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Allen & Heath Xone:DB2 Test

“Geht’s vielleicht auch ein bisschen kleiner?” Das dürfte sich mancher DJ beim Anblick des Xone:DB4 gefragt haben. Denn tatsächlich ist das Digitalmixer Flaggschiff aus dem Hause Allen & Heath mit seinen insgesamt vier Looper- und Effekt-Sektionen ein ziemlich ehrfurchteinflößendes Feature-Monster, dessen ganzes Potenzial am Ende wohl nur ein kleiner Teil von DJs wirklich nutzen wird.

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Das hat man wohl auch im englischen Cornwall erkannt und folgerichtig präsentieren Allen & Heath mit dem Xone:DB2 nun einen kleinen Bruder. Dass der DB2 aber kein abgespeckter DB4 ist, sondern in seiner Gesamtheit ein komplett eigenständiges Mixer-Konzept darstellt, konnten wir bei unserem Test eindrucksvoll feststellen.

DETAILS

Der Xone:DB2 ist ein digitaler 4-Kanal-Clubmixer mit umschaltbarer Klangregelung (Standard-EQ, Kill-EQ und Filter), die von Allen & Heath auf den passenden Namen „Trimodal EQ“ getauft wurde. Ihr zur Seite stehen zwei separate Effekt-Einheiten und eine umfassende MIDI-Implementierung, die den Mischer zu einem vollwertigen Controller macht. Zusätzlich verfügt er über ein internes Vollduplex fähiges 4-Kanal-Stereo Audiointerface, welches via USB an den Rechner angebunden wird und einen zusätzlichen Mikro-/Line-Signalweg. Die gesamte interne Signalverarbeitung erfolgt mit 24-Bit. Diese Datenströme werden dann an einen aus der hauseigenen iLive-Serie stammenden Zweikern-DSP weitergereicht der sämtliche EQs, Filter und Effekte berechnet. Ein leuchtstarkes OLED-Display visualisiert dabei weitergehende Effekt-Parameter und BPM-Werte und fungiert darüber hinaus als Schaltzentrale für alle Routing- und Konfigurationseinstellungen.

Auspacken
Dem DB2 sollte auch bei grobem Transport nichts passieren, denn er reist passgenau eingekuschelt in einen PU-Schaum-Rahmen und ist liebevoll mit einer Noppen-Schaumstoffmatte zugedeckt. Als Weggefährten finden sich im Karton: Eine englischsprachige Bedienungsanleitung, ein USB-Kabel, eine CD mit Treibern und Dokumentationen, ein Stromkabel und erfreulicherweise eine Tüte mit Poti- und Fader-Köpfen zum Ersatz. Eine gute Idee (die sich auch gerne bei anderen Herstellern rumsprechen darf).

Fotostrecke: 2 Bilder Der Xone:DB2 reist in vorbildlich sicherer Verpackung
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Äußerlichkeiten
Mit seinen 32 Zentimetern in der Breite, 35,8 in der Tiefe und 8,8 in der Höhe beansprucht der DB2 exakt die gleiche Stellfläche wie der DB4. Da aber die Kanal-Looper weggefallen sind, konnten die Designer den Bedienelementen viel mehr Platz zueinander einräumen. Dies erweist sich visuell, aber auch praktisch als wesentlich übersichtlicher und besser bedienbar als beim stellenweise doch etwas überladen wirkenden großen Bruder. Zentrales Element sind natürlich die vier Stereo-Kanalzüge in der Mitte des DB2. Links daneben befindet sich ein separater Mikro/Line-Kanal nebst Kopfhörer-Ausgängen, rechts davon die Monitoring- und Effekt-Sektion samt des kontraststarken OLED-Displays.

