flatwound-Saiten und Ampeg B15-Verstärker samt Box. Ob Jamareo Artes die Bassline wirklich gespielt oder mithilfe von Sounds aus dem Rechner programmiert hat, vermag ich nicht genau sagen, würde aber eher auf Letzteres tippen.
Der Bass wird von einer Gitarre mit Fuzz gedoppelt. Falls man den Song jedoch ohne einen Gitarristen übt und/oder zu Hause einfach ein wenig Spaß haben möchte, kann man die Bassline auch mit einem Fuzz spielen.
„I Just Might“ – Transkription
Ich habe euch mit Vers, Pre-Chorus und Unisono-Lauf die wichtigsten Teile des Songs aufgenommen und notiert – viel Spaß damit!
Alles Gute und bis zum nächsten Mal, euer Thomas Meinlschmidt


