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Apogee Duet 2 Test

PRAXIS

Aus ganz pragmatischen Überlegungen habe ich mich für mein eigenes RME Fireface 400 und dessen integrierte Mic-Pres zum Vergleich entschieden. Davon abgeleitet, kann man sicherlich auch dasRME Babyface bewerten, was ich als direkten Konkurrenten zum Duet 2 sehe. Aber hört lieber selbst!

Audio Samples
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Fender Jazz Bass (DI) – 18 dB Gain Fender Jazz Bass (DI) – 18 dB Gain + Soft-Limit Fender Jazz Bass (DI) – RME Fireface 400 Fender Jazz Bass (DI) – 30 dB Gain – CLIPPING Fender Jazz Bass (DI) – 30 dB Gain + Soft-Limit Fender Telecaster (DI) – 9 dB Gain Fender Telecaster (DI) – 9 dB Gain + Soft-Limit Fender Telecaster (DI) – 18 dB Gain + Soft-Limit Fender Telecaster (DI) – RME Fireface 400 Fender Telecaster (DI) – 13 dB Gain Fender Telecaster (DI) – 13 dB Gain + Soft-Limit Taylor 414CE (TLM103) – 39 dB Gain Taylor 414CE (TLM103) – 39 dB Gain + Soft-Limit Taylor 414CE (TLM103) – RME Fireface 400 Taylor 414CE (TLM103) – 51 dB Gain Taylor 414CE (TLM103) – 51 dB Gain + Soft-Limit Taylor 414CE (TLM103) – RME Fireface 400 Sonor Tambourine (TLM103) – 9 dB Gain Sonor Tambourine (TLM103) – 9 dB Gain + Soft-Limit Sonor Tambourine (TLM103) – 18 dB Gain + Soft-Limit Sonor Tambourine (TLM103) – RME Fireface 400 Egg Maraca (TLM103) – 18 dB Gain Egg Maraca (TLM103) – 18 dB Gain + Soft-Limit

Ich mach es mal kurz: Duet 2 klingt sehr gut, direkt, schnell, durchsetzungsfähig und mit genügend  Low- und High-End. Der E-Bass kommt deshalb schön schnell und tief rüber, ohne zu „verschleifen“. Die Telecaster-Aufnahmen zeigen uns ebenfalls, dass das D.I.-Signal über jeden Zweifel erhaben ist! An der Taylor-Akustikgitarre kann man wiederum sehr gut die Transienten-Auflösung betrachten. Der Shaker und das Tamburin wiederum zeichnen die Charakteristik des Neumann TLM 103 gut mit seiner leichten Präsenz nach. Mein Dank an dieser Stelle gebührt deshalb auch Lars Dahlke, der mir mit seinem spielerischen Können tatkräftig zur Seite stand.
Beim normalen Musikhören und mit Kopfhörern aufgesetzt, fällt außerdem vor allem im Direkt-Vergleich zu dem Standard MacBook-Audioausgang sofort auf, wie klar und präsent die Höhen hier sind – der Unterschied ist echt gewaltig und dabei benutzte ich für diesen Vergleich noch nicht mal besonders teure Kopfhörer. Die Wandler sind dennoch linear, der deutliche Präsenz-Unterschied entsteht vor allem durch den leidigen Mangel an Qualität der unsauber und billig arbeitenden Apple-Notebook-Wandler.
Über meine Studio-Monitore fallen mir dann selbstverständlich auch die schnellen und attackreichen Bass-Anteile auf. Im Vergleich zum MacBook-Output sind auch hier wieder die Unterschiede deutlich hörbar. Im weiteren Vergleich mit meinen RME-Wandlern muss man allerdings schon das Gras wachsen hören können, um relevante Unterschiede feststellen zu können. Klar, man befindet sich ja hier auch in etwa einer Liga. Unterschiede sind meiner Einschätzung nach nur in homöopathischen Dosen vorhanden – aber spürbar: Die Höhen empfinde ich im Vergleich zu meinem Fireface 400 als etwas präsenter und die Bässe als dezent knackiger, die Mitten treten dadurch aber auch ein „ganz klitzekleines Stückchen“ in den Hintergrund. Prädikat „bigger than real“, was in der Popularmusik aber durchaus gewünscht ist. Im Versuchsaufbau würde ich RME dann das Prädikat „ehrlich, teutonisch nüchtern “ attestieren. Aber wie gesagt, es handelt sich hier um feinste Nuancen – „ echter Sound“ sollte sowieso vor dem Wandler entstehen.
Die Soft-Limit Funktion, welche Clippings durch dezente Limiting-Komprimierung umgeht, ist in den Eingängen gerade für sich selbst aufnehmende Musiker ein echter Segen! Sogar kreativ lässt sich dieser Effekt nutzen, obwohl er dafür nicht unbedingt gemacht wurde. Im Zweifelsfall sollte man natürlich nur so laut pegeln, dass die roten Clipping-Anzeigen auch ohne Soft-Limit gar nicht erst aufleuchten würden. Aktiviert man dann noch zusätzlich Soft-Limit, kann die Aufnahme aus technischer Sicht faktisch nicht mehr ruiniert werden. In den Audiobeispielen habe ich selbstverständlich auch mal die Extreme ausgelotet.
In diesem Zusammenhang sollte man die äußerst detaillierte Pegelanzeige erwähnen und die gut-aufgelöste, digitale Darstellung des Displays loben. Fernab von LED-Ampeln erhält man so die Grundlage für wirklich filigranes und zuverlässige Pegeln, was besonders bei dynamischen Signalen – wie z.B. unkomprimierten D.I.-Gitarren – wichtig ist. Die Softtouch-Pads mit dem Clipping-Anzeigen-Reset zu belegen ist also eine durchaus clevere Sache. Alles kann man übrigens zwar nicht über das Gerät einstellen, aber die meisten Basics funktionieren. Und mal ehrlich, mehr als laut, leise, Gain und Kopfhörer an macht man doch eh nicht am Gerät, oder ? Mit Maus und Software geht das ja eh viel schneller.