Fotostrecke: 2 Bilder Die Bedienoberfläche des DB2
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Auch beim DB2 kommen die neuen rechteckigen Taster zum Einsatz, die mir schon beim DB4 angenehm aufgefallen sind. Vorbei die Zeiten der für Allen & Heath typischen runden Knöpfe mit leuchtendem Ring. Die Taster der neuen Bauform ragen nun knapp Fingernagelbreit über die Faceplate, verfügen über einen eindeutigen Schaltpunkt und lassen sich auch im „darüber wischen“ noch gut drücken (im Gegensatz zu den bisher verbauten, runden Tastern, die man aufgrund der hohen Bauform zwingend oberhalb des Leuchtringes treffen musste).
Wo wir schon bei der Faceplate sind: Ihr wurde eine matte, nachtschwarze Lackierung spendiert, die im Gegensatz zum nervigen Pianolack, der sich in jüngerer Zeit aus irgendeinem Grund massenhaft verbreitet, eine hervorragende Ablesbarkeit auch in kritischen Lichtsituationen gewährleistet. Die Input-, Cue-, EQ- und FX-Segmente sind durch weiße Rahmen und einen leicht kontrastierenden Farbauftrag optisch von den übrigen Bedienelementen abgesetzt, was die Übersichtlichkeit ebenfalls positiv unterstützt.

Fotostrecke: 2 Bilder Auch im DB2 hat das neue Taster-Design Einzug gefunden
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Insgesamt wirkt der Xone:DB2 äußerst robust und solide. Von der Seite betrachtet kommt sogar der Eindruck einer gewissen „Bulligkeit“ auf – das Teil ist kein Spielzeug. Auch in Bezug auf die Haptik kann ich dem Mixer das Prädikat „Handschmeichler“ vergeben, denn alle Taster besitzen einen eindeutigen Klickpunkt, Potis und Faderkappen haben dank ihrer Gummierung einen präzisen Grip und die Fader pflügen ohne Murren über die Leiterbahn. Positiv fällt auch das gut bemessene Platzangebot rund um den Crossfader auf. Das, in Verbindung mit dem klar strukturierten Layout und dem guten Abstand der Bedienelemente zueinander, sorgt für Bestnoten in den Bereichen Verarbeitung, Haptik und Layout.

Gerade aus dieser Perspektive wirkt der DB2 kompakt und bullig
Gerade aus dieser Perspektive wirkt der DB2 kompakt und bullig

Anschlüsse
Auf der Rückseite sehe ich links ein Kensington-Lock, welches bei mir für die heitere Vorstellung sorgt, wie jemand dem DJ diesen Fünf-Kilo-Boliden unbemerkt unter den Fingern wegmopsen sollte. Hier dürfte die Präsentation auf Messen wohl eher der Grund für die Ausfräsung des Gehäuses gewesen sein. Darunter befindet sich der Power-Schalter, bei dem man auf eine einfache Taster-Variante gesetzt hat. Modelle, die einen umlaufenden Rahmen als Sicherung gegen versehentliches Ausschalten beim Umstöpseln besitzen, gefallen mir in dieser Preisklasse eigentlich besser. Rechts daneben geht es weiter mit dem Main-Mix-Out, der als symmetrischer Stereo-XLR-Out ausgelegt ist. Record- und Booth-Out sind unsymmetrisch, wobei sich Erstgenannter als Stereo-Cinch-Buchse präsentiert, zweiter in Form eines Stereo-Klinken-Pärchens ausgelegt ist.

Die Anschlusssektion des DB2
Die Anschlusssektion des DB2

Daran schmiegen sich die Analog-Eingänge der vier Kanalzüge in Form von vier Stereo-Cinch-Buchsen an. Die Eingangsverstärkung der inneren beiden Kanäle (zwei und drei) lässt sich mittels zweier Tasten zwischen Phono- und Line-Pegel umschalten. Wer Bedarf an einem dritten Turntable haben sollte, kann über das Menü für den Eingang eins oder vier einen virtuellen RIAA-Verstärker aktivieren, der das Eingangssignal softwareseitig auf den nötigen Arbeitspegel hebt. Vinylisten die Turntables besitzen, welche bereits mit einem Digitalausgang ausgestattet sind, können aber auch die zwei darunter liegenden S/PDIF-Digital-Eingängen nutzen. Diese sind als Cinch-Buchsen ausgelegt und können jeweils mit unterschiedlichen Sampling- und Bit-Raten befeuert werden. Rechts daneben befindet sich eine weitere S/PDIF-Buchse, die das Record-Signal digital mit 24Bit/48kHz an die Außenwelt übermittelt. Ihr folgt eine RJ-45-Buchse, die für den proprietären Datenaustausch über das X-Link-Protokoll vorgesehen ist. Das erste Gerät, das auch mit dieser Schnittstelle ausgestattet ist, ist der neue K2-Controller, der schon darauf wartet, von uns getestet zu werden. Ziel der Übung ist es, dass am Ende nur ein einziges USB-Kabel zum Rechner geführt werden muss und die Kommunikation der Allen&Heath-Geräte untereinander über das robuste Netzwerkkabel erfolgt.

