Anzeige

Boss TU-3 Test

Praxis

Beim Stimmen kommuniziert man mit drei separaten Displays. Mithilfe einer einfachen Richtanzeige am oberen Rand erhält man eine grobe Orientierung, wenn man eine Saite anschlägt. Die beiden dreieckigen Leuchtpfeile geben an, ob der Ton zu hoch (Pfeil rechts leuchtet) oder zu tief (Pfeil links leuchtet) ist. Beide Richtpfeile leuchten, wenn die Stimmung passt. Genauere Informationen liefern zwei separate Displays, die jeweils für die Grob- beziehungsweise Feinstimmung zuständig sind. Bei der Grobstimmung richtet sich der Blick auf die Notenanzeige im kleinen, zentralen Rechteckdisplay. Dort erscheint der Notenname oder die Saitennummer des Tons, der dem gespielten Ton am nächsten liegt, in rot leuchtenden Großbuchstaben oder Zahlen. Mit der Mode-Taste kann der Status der Notenanzeige im Display verändert werden, wobei sich beim Durchsteppen per Mode-Taste sechs verschiedenen Varianten anbieten. Der aktive Modus wird auf einer Skala unter der Anzeigenkette für die Feinstimmung angezeigt.

Im „Chromatic Modus“ wird die chromatische Reihe von zwölf Tönen in Großbuchstaben dargestellt. Die komplette chromatische Leiter wird sukzessiv durchschritten, wenn eine Saite nach oben oder unten gestimmt wird. In diesem Modus kann man komfortabel jeden Bass und jede Gitarre stimmen, ganz gleich, mit wie vielen Saiten das jeweilige Instrument bestückt ist, denn der TU-3 stellt alle Schwingungen im Bereich von 16,35 Hz (C0) bis 4186 Hz (C8) dar. Freunde des gepflegten Heavy Metals werden sich freuen, denn der TU-3 unterstützt auch Drop Tunings. Im Modus „Chromatic Flat“ kann man Gitarren einen oder zwei Halbtonschritte tiefer stimmen und kommuniziert mit Notennamen. Im Modus „Guitar“ wird außerdem nach Saitenzahlen gestimmt. Die dünne E-Saite wird durch die Ziffer 1 repräsentiert, die dicke E-Saite durch die 6. Auch eine siebensaitige Gitarre findet hier die richtige Stimmung, denn die zusätzliche Saite bekommt die Ziffer 7.

TU-3_1-bigDisplayFIN

Im Modus „Guitar Flat“ lässt sich das Instrument bis zu sechs Halbtonschritte tiefer stimmen, dabei helfen Saitenzahlen bei der Kommunikation. Im Gegensatz zum Vorgänger TU-2 gibt es keine Modi für Open Tunings wie zum Beispiel DADGAD mehr. Scheinbar hielt man beim TU-3 solche Features für nicht relevant, da sich im chromatischen Modus auch Open Tunings hervorragend in Form bringen lassen. Auch im Modus „Bass“ kommuniziert man mit den Saitennummern. Im Modus „Bass Flat“ werden ebenfalls Drop-Tunings unterstützt. Dabei können die Saiten jeweils einen, zwei oder drei Halbtöne tiefer gestimmt werden. Aber auch hier unterstützt der TU-3 keine Open Tunings mehr.

Für die Feinstimmung ist die gut geschützte bogenförmige Anzeigenkette zuständig. Dabei handelt es sich um eine100-Cent-Skala, die mit ihren 21 bunten Lichtelementen eine sehr genaue Darstellung ermöglicht. Der Tonraum eines Ganztones wird mit einem Umfang von –50 Cent bis +50 Cent optisch abgebildet. Beim Erreichen der korrekten Tonhöhe bekommt man eine direkte Rückmeldung, wenn von den Seiten zwei Lichter ins Zentrum der Anzeigenkette laufen. Mit der STREAM/CENT Taste kann man zwischen den Betriebsarten „CENT“ und „STREAM“ wählen. Ist die Betriebsart „CENT“ eingestellt, orientiert man sich an der Position der im Display gezeigten digitalen Nadel, die auf den Fixpunkt in der Mitte der digitalen Skala gebracht werden sollte. Wenn die Saite korrekt gestimmt ist, leuchtet die LED in der Mitte der Tonhöhenanzeige.

In der Betriebsart „STREAM“ kommuniziert man mit einem Lauflicht, das im Display nach rechts fließt, wenn die Saite zu hoch, oder nach links, wenn sie zu tief gestimmt ist. Die Fließgeschwindigkeit des Lauflichts gibt dabei gleichzeitig die Entfernung zur richtigen Tonhöhe an. Die LEDs bewegen sich langsamer, wenn die Tonhöhenabweichung zur richtigen Stimmung abnimmt, und bleiben stehen, wenn die exakt richtige Tonhöhe erreicht wurde.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass separate Displays für Grob- und Feinstimmung inzwischen zwar zum Standard eines modernen Tuners gehören, man sich aber über so einfache Features wie eine zusätzliche Richtanzeige am oberen Rand freut, denn auf der Bühne ist jeder Hinweis willkommen. Im High Brightness Modus lässt sich sogar bei Tageslicht gut leben.