Fotostrecke: 6 Bilder Die Inputs mit den verschiedenen Eingangsoptionen.
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Bedienkomfort und Logik nehmen bei Apogee aber seit jeher einen großen Teil des Produktversprechens ein, und wenn man sich mit einem Audiointerface schon für nur eine Plattform entscheidet, kann man das auch erwarten. Meine Erwartungen, was die Benutzerfreundlichkeit, Übersichtlichkeit und Einfachheit anbelangten, wurden dahingehend deshalb mehr als zufriedengestellt. Auspacken, Installieren, Maestro öffnen, kurzen Überblick verschaffen – Aha! – verstanden. Der Rest ergibt sich. Explizit finde ich es mehr als gelungen, dass man mit der Maestro-Steuersoftware wirklich nur EIN übersichtliches Fenster benötigt, um alle Funktionen logisch im Überblick zu behalten. 
Einfachheit und Nutzerfreundlichkeit stehen zwar auch im Handbuch an vorderster Stelle, und so wird auch hier keiner alleine gelassen, allerdings muss man der englischen Sprache mächtig sein. Das “große PDF-Manual” muss allerdings erst heruntergeladen werden, da beigelegt nur ein Quick-Start-Heftchen zu finden ist. Irgendwie blöd dabei: Ich konnte auf  www.apogeedigital.com zwar ein deutsches Handbuch für Duet 1 finden, aber keines für Duet 2. War das eine Sparmaßnahme?