X-Link und USB im einträchtigen Miteinander
X-Link und USB im einträchtigen Miteinander

Der bunte Konnektivitäts-Reigen findet seinen krönenden Abschluss in Form einer USB-Buchse zur Anbindung eines Rechners. Kopfhörer finden ihren Anschluss auf der Oberseite des DB2.

Kanalzüge
Schauen wir uns einen der vier identischen Stereo-Kanalzüge im Detail an. Zuoberst wählt man mit einem gerasterten Poti und einem dreistufigen Kippschalter aus, welche der vier möglichen analogen oder digitalen Audioquellen auf dem Kanal landen soll. Ein Trim-Poti dient der Aussteuerung im Bereich von plusminus 10dB. Direkt darunter beginnt die Klangbearbeitungs-Sektion in Form dreier mittengerasterter Potis.

Die Kanalzüge des DB2
Die Kanalzüge des DB2

Ihr folgt ein Kippschalter, mit dem sich das Audiosignal entweder auf die linke (X) oder rechte (Y) Seite des Crossfaders routen lässt. In Mittelstellung wandert das Signal am Filter und Crossfader vorbei und landet direkt auf dem Line-Fader. Darunter hat der Cue-Taster seinen Lagerplatz gefunden. Vorletztes Glied in der Kette ist der 60 Millimeter lange Dual-Rail-Fader. Wie bei Allen & Heath nicht anders zu erwarten, gleitet er butterzart über die Leiterbahn. Er wird von einer Pegelanzeige mit sechs Segmenten flankiert, die verlässlich Auskunft über die gerade anliegende Signalstärke gibt und dank der digitalen Steuerung zwischen Bar (Standard VU-Meter), Dot (nur die Pegelspitzen werden von einer einzelnen LED angezeigt) und Peak (Signalspitzen werden gehalten) umgeschaltet werden kann.

Die Kanal-Pegelanzeige im Dämmerlicht
Die Kanal-Pegelanzeige im Dämmerlicht

Plus Eins
Neben den vier Hauptkanalzügen besitzt der DB2 einen fünften Kanal, welcher für den Anschluss eines Mikrofons oder einer Line-Quelle zuständig ist. Im hohen Norden startet er mit einer XLR-Buchse. Darunter warten zwei Stereo-Cinch-Buchsen auf die Zuführung von Line-Signalen. Den Eingangsbuchsen folgen ein Gain-Poti, eine zweibandige Klangregelung (High / Low, +/- 15dB), Cue- und Channel-On Taster sowie ein Potenziometer zur Lautstärkeregelung. Als praktisches Detail erweist sich, dass auch in diesem Kanal ein Channel-Assign-Switch zur Zuweisung des Signals auf den Crossfader oder die Summe bereitsteht, wodurch man das Signal elegant der Effektsektion zuführen kann.