Mit zwei verschiedenen Betriebsarten für die Feinstimmung und sechs Modi für die Grobstimmung kann der Tuner individuell auf die jeweiligen persönlichen Bedürfnisse eingestellt werden. Sämtliche Einstellungen werden automatisch wieder aufgerufen, wenn der Tuner eingeschaltet wird. Ob Lauflicht oder Nadel, beim TU-3 bleibt es dem Geschmack überlassen, mit welchem Modus man arbeiten möchte. Präzise Ergebnisse mit einer Genauigkeit von +/- 1 Cent werden immer erzielt, unabhängig von der gewählten Betriebsart. Leider verfügt der TU-3 nicht über ein internes Mikrofon und kann deshalb nicht mit akustischen Gitarren oder anderen Instrumenten kommunizieren, die nicht selbst über Mikrofon oder Tonabnehmer verfügen und ein elektrisches Signal ausgeben. Durch seine chromatische Ausrichtung wäre er nämlich ohne Weiteres auch für Blas- oder Streichinstrumente zu gebrauchen.

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht

Boss OC-5 Octaver Test

Gitarre / Test

Der Boss OC-5 Octaver führt relativ mühelos die Tradition fort, nach der die OC-Reihe Vorbildcharakter im Bereich der Octaver-Pedale hat. Und das seit 1982.

Boss OC-5 Octaver Test Artikelbild

Der Boss OC-5 Octaver gilt, was seine Herkunft angeht, als Nachkömmling des OC-2, das für viele schlichtweg das Octaver-Pedalschlechthin verkörpert. Seit dem Erscheinen des Pedals im Jahre 1982 hat sich unter der Haube einiges getan – der Version 3 beispielsweise wurde ein Poly-Modus implantiert.

Boss Nextone Special Test

Gitarre / Test

Der Boss Nextone Special ist mit 80 Watt der größte Combo der Serie und bewegt sich trotz Solid-State-Bauweise nah am Sound der legendären Röhrenklassiker.

Boss Nextone Special Test Artikelbild

Die Boss Nextone Serie an E-Gitarrenverstärkern, die der japanische Hersteller neben Katana- und Waza in seinem Portfolio aufführt, beinhaltet drei Ampmodelle in unterschiedlichen Ausführungen. Laut Hersteller bieten sich die Nextone-Combos, die in einer Stage, Artist und Special Ausführung erhältlich sind, einerseits als Übeverstärker, allerdings auch durchaus als professionelle Bühnenbegleiter an. Allen gemeinsam ist dabei die hauseigene "Tube Logic"-Technologie, ein zweikanaliger Aufbau, On-Board-Effekte, schaltbare Endstufen-Charakteristika und einiges mehr.Das Flaggschiff der Nextone-Reihe ist aktuell das "Special"-Modell mit 80 Watt Leistung, einem Waza B12W 12''-Custom-Lautsprecher und drei Speicherplätzen für Soundsettings. Die kleinste Variante, der Nextone Stage, war bereits Gegenstand eines Tests

Boss Pocket GT Test

Gitarre / Test

Der Boss Pocket GT ist gleichzeitig Übungsamp, Multieffekt, Modelling-Amp, Audiospieler und Audio-Interface und beherrscht alle Disziplinen mit Bravour.

Boss Pocket GT Test Artikelbild

Beim Boss Pocket GT handelt es sich um einen ultrakompakten Kopfhörerverstärker, der sich ideal zum Üben und zu Recordingzwecken einsetzen lässt und dank seiner Bluetooth-Funktion in Kombination mit einem Smartphone oder Tablet weitreichende Möglichkeiten bietet. Dazu gehört zum einen ein toller Editor, aber auch die Option, Songs entweder vom Handy oder aber direkt aus YouTubein einem Browser zu öffnen und dann dazu zu jammen. Das Ganze kommt in der Größe eines Smartphones und speist sich aus einem per USB aufladbaren Akku, sodass lästige Batteriewechsel entfallen. Wer glaubt, dass man bei diesem Winzling Abstriche hinsichtlich der Effektalgorithmen machen muss, der irrt. Hier steht eine Vielzahl an Amp- und Effektmodellen zur Auswahl und es ist sogar die Kompatibilität zum Boss GT-1 in beide Richtungen gewährleistet.Mir liegt das Pocket GT zum Test vor und ich will mich persönlich davon überzeugen, ob wir es hier mit der neuen Übe-Wunderwaffe

Boss RC-5 & RC-500 Test

Gitarre / Test

Mit dem Boss RC-5 und dem Boss RC-500 erklimmen die beiden Loop-Stationen die nächste Evolutionsstufe und lassen bei unserem Tester kaum Wünsche offen.

Boss RC-5 & RC-500 Test Artikelbild

Die beiden Loop-Stations Boss RC-5 und Boss RC-500 sind das Ergebnis einer Frischekur, die der japanische Hersteller zwei seiner Loopern verpasst hat. Ergebnis sind ein neues Display-Layout, eine verbesserte Klangqualität und eine überarbeitete Rhythmus-Sektion mit bis zu 13 Stunden Speicherkapazität. Außerdem wurden bei beiden Loopern die Möglichkeiten zur externen Steuerung und zur Einbindung in Midi-Systeme grundlegend neu gestaltet. Insbesondere das zweikanalige RC-500 scheint dabei in Sachen Flexibilität kaum noch Grenzen zu kennen, da hier sowohl die Schalterfunktionen als auch das interne Routing frei konfigurierbar sind.

Bonedo YouTube
  • Ibanez EHB1006MS-MGM - Sound Demo (no talking)
  • Spector NS Ethos 5 - Sound Demo (no talking)
  • Harley Benton JJ55OP - Sound Demo (no talking)