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Berufsbild Eventmanager/in

INTERVIEW

Eventmanagerin Mareike Schmitt
Mareike Schmitt (23) aus Berlin ist im Begriff, ihren Bachelor of Arts in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Eventmanagement zu machen. Sie wählte den Weg des „dualen Systems“, der parallel eine Ausbildung im Betrieb und ein Studium an einer privaten Hochschule verbindet. Bei ihr ist dies die internationale Berufsakademie Berlin (iBA).

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bonedo: Wie bist Du auf die Idee gekommen, Eventmanagerin zu werden?
Mareike Schmitt: Nach dem Abitur hatte ich mich für eine Stelle im Hotelmanagement beworben, was nicht geklappt hat. Darauf habe ich mich bei der DEAG (Deutsche Entertainment AG) in Berlin um einen Praktikumsplatz beworben – und habe ihn bekommen. Das Praktikum begann im November 2007 und dauerte sechs Monate. Während der Praktikumszeit habe ich einige Wochen für das Label „DEAG Music“ gearbeitet, das war eine spannende Zeit! In meiner ersten Woche kam das Albumdebüt von David Garrett heraus, deshalb war viel zu tun. Hotels mussten gebucht und Caterings organisiert werden – ich wurde gleich in die Künstlerbetreuung eingebunden. Zudem habe ich Promo-CDs verschickt und Presse-Clippings erstellt. Später war ich in der Marketingabteilung tätig und habe den Marketingtmanagern zugearbeitet. Außerdem habe ich mich um die Homepage deag.de gekümmert, Veranstaltungen eingepflegt und die Seite stets auf dem neuesten Stand gehalten.
bonedo: Wie ging es nach dem Praktikum weiter?
Mareike: Die DEAG hat mir angeboten, mich zu übernehmen, wenn ich mich für den „dualen Studiengang“ entscheiden würde. „Dual“ bedeutet in diesem Fall, der Student arbeitet die Hälfte der Woche im Betrieb, die andere Hälfte studiert er an der Berufsakademie. Im Oktober 2008 habe ich die Ausbildung begonnen. Das Modell, was ich hier in Berlin durchlaufe, wird von einer privaten Hochschule angeboten, die staatlich anerkannt ist. Es heißt „geteilte Woche“, das bedeutet zwanzig Stunden arbeiten, zwanzig Stunden studieren.
bonedo: Privat bedeutet auch, dass die Studierenden Gebühren zahlen müssen, richtig?
Mareike: Stimmt, die Hochschule kostet 515 € im Monat. Mein Ausbildungsgehalt reicht für die Studiengebühren, aber für meine Lebenshaltungskosten kommen meine Eltern auf. Bafög erhalte ich nicht.
bonedo: Warum hast du dich für das „duale System“ und gegen ein reines Hochschulstudium entschieden?
Mareike: Da ich gleichzeitig in einer Veranstaltungsfirma arbeite, habe ich immer den Bezug zur Praxis. Am Ende werde ich den Abschluss einer privaten Schule und dazu ein Arbeitszeugnis haben. Eine Privatschule mit ergänzender praktischer Ausbildung macht für mich Sinn.
bonedo: Auf welchen Geschäftsfeldern ist die DEAG aktiv?
Mareike: Die DEAG ist sowohl als örtlicher Veranstalter tätig als auch als Veranstalter von Tourneen in Deutschland, England und der Schweiz. Zudem besitzt die DEAG mehrere Spielstätten und hat darüber hinaus durch exklusive Pachtverträge Zugang zu mehreren Spielstätten. Insgesamt hat sie 28 Beteiligungsgesellschaften.
bonedo: Was passierte in der Ausbildung?
Mareike: Schwerpunktmäßig war ich im Marketing tätig, so habe ich Werbemittel wie Flyer erstellt, diese in einer bestimmten Auflage drucken lassen und ihre Verteilung organisiert. Wir haben unter anderem Gewinnspiele initiiert, Listen mit Email-Adressen aufgebaut und zusammem mit der Presseabteilung den Internet-Newsletter erstellt. Insgesamt wurde mir in der Ausbildung ein guter Gesamteindruck davon vermittelt, wie ein Konzern der Live-Entertainment-Branche funktioniert.