Der Mikrofonkanal kann dank Cinch-Buchse und Fader-Zuweisung auch als Audiokanal genutzt werden
Der Mikrofonkanal kann dank Cinch-Buchse und Fader-Zuweisung auch als Audiokanal genutzt werden

Klangregelung
Allen & Heath haben ihre digitale EQ-Steuerung auf den gut gewählten Namen „Trimodal-EQ“ getauft. Dabei trifft das Wortkompositum mit dem Präfix „Tri“, für drei und „modal“ für Modus, die Sache schon ziemlich gut – denn die Klangregelung kann wahlweise im Dreiband-Isolator-, EQ- und Zweiband-Filtermodus in Aktion treten. Im Isolator-Betrieb arbeiten die drei Bänder High/Mid/Low mit einer Anhebung von plus sechs Dezibel und einer Absenkung bis unendlich. Die Flankensteilheit weist hier mit 24dB pro Oktave ein ordentlich trennscharfes Gefälle auf. Ist der EQ-Modus aktiv, verhält sich die Absenkung mit maximal 26dB und einer Flankensteilheit von 12dB pro Oktave wesentlich zahmer und musikalischer. Die Einstellung ‚Filter’ verwandelt die Klangregelung in ein Resonanz-Bandpass-Filter mit 12dB Flankensteilheit pro Band. In diesem Modus dienen das High- und Low-Poti dazu, die Eckfrequenzen nach oben und unten zu bestimmen und das Mid-Poti zum Justieren der Resonanz.

Der EQ-Modus wird über das Menü gewechselt
Der EQ-Modus wird über das Menü gewechselt
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EQ (Höhen, Mitten, Bässe: Erst volle Anhebung, dann maximale Absenkung) Isolator (Höhen, Mitten, Bässe: Erst volle Anhebung, dann maximale Absenkung) Kanalfilter (erst Sweep Low-pass, dann High-pass / zuerst keine, dann volle Resonanz)

Effekte
Die rechte Flanke des DB2 wird von den beiden Effekt-Einheiten samt Display dominiert. Darin sichtbar sind nicht nur das aktuell gewählte Effektprogramm, sondern auch die Schätzung des integrierten BPM-Counters, der metrische Teiler mit dem der Effekt zu Werke geht und eine kleine Grafik, die Auskunft über das grundsätzliche Klangverhalten gibt. Zusätzlich sind in der untersten Zeile der gewählte EQ- und Crossfader-Modus ablesbar

Das gut ablesbare Display visualisiert eine ganze Reihe von Parametern
Die Time-Encoder können zum temporären Abfeuern von Effekten genutzt werden

Jede der beiden FX-Einheiten ist fest auf die linke und rechte Seite des Crossfaders (X/Y) geroutet. Das macht insbesondere deshalb Sinn, weil jede Unit zusätzlich noch über das Xone-typische Dual-Sweeping-Filter verfügt. Umsteiger von anderen Mixern der Xone-Serie, die sich daran gewöhnt haben ihre Tracks frequenzmäßig ineinander zu blenden, können also den bewährten Workflow beibehalten. Ein kluges Detail ist hier, dass eine LED neben dem Poti von Grün auf Rot wechselt, sobald man den Regler aus der 12-Uhr-Position wegbewegt und das Filter zu arbeiten beginnt: Das sorgt für Übersichtlichkeit in stressigen Auflege-Situationen („Verdammt, alle Regler oben – warum hör ich nichts?!“).

Die beiden Sweeping-Filter sind eine feste Tradition bei allen Mischern der Xone-Serie
Die beiden Sweeping-Filter sind eine feste Tradition bei allen Mischern der Xone-Serie
Audio Samples
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Immer eine elegante Art, einen sanften Übergang zu zaubern: Die Sweeping-Filter im Einsatz

