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Buchtipp: Hitless Wonder

Geschichten über die Exzesse der Stars von Motley Crüe oder den Stones gibt es ja nicht zu knapp. Joe Oestreich hat mit seinem Buch „Hitless Wonder“ jetzt aber mal eine Biographie über den Regelfall für Musiker geschrieben: Eine Band, die sich den Hintern abarbeitet und es trotzdem nicht über den Status ewiger Lokalhelden hinaus schafft. 

Es geht für seine Band Watershed Ende der 80er Jahre eigentlich ganz gut los: Sie spielt, spielt und spielt und schafft es in Columbus, Ohio bis zum Lokalmatadoren. Die lokale Musiklegende Willi Phoenix nimmt sich ihrer an, und hilft ihnen ein Demo zu produzieren – damals noch auf Cassette. In wahrer Do-It -Yourself Manier schaffen sie es sogar,  ohne Booking-Erfahrung eine Tour zu organisieren und spielen kleine Indie-Clubs wie The Patio in Indianapolis (natürlich erstmal die „New Band Night“), das Blind Pig in Champaign oder das Uncle Pleasant’s in Louisville. Im zweiten Schritt folgen Detroit, Charleston, West Virginia – nach oben scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein. Mit Hartnäckigkeit erkämpfen sich die jungen Musiker die Gelegenheit, spielen zu dürfen: Sogar im legendären Punk Club CBGB in New York gibt man schließlich ihrem Werben nach – auch wenn der Abend vor Ort dann eher nicht so schön für die Jungs wird: sie dürfen erst morgens um 3 auf die Bühne, die meisten sind gegangen und das Barteam stellt während des ersten Songs schon mal die Stühle hoch.
Watershed lassen sich nicht entmutigen und machen weiter – bis sie das Interesse eines Managements erregen: Sie hatten einer Freundin eine CD geschickt, die sie dann offensichtlich an die richtigen Kanäle weiter geleitet hatte: Denn hinter Crisis Management stand unter anderem Jim Steinman, der mit Meat Loaf jede Menge Erfolg verbuchen konnte, und nun seine eigene Managementfirma betrieb. Das führte dazu, dass Watershed nach vielen Absagen nun plötzlich doch einen Majordeal bei EPIC bekamen, Jim Steinman ihr Album produzierte – und sie in der Power Station in New York aufnehmen durften. Big Budget – Big Name: Klingt doch eigentlich nach einer sicheren Sache für die Band, oder? Aus unerklärlichen Gründen werden sie aber wenige Wochen nach Release noch in der Promophase vom Label gedroppt – obwohl die Resonanzen im Markt gut waren. Man hatte andere Prioritäten … und so geht es weiter.
Viele Bands zerbrechen an solchen Erlebnissen: nicht so Watershed. Sie spielten weiter. Und erlebten noch vieles mehr… Auch heute, über 20 Jahre später, ist die Band nach wie vor unterwegs – eine Band, die sich zum Teil seit Kindesbeinen kennt, wo die musikalischen Macher gemeinsam mit der Musik begonnen haben (es gibt diese Band aus echten Freunden eben doch!). Und sie spielen, spielen, spielen – obwohl der große Erfolg ausgeblieben ist. Joe Oestreich hat mit „Hitless Wonder“ ein schönes Buch über Musiker geschrieben, und deren schon autistisch anmutende Liebe zur Musik – die eigentlich nur von anderen Musikern verstanden werden kann. Nebenbei erzählt er viel über den eigenen Lebensweg und den der Bandmitglieder, am Ende hat man schon das Gefühl sie alle gut zu kennen! Das Buch ist dieses Jahr im Juni erschienen und momentan nur auf englisch erhältlich – ein Lesetipp für alle, die mal wissen wollen, wie das Leben im Bandbus wirklich aussieht … Rock on, Watershed!
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INFO

Verlag: Lyons Pr (5. Juni 2012)
Taschenbuch
Sprache: Englisch
ISBN: 978-0762779246

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von Ralf Schluenzen

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Logan sagt:

#1 - 05.07.2014 um 02:20 Uhr

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