In den 1980ern waren Headless-Bässe das Sinnbild für modernes Design und erreichten durch Bass-Superstars wie beispielsweise Mark King extreme Populärität – danach wurde es lange Zeit ruhig um die kopflosen Konzepte. Inzwischen feiern sie aber ein ziemlich überzeugendes Comeback und sind wieder voll im Trend. Kein Wunder, denn die Vorteile liegen auf der Hand: kompakte Bauweise, perfekte Balance und in vielen Fällen sehr komfortabel zu spielen.

Cort greift diese Entwicklung mit der Artisan-Space-Serie auf und kombiniert das Headless-Design mit den bewährten Zutaten der hauseigenen Artisan-Reihe. Bedeutet: moderne Optik, durchdachte Ergonomie und eine Ausstattung mit Bartolini-Humbuckern samt aktiver Dreiband-Elektronik, die den Bass klanglich breit aufstellen soll. Den fünfsaitigen Artisan Space 5 hatten wir bereits im Test und waren ziemlich angetan. Inzwischen gibt es das Ganze auch als Viersaiter – und genau diesen Cort Artisan Space 4 SDG schauen wir uns jetzt genauer an.
- runder, durchsetzungsstarker Sound
- hervorragende Ergonomie
- tadellose Verarbeitung
- kompakter Formfaktor
- inklusive Gigbag
- sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- keins
- Frisches, eigenständiges Design
- Sauber verarbeitet bis ins kleinste Detail
- Brauche ich spezielle Saiten für den Cort Artisan Space 4?
- Bewährte Tonabnehmer-Bestückung
- Welches Zubehör ist beim Space 4 dabei?
- Der Cort Artisan Space 4 SDG in der Praxis: Auspacken und direkt loslegen
- Wie spielt sich der Cort Artisan Space 4 Headless Bass?
- Ausgewogener Sound im Passivbetrieb
- Effektive Klangformung dank Dreiband-EQ
- Was sind die Alternativen zum Cort Artisan Space 4 SDG?
- Fazit
Frisches, eigenständiges Design
Obwohl der Cort Artisan Space 4 SDG eher filigran wirkt, hinterlässt er schon beim ersten Anfassen einen durchaus soliden und hochwertigen Eindruck und bringt gleichzeitig eine eigenständige, moderne Optik mit. Die Linienführung wirkt im Vergleich zu den klassischen Artisan-Modellen etwas kantiger und definierter, wodurch der Bass insgesamt zeitgemäßer und frischer daherkommt. Auffälligstes Detail ist die Decke aus Maserpappel, die unter der transparenten, leicht abgedunkelten Mattlackierung in „Star Dust Green“ sehr schön zur Geltung kommt. Wer es etwas gedeckter mag, kann den Space 4 übrigens auch in „Star Dust Black“ ordern. Helle Akzentstreifen entlang der Kanten, die sich teilweise bis auf die Oberseite ziehen, setzen zusätzliche Highlights und sorgen für einen eigenständigen, fast schon futuristischen Look.

Darunter sitzt ein Korpus aus Ahorn, der nicht nur für Stabilität sorgt, sondern auch klanglich eine klare Richtung vorgibt: eine schnelle Ansprache, präsente Höhen und gute Durchsetzungskraft dürften hier zu erwarten sein – wie sich das im Detail äußert, klären wir später im Praxisteil.
Sauber verarbeitet bis ins kleinste Detail
Die angeschraubte Halskonstruktion ist aufwändig ausgeführt und besteht aus insgesamt sieben Teilen: Basis ist gerösteter Ahorn, der mit Furnierstreifen aus Walnuss und Purpleheart laminiert wurde. Durch die thermische Behandlung verliert das Holz Feuchtigkeit, was sich positiv auf Stabilität und Schwingungsverhalten auswirken soll. Das Ganze ist mit einem sehr dezenten Matt-Finish versehen, das sich ausgesprochen angenehm anfühlt. Im Griffbrett – ebenfalls aus geröstetem Ahorn – sitzen 24 Bünde plus Nullbund im Medium-Jumbo-Format.
Die Verarbeitung der Bundierung bewegt sich dabei auf hohem Niveau: sauber abgerichtet, abgerundet und poliert. Zur Orientierung dienen runde Abalone-Inlays im Griffbrett und schwarze Dots an der oberen Griffbrettflanke. Praktisch ist zudem das Einstellrad für die Halskrümmung am Griffbrettende. Schön zu sehen, dass dieses Feature mittlerweile auch in dieser Preisklasse angekommen ist – das macht das Setup im Alltag deutlich komfortabler.