Jede der beiden Effekteinheiten kann mit einem der über fünfzig Effektprogramme bestückt werden, die in die Gruppen DLY (Delay), VRB (Reverb), RES (Resonators), MOD (Modulators) und DMG (Damage) unterteilt sind. Nachdem man sich über den zugehörigen Taster für eine Gruppe entschieden hat, können mit dem Select-Taster und dem Select/Adjust-Encoder, die verschiedenen Effekt-Varianten angesteuert werden. Alle Programme, bei denen eine Temposteuerung sinnvoll ist, arbeiten sofort nach ihrer Aktivierung mit der vom Beatcounter relativ zuverlässig ermittelten Geschwindigkeit.
Über den großzügig dimensionierten Dry/Wet-Regler wird der Effekt-Anteil zugemischt. Mit dem kleineren Expression-Poti hat man – abhängig vom gewählten Programm – den klanglich relevantesten Parameter (beispielsweise Frequenzbereich, Feedback oder Resonanz) im Zugriff. Die gebotenen Effekt-Algorithmen decken so ziemlich alles an Klangverhübschung und Dekonstruktion ab, was die letzten sechzig Jahre Studiotechnik hervorgebracht haben. Von wirklich exzellenten Hallräumen, über verschiedenste Delay-Programme, Klassikern wie Flanger, Phaser und Chorus, bis hin zu eher neuzeitlichen Errungenschaften wie Resonatoren, Ringmodulatoren und Bitcrushern.

Audio Samples
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Reverse-Q Roller Tronic-Q BitBash Eco-Sweep EMT240 Flanger-Hard

Drum und Dran
Über den Taster Menü gelangt man in die verschiedenen Konfigurationsmodi des DB2. Klugerweise wurden hier zwei Ebenen realisiert: In der obersten Ebene lassen sich die häufig gebrauchten Punkte „EQ- und Crossfader-Setup“ ansteuern.

Elementare Einstellungen liegen in der obersten Hierarchieebene des Menüs
Elementare Einstellungen liegen in der obersten Hierarchieebene des Menüs

Mit „Advanced“ gelangt man dann in die tieferen Einstellebenen, wo sich beispielsweise die Untermenüs für das Routing und die Signalverarbeitung befinden. Zum Beispiel für die Phasenlage an Record- und Booth-Out, die Anpassung der Display-Helligkeit, den Modus der Pegelanzeige (Bar, Dot, Peak) oder eine Anhebung des Kopfhörer-Ausgangs um satte zwölf Dezibel. Das dürfte allerdings nur bei schwerhörigen DJs erforderlich sein, denn der Kopfhörerausgang liefert bereits in der Grundeinstellung eine Stromstärke, die auch für hochohmige Kopfhörer mehr als ausreichend ist. Wo wir schon beim Vorhören sind: Die Kopfhörerbuchsen sind sowohl als Standard-, als auch als Mini-Klinke vorhanden und werden über die Lautstärkeregelung und das Poti für das Verhältnis zwischen Cue- und Mix-Signal mit Audiomaterial versorgt.

Fotostrecke: 2 Bilder Über den Menüpunkt „Advanced“ gelangt man in die tiefer gehenden Einstellmöglichkeiten des DB2
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Audio-Interface
Bevor man den DB2 als Vollduplex-Soundkarte für einen PC oder MAC verwenden kann, steht natürlich zuerst einmal die Installation der Treibersoftware an. Nach wenigen Mausklicks erscheint hier auf Windows-PCs die Frage, ob man den Treibern der Ploytec-GmbH vertrauen möchte. Das kann man guten Gewissen bejahen, denn die kleine Softwareschmiede aus dem südlichsten Zipfel Baden-Württembergs programmiert schon seit Jahren hochperformante Audiotreiber für Dritthersteller. Nach der erfolgreichen Installation finden sich die insgesamt vier Stereo-I/Os in der Audiosoftware der Wahl ein und können über das Konfigurationsfenster mit entsprechenden Pufferwerten ausgestattet werden.

Acht In, acht Out – stimmt
Acht In, acht Out – stimmt

Auf unserem Testrechner (Win7-64Bit, i7-2600, 8GB Ram) konnten wir ohne Buffer-Underruns von „Normal“ (Out: 23ms / In: 6ms) zu „Highspeed“ wechseln, wo der Kandidat Audiosignale mit ultraflinken sechs Millisekunden entgegennimmt und mit noch fixeren zwei Millisekunden wieder ausgibt. 

Im USB-Routing-Dialog des DB2 lässt sich danach für jeden der vier Stereo-Ausgänge bestimmen, welche Signalquelle an sie übergeben werden soll. Zur Auswahl stehen Kanal 1-4 (analog, digital, Post-Fader), Mix (Pre-/Post-Level), Record, Booth, Mix und Phones.