Fotostrecke: 2 Bilder Low-Latency Monitoring mit Bildern erklärt!
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Die nicht vorhandenen, digitalen Schnittstellen könnten – wie auch die Windows-Inkompatibilität – für viele Anwender genauso gut irrelevant sein, deshalb fließt das nicht in die offizielle Wertung mit ein. Das es allerdings kein bisschen Hardware-Monitoring-Hall/EQ, etc. gibt, finde ich persönlich schon etwas schade und macht mit Hinblick auf andere Anbieter etwas neidisch. Bei den von mir erreichten 32 Samples zur knackfreien Wiedergabe bei 44,1 kHz kann man – bei geringer Spuranzahl und kontrolliertem Effekte-Wahn – aber auch mal DAW-interne Hall-Büchsen fürs Monitoring auffahren. Das Handbuch empfiehlt übrigens 128 Einheiten als Sample-Buffer-Size.
Als echter Audio-Nerd habe ich natürlich noch ein paar Extra-Punkte zu bemängeln, aber auch die könnten Normal-Anwendern reichlich egal sein, sodass auch diese nicht in den Contras auftauchen: Zum einen leuchtet es mir persönlich nicht ganz ein, warum die Ausgänge über Klinke und nicht über XLR realisiert wurden. Zum anderen hätte ich es auch toll gefunden, an der Kabelpeitsche mehr Anschlüsse als Inputs vorzufinden, sodass man nur über die Software-Instrumente auszuwählen bräuchte und weniger Umstecken müsste. Gerade bei einer so „slicken Styler-Lösung für Singer/Songwriter“ wäre das in meiner Erwartung gewesen. Gut, es gibt die Break-Out-Box, aber die kostet auch schon wieder extra Taler.
Verschweigen möchte ich auch nicht, dass ich während der Netz-Recherche in gewissen Nutzerforen  von Problemen mit vereinzelten Apple-Rechnermodellen gelesen habe. Immerhin bietet Apogee einen speziellen, auf die Übeltäter angepassten Treiber an, wodurch im Schadensfall das Interface  mit „nur“ 96 kHz läuft. Das ist durchaus verschmerzbar und wahrlich nicht der Kategorie „böser Bug“ hinzuzufügen, zumal die Apogee-Website mit der Problematik offen und ehrlich umgeht. Und das ist, wie ich finde, ein doch sehr gutes Zeichen. Bei anderen Firmen werden Probleme ja gerne mal totgeschwiegen.

Kommentieren
Profilbild von Gerd Brandes

Gerd Brandes sagt:

#1 - 22.05.2012 um 19:56 Uhr

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Toll, dass ihr das Möglich gemacht habt, das Babyface und das Duet 2 vom gleichen Autoren testen zu lassen, Vielen Dank dafür!Ich benötige eigentlich nur 2 hochwertige Ein- und Ausgänge analog, und keine weiteren digitalen Eingänge.Die folgende Aussage zum Duet hat mich nun auch soundtechnisch überzeugt:
" Die Höhen empfinde ich im Vergleich zu meinem Fireface 400 als etwas präsenter und die Bässe als dezent knackiger, die Mitten treten dadurch aber auch ein „ganz klitzekleines Stückchen“ in den Hintergrund. Prädikat „bigger than real“, was in der Popularmusik aber durchaus gewünscht ist. Im Versuchsaufbau würde ich RME dann das Prädikat „ehrlich, teutonisch nüchtern “ attestieren. Aber wie gesagt, es handelt sich hier um feinste Nuancen - „ echter Sound“ sollte sowieso vor dem Wandler entstehen. "

Profilbild von Felix Klostermann

Felix Klostermann sagt:

#2 - 23.05.2012 um 17:31 Uhr

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Hallo Gerd Brandes, freut mich, dass ich helfen konnte. :-)

Profilbild von Nils Noehden - Apogee Electroni

Nils Noehden - Apogee Electroni sagt:

#3 - 01.06.2012 um 12:57 Uhr

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Lieber Bonedo Leser,Das neueste Software Update für Duet 2 ist von unserer Website zum Download erhältlich und beseitigt die vereinzelt aufgetretenen, im Test angesprochenen Bugs.
Mit der neuesten Software läuft das Duet 2 jetzt einwandrei, mit vollem Funktionsumfang.Vielen Dank!Herzliche Grüße,Nils

Profilbild von BonedoMalte

BonedoMalte sagt:

#4 - 01.06.2012 um 16:36 Uhr

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Moin Nils! Danke für die Information und viele Grüße!

Profilbild von Tom Wolter

Tom Wolter sagt:

#5 - 20.06.2012 um 15:11 Uhr

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Hab mir das Teil jetzt gekauft, bin erstaunt wie viel besser es klingt gegenüber der alten mbox, die ich vorher hatte.
Ist nicht ganz billig aber ist wirklich hervorragend.Tom

Kommentare vorhanden
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