Brauche ich spezielle Saiten für den Cort Artisan Space 4?
Typisch für moderne Headless-Designs, endet der Hals in einem kurzen Fortsatz, auf dem die Klemmmechanik für die Saiten sitzt. Die Saiten werden durch entsprechende Öffnungen geführt und mit Inbusschrauben fixiert – praktisch, denn so lassen sich ganz normale Single-Ball-Saiten verwenden, spezielle Double-Ball-Sätze sind also nicht zwingend nötig. Am anderen Ende des Basses kommen einzelne Brückenelemente zum Einsatz, die Cort speziell für dieses Modell entwickelt hat. Jedes Segment verfügt über justierbare Saitenreiter für Höhe und Intonation sowie eine Aufnahme für die Ball-Ends. Gestimmt wird direkt an der Brücke über griffige Drehschrauben.
Das Ganze ist technisch keine Zauberei, sondern ein bewährtes Konzept, wie man es von vielen Headless-Bässen kennt. Beim Stimmen und Saitenwechsel braucht man etwas mehr Kraft als bei klassischen Mechaniken, die Hardware arbeitet aber zuverlässig und hält die Stimmung stabil. Falls eine der Mechaniken mal zu schwergängig sein sollte, kann man zum Drehen auch beispielsweise ein Plektrum zu Hilfe nehmen. In den Drehschrauben sind hinten nämlich Schlitze eingebracht – da hat bei der Konstruktion jemand mitgedacht.
Bewährte Tonabnehmer-Bestückung
Bei Tonabnehmern und Elektronik bleibt Cort dagegen auf bewährtem Terrain. Zum Einsatz kommen zwei Bartolini MK1 Humbucker – Pickups, die man seit Jahren in vielen Instrumenten dieser Preisklasse findet. Klanglich sind sie recht neutral abgestimmt, was je nach Geschmack als etwas langweilig oder eben angenehm vielseitig wahrgenommen werden kann.
Für die eigentliche Klangformung ist ohnehin die aktive Elektronik zuständig. Der Bass bietet einen Dreiband-EQ mit den üblichen Reglern für Volume, Balance sowie Bässe, Mitten und Höhen. Über eine Push/Push-Funktion im Volume-Poti lässt sich jederzeit in den passiven Betrieb wechseln – praktisch, sei es als Backup ohne Batterie oder einfach für Bassleute, die den etwas direkteren, dynamischeren Passiv-Sound bevorzugen. Im aktiven Modus übernimmt ein 9-Volt-Block im rückseitigen Fach die Stromversorgung.
Welches Zubehör ist beim Space 4 dabei?
Unterm Strich zeigt sich auch hier das typische Cort-Bild: sinnvolle, praxisnahe Ausstattung ohne großen Schnickschnack. Dazu passt die insgesamt sehr saubere Verarbeitung – der Bass macht einen hochwertigen Eindruck und fühlt sich entsprechend solide an. Bei Bässen in dieser Preisklasse gehört ein Koffer oder ein Gigbag nicht unbedingt zum Standard – umso erfreulicher, dass Cort dem Artisan Space 4 eine passende Tasche beilegt.
Das Gigbag macht optisch durchaus was her: Der textile Überzug wirkt hochwertig und passt gut zum modernen Gesamtbild des Instruments. In Sachen Stabilität bleibt es allerdings eher im Mittelfeld. Verstärkte Seitenwände oder eine feste Halsauflage sucht man vergeblich, stattdessen gibt es eine einfache Klettlasche zur Fixierung des Halses. Für den Alltag ist das dennoch absolut ausreichend. Auf der Vorderseite gibt es Stauraum für Zubehör, und der Transport zur Probe oder zum Gig funktioniert damit problemlos. Wer den Bass regelmäßig zusammen mit anderem Equipment im Bandbus transportiert, sollte allerdings über eine robustere Lösung nachdenken.