bonedo: Was gefällt dir am Marketing?
Mareike: Dieser Bereich ist sehr vielfältig! Zum Beispiel war ich mit Premium Ticktes befasst, das sind Tickets, die mehr bieten als nur das reine Event. Das bedeutet, es gibt Logen mit spezieller Betreuung, Essen und Trinken und manchmal guckt auch noch der Künstler vorbei und gibt Autogramme. Übrigens ein perfektes Beispiel für Eventmanagement. Es geht u.a. darum, Locations anzufragen, Catering-Angebote einzuholen, Hostessen zu buchen und dergleichen. Anschließend muss man den Ticketpreis kalkulieren. Diese Aufgabe fand ich interessant, weil wir ähnliche Events auch im Studium theoretisch behandelt haben.
bonedo: In welchen anderen Bereichen warst du tätig?
Mareike: Zum größten Teil habe ich den Senior Manager Marketing im flankierenden Geschäft unterstützt, Recherchen getätigt und Präsentationen erstellt. Seit 2009 macht die DEAG zum Beispiel auch Merchandise für David Garrett und Peter Maffay. Da war ich in Sachen Logistik die Schnittstelle von Tourneeveranstaltern und Merchandisern und hab dafür gesorgt, dass sie gegenseitig alle Daten erhielten, dass die Konzessionen eingeholt und dass Übersichten und Abrechnungen erstellt wurden.
bonedo: Welche Fächer werden an der Hochschule unterrichtet?
Mareike: Der Studienplan besteht vor allem aus Betriebswirtschaftslehre, Einführung in Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftspolitik, internationales Management, Buchhaltung, Wirtschaftsenglisch, Recht, wissenschaftliches Arbeiten, Rhetorik.
bonedo: Geht es im Studium auch konkret um Events?
Mareike: Ja, wir konzipieren und erstellen Events in der Theorie. Da viele unserer Dozenten aus der Praxis kommen, geben sie uns Vorlagen realer Events, an denen wir uns orientieren müssen.
bonedo: Wie ist der Zeitplan der dualen Ausbildung?
Mareike: Die Ausbildung dauert drei Jahre. Am Ende eines jeden Semesters gibt es Prüfungen, im fünften Semester hatte ich zehn Prüfungsleistungen. Das ist sehr viel Arbeit! Außerdem gibt es keine Semesterferien, stattdessen schließt die Schule fünf Wochen im Jahr. In der Zeit sollte man praktischerweise seinen Urlaub nehmen.
bonedo: Und was steht am Ende der Ausbildung?
Mareike: Ich schreibe gerade meine Bachelor-Arbeit. Es ist eine Analyse der flankierenden Vermarktungspotentiale im Live-Entertainment dargestellt am Beispiel der DEAG. Konkret geht es um Sponsoring, Merchandising, Live-Recording und aufgewertete Premium Tickets. Die Arbeit muss zwischen vierzig und fünfzig Seiten umfassen. Danach folgt eine mündliche Verteidigung der Arbeit. Die Arbeit wird von beiden Seiten bewertet: zum einen vom Hochschul-Dozenten, der mich betreut und mir eine Note gibt, zum anderen von meinem Ausbilder im Unternehmen, der mir auch eine Note gibt.
bonedo: Letzte Frage: Was sind deine beruflichen Pläne nach dem Bachelor?
Mareike: Ich bin jetzt vier Jahre bei der DEAG, ich will auf jeden Fall noch etwas anderes machen. Ich hoffe auf einen Master-Studienplatz in Betriebswirtschaftslehre an einer staatlichen Universität, aber dieser Studiengang ist begehrt und es gibt nur wenige Plätze. Ich hab mich bereits beworben und warte ab, was passiert…
bonedo: Mareike, vielen Dank für das Gespräch.

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von henning.richter

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