Das flexible Software-Routing erlaubt auch anspruchsvolle Recording-Szenarien umzusetzen
Das flexible Software-Routing erlaubt auch anspruchsvolle Recording-Szenarien umzusetzen

MIDI-Controller
Als reinrassiger Digital-Mischer hat der DB2 vom USB-Anschluss bis hin zur digitalen Abtastung sämtlicher Bedienelemente natürlich schon alles an Bord, um auch als vollwertiger MIDI-Controller zu agieren. Ein Blick auf die lobenswerte MIDI-Implementierung zeigt dann auch, dass die Regelstellungen sämtlicher Bedienelemente (bis auf die wenigen analogen Regler der Monitoring-Sektion) an den Rechner übermittelt werden. Ein Druck auf MIDI-Shift aktiviert die optionale MIDI-Ebene, die vollständig getrennt vom eigentlichen Mixer-Zustand agiert, sodass man hier ein komplett eigenständiges Layout bedienen kann, ohne dabei die darunter liegende Mix-Session zu beeinflussen.

Kommentieren
Profilbild von Stefan

Stefan sagt:

#1 - 03.09.2012 um 20:51 Uhr

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Hallo!Ich habe gerade eben den Test des Allen & Heath DB2 von eurem Kollegen Kalinowski gelesen und bin schwer beeindruckt von dem Teil!Ich spare seit Monaten eisern auf einen neuen Mixer und tendierte zuerst eher zum Pioneer DJM 850K.Ich will euch hier sicher keine Kaufempfehlung entlocken, wäre auch lächerlich. Aber könntet ihr mir vielleicht nur die fundamentalen Unterschiede zwischen diesen beiden Mixern schildern? Ich kenne mich im HighEnd-Mixer-Segment nicht gut aus, lege seit zwei Jahren mit einem 2Kanal Allen & Heath XONE 22 und ganz klassisch mit Vinyl auf. Viel Erfahrung habe ich nicht mit Effekten und den ganzen Spielereien. Da ich das Auflegen jetzt aber mittlerweile ganz gut beherrsche, möchte ich den Schritt ins Digital-Zeitalter wagen, sprich Traktor Scratch mal probieren, mich mit Effekten spielen usw....Ist der DB 2 ebenfalls wie der 850K Traktor Scratch zertifiziert? Sprich Plug & Play?Wie kann ich verstehen, dass diese Mixer zugleich vollwertige Midi-Controller darstellen? Ich hätte ohne Timecode-Vinyls doch kein Jog-Wheel, um meine Tunes zu steuern. Sprich, ich könnte dann nur mit Auto-Synq arbeiten, oder?Wäre fein von euch, wenn ihr mir eventuell ein wenig helfen könntet. Ich habe wirklich absolut keinen Plan, für welchen Mixer ich mich entscheiden soll und für mich und wohl auch die meisten anderen sind 1300-1500 Euro eben verdammt viel Kohle, um sie leichtfertig aus dem Fenster zu werfen!Beste GrüßeStefan

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NUMINOS sagt:

#2 - 04.09.2012 um 15:35 Uhr

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Hallo Stefan,Nein, eine Kaufempfehlung kann ich in der Tat nicht geben - selbst wenn ich wollte. Denn für welchen Mixer Du Dich am Ende entscheidest, kann Dir niemand sagen. Da können manchmal die Features bei der einen Konsole zwar besser sein und am Ende nimmt man doch die mit den schlechteren technischen Werten, aber der besseren Haptik oder den hübscheren Potiköpfen :)
Grundsätzlich sind sich die beiden von Dir genannten Mischer tatsächlich gar nicht so unähnlich und komplett "falsch" liegst Du mit keinem von beiden, denn beide sind vierkanalig ausgelegt, verfügen über eine hochwertige, übersteuerungsfeste digitale Wandlersektion und Klangbearbeitung und können beide als vollwertige Midi-Controller agieren.Zu Deinen Frage:
1.) Nein, der DB:2 ist meines Wissens nach (derzeit) noch nicht Scratch zertifiziert. Davon würde ich meine Kaufentscheidung aber nicht abhängig machen. Denn ein hochperformantes, stabiles DVS-Setup bekommst Du auch ohne Zertifizierung sicher ans Laufen 2.) Ganz einfach, da beide Mixer intern ohnehin bereits vollständig digital arbeiten, ist es nur ein kleiner Schritt, die Steuerdaten der Bedienelemente auch in Form von Midi-Informationen über USB zu senden. 3.) Oh, das ist ein riesen Thema: Da Midi-Daten ja grundsätzlich völlig zweckneutral sind, kannst Du theoretisch alles mit allem Steuern. Im Prinzip könntest Du die EQ-Potis zum Navigieren zweckentfremden, oder den Pitch über die Linefader regeln oder den Crossfader zur Effektsteuerung, und, und, und... Tatsächlich ist es aber so, dass ohne große Rädchen - seien es Jogwheels oder Steuervinyl kein wirklicher Spass beim Hantieren aufkommt und man in solchen Fällen dann besser zum Sync-Taster greift. Aber soweit ich Dich verstanden habe, besitzt Du ja zwei Turntables - also einfach Steuervinyl drauf, DB:2 oder 850K als Audiointerface eingestellt und fertig ist die Laube und funktionieren tut das mit beiden Mischpulten wunderbar. Dann bleibt nur noch die Entscheidung: Mischst Du mit der INTERNEN Klangregelung der Mischer (wobei die Mischpulte dann gar nicht als Controller agieren, sondern ganz klassisch als Audiomischer) oder verwendest Du die Controller-Funktionalität und nutzt die Klangregie von Traktor (beides zu verwenden ist theoretisch auch möglich - hat sich aber in der Praxis als unübersichtlich herausgestellt: "Hä, welcher EQ ist den jetzt am arbeiten, der von Traktor oder der vom Mischer?"). Da musst Du (dann wenn Du Dich für einen der beiden entschieden hast) mal ein paar ruhige Nachmittage einplanen und hören und testen, was Dir besser gefällt. Ich persönlich würde - wenn ich mir schon so einen eher hochpreisigen Mischer leiste - der internen Klangregelung den Vorzug geben und Traktor dann nur als Audiozuspieler nutzen.Grundsätzlich wäre zu beiden Mischern zu sagen, dass der Pioneer ein etwas konservativeres, klassisches, aber auch auf Anhieb einfacher verständliches Bedienkonzept verfolgt, während der A&H ein bisschen moderner, dabei auch ein Ticken komplexer konzipiert ist (Umschaltbare EQ-Modelle, Duale-Effektsektion). Wie ich im Test auch geschrieben habe: Direkt, ohne vorheriges Einarbeiten vor den A&H gesetzt, kann es schon ein bisschen knifflig sein, sich zurecht zu finden - da ist der Pioneer zugänglicher. Da das Teil aber Dein persönliches Arbeitsgerät werden soll, hast Du ja alle Zeit der Welt, Dich darin einzuarbeiten.Also, meine Tipps für die Kaufentscheidung: 1.) Testberichte, Forumsbeiträge lesen (Aber nicht zu viel - gerade in Foren wird sich manchmal auch in so eine Art Tunnelblick verrant und der Blick aufs ganze geht flöten) 2.) Von den Websites der Hersteller mal die Bedienungsanleitungen runterladen und durcharbeiten (!) 2.) Schaun, dass Du Die die Möglichkeit verschaffst, die Teile live und in Farbe anzufassen und testzufliegen (Musikgeschäft, Kumpels, zu Not auch Testbestellung und Rückgaberecht).O.k. - soweit meine Einschätzung, ich hoffe Dir ein kleines bisschen weitergeholfen zu haben.

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Stefan sagt:

#3 - 09.09.2012 um 22:31 Uhr

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Hallo!Danke für die umfangreiche Antwort! War gestern im Musikgeschäft meines Vertrauens und musste leider feststellen, dass sie bis auf den DB2 wirklich jeden Mixer der Oberklasse dort stehen hatten! =(DB4, DJM900 Nexus, DJM850K. Wobei der 850K wirklich robust und solide wirkt, wow!DB4 hat mich in seiner Vielfalt wirklich überfordert, wie du im Test schon geschrieben hast, ein echtes Feature-Monster! Unvorbereitet würde ich auf DEM Teil ungern im Club auflegen......Eine Frage hätte ich noch. Der DB2 hat in deinem Test die volle Stern-Zahl abkassiert, was dem DB4 verwährt blieb. Woran liegt das genau? Liegt es primär am Preis/Leistungsverhältnis? Der DB2 soll lt. deiner Aussage ja nicht das Konzept des DB4 kopieren, sondern eigenständig sein. Im Vergleich zum großen Bruder wirkt der DB2 jedoch reichlich abgespeckt!Na ja, mal sehen welcher es wird. In einem anderen Musikgeschäft, aus dem ich ein paar Leute besser kennen, verticken sie gerade inen DB4 um 1500,- , den ein Mitarbeiter von ihnen, sofern man den Leuten glauben schenken darf, bloß auf einem Gig zum Testen mit hatte.Weiß nicht, ob ich auf das Angebot einsteigen soll. Mit Gebrauchkäufen habe ich in der Vergangenheit eher schlechte Erfahrungen gemacht, was Eletro-Artikel angeht.Beste Grüße

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DJStrong sagt:

#4 - 28.04.2013 um 14:50 Uhr

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Hallo!
Die Angabe das der Mischer über eine 24-bit / 96 kHz-Soundkarte verfügt ist nicht korrekt!!!
Diese ist nur im DB4 verbaut. Auch hat die eingebaute Soundkarte lang nicht so viel Druck wie z.B. eine NI-Audio 8 DJ oder so. Vor allem bei der Aufnahme spielt dies eine Rolle.Ich habe das Mischpult nun seit einem halben Jahr und finde es überwiegend gut, jedoch bin ich in Bezug auf folgende Punkte etwas enttäuscht von dem Mischer und von Allen&Heath:
1. Effekte sind nicht über den Kopfhörer vorhörbar, das ist teilweise voll der Blindflug mit den Effekten!
2. Der Filter-Regler in den beiden Effekt-einheiten nicht immer aus ist auch wenn die grüne Led leuchtet. Das Mischpult signalisiert dies teilweise falsch. Das ist echt nicht sauber gelöst. Bein einem Gig kann da schnell man was verrutschen!
3. Allen&Heath hat ja bekanntlich schon mehrmals eine Aktion für den DB2 gestartet. Aber diesmal ist es gleich ein Preisvorteil von ca. 450 Euro. Wer sich das Mischpult also noch vor einem halben Jahr für 1500 Euro gekauft hat, der bekommt jetzt gerade noch 700-800 Euro dafür. Toll oder?! :-) Das kanns ja garnicht sein. Ich glaube sowas gibt es bei Pioneer nicht.

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Tanja De sagt:

#5 - 19.02.2016 um 15:12 Uhr

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Kennt sich zufällig jemand mit dem recorden aus? Wir kommen nicht so recht mit der Einstellung klar. Komischerweise ist die Aufnahme trotz keiner Übersteuerung krächzig. Wir nehmen mit Audacity auf und hatten mit dem alten Pioneer Mischpult nie Probleme. Danke schon mal

    Profilbild von NUMINOS

    NUMINOS sagt:

    #5.1 - 19.02.2016 um 19:06 Uhr

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    Was genau das Problem ist, kann ich via Ferndiagnose nur sehr schlecht sagen - aber Tipps, die nie verkehrt sind:a.) Buffer hochsetzen (runter gehen kannst Du immer noch).
    b.) Checken, dass an allen Stellen (Treibereinstellung, Aufnahmeformat) die Bit- und Sampleraten identisch sind.
    c.) Signalfluss kontrollieren (Line/Phono-Verstärkung, richtiger Ausgang etc...)

    Antwort auf #5 von Tanja De

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