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Test: Walrus Audio Lüm Texture Engine – Spezialist für übernatürliche Hallräume

Mit dem Walrus Audio Lüm bringt der Pedalspezialist aus Oklahoma City seine ursprünglich auf 600 Stück limitierte und bereits vergriffene „Texture Engine“ erneut auf den Markt. Das Lüm vereint Elemente des Slö Reverbs, des Lore Reverse Reverbs und des Fable Granular Generators in drei Effekt-Algorithmen. Auf dem Programm stehen experimentelle Granular-Reverb- und Delay-Effekte mit fußschaltbaren Automationsoptionen und drei Preset-Speicherplätzen. 

Test: Walrus Audio Lüm Texture Engine
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • experimentelle und eigenständige Sounds
  • einfache Bedienung
  • Preset-Speicher und Automationsoptionen
Contra
  • keine Stereo-Algorithmen

Walrus Audio Lüm – Das Wichtigste in Kürze

  • Was für ein Pedal ist das Lüm? Das Lüm ist ein experimentelles Ambient-Reverb bzw. Delay, das mithilfe von Granularsynthese einzigartige Grain-, Glitch- und Reverse-Effekte erzeugt. 
  • Welche Effekt-Modi gibt es?
  • Mode 1: Grain Cloud (Granular-Delay)
  • Mode 2: Grain Verb (Granular-Reverb)
  • Mode 3: Forward/Reverse Reverb
  • Gibt es Unterschiede zur limitierten Version von 2025? Das Lüm ist eine exakte Wiederauflage des ursprünglich auf 600 Stück limitierten Pedals und zum Zeitpunkt des Tests in zwei neuen Farben (guava/black) als Teil der Core-Series erhältlich.
  • Was sagt der Test? Das Walrus Audio Lüm liefert einzigartige Ambient-Reverb- und Delay-Sounds mit spannenden Klangtexturen und Automationsoptionen. Dabei bleibt die Bedingung stets übersichtlich und simpel. Leider sind die hochwertig klingenden Algorithmen nicht in Stereo verfügbar. 

Durchdachtes und übersichtliches Bedienlayout

Das Lüm sitzt in einem (B×H×T) 65 × 60 × 123 mm großen Gehäuse mit einem Gewicht von 308 Gramm und verfügt über drei Effekt-Algorithmen, die sich über einen kleinen Schalter (Mode I/II/III) anwählen lassen. In Betrieb genommen wird das Pedal über den linken Fußschalter, mit dem durch längeres Halten außerdem ein beliebiger Automationsparameter aus den fünf Potis ausgewählt werden kann. Dieser lässt sich danach über den Moment-Switch im Stile eines Ramp-Up- bzw. Ramp-Down-Effekts in drei unterschiedlichen Geschwindigkeiten (Ramp I/II/III) steuern. Betätigt man beide Fußschalter gleichzeitig, können drei Onboard-Presets (grün, blau, rot) nacheinander abgerufen und mit eigenen Settings überschrieben werden. 

 Die drei Effekt-Algorithmen lassen sich über einen kleinen Schalter (Mode I/II/III) anwählen.
Die drei Effekt-Algorithmen lassen sich über einen kleinen Schalter (Mode I/II/III) anwählen.

Welche Effekte liefert die „Texture Engine“?

Die drei Modi des Lüm orientieren sich an den Effektalgorithmen bereits etablierter Walrus-Pedale (Slö, Lore, Fable) und legen dabei einen Fokus auf die sogenannte Granularsynthese. Hierbei werden Teile des Signals als kurze Samples ausgelesen, manipuliert und wieder abgespielt (Mikro-Sampling). Die dadurch entstehenden Klangtexturen und Artefakte werden als Grains und Glitches bezeichnet und können in ihrer Abspielrichtung, Reihenfolge und Geschwindigkeit moduliert werden. Als Bedienelemente stehen hierfür zwei Potis für Länge und Intensität der Grains (X) sowie für die globale Sample-Rate (Stretch) bereit.

Fotostrecke: 4 Bilder Das Lüm ist eine exakte Wiederauflage des ursprünglich auf 600 Stück limitierten Pedals.

Außerdem gibt es Potis für den Effektanteil (Mix), die Länge der Hallfahnen (Decay) und einen Tiefpassfilter (Filter). Das Lüm arbeitet mit einem Buffered-Bypass, verfügt über zwei Switching-Modi (Trails on/off) und kann mit einem Standard-9-V-Netzteil (mind. 100 mA) betrieben werden. 

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Das Test-Setup

Für den Test sitzt das Lüm ohne weitere Effekte im FX-Loop eines Tone King Imperial Preamps und wird in Mono aufgezeichnet. Als Gitarren stehen eine Maybach Texonian T54 und eine Maybach Lester bereit.

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So klingen die drei Effekt-Algorithmen des Lüm

Die ersten beiden Effekt-Modi des Lüm sind gekennzeichnet durch die charakteristischen Grain- und Glitch-Effekte, bei denen Fragmente des Eingangssignals scheinbar zufällig wiederholt und neu angeordnet werden. In der Praxis verhält sich dieser Effekt wie ein außer Kontrolle geratenes Delay, mit dem ein streng rhythmisches Spiel nur noch bedingt möglich ist. Dafür eignen sich die Granulareffekte hervorragend für Arpeggios und ausklingende Akkorde, bei denen sie eigenständige und geheimnisvolle Klangtexturen erzeugen. 

Während der Grain-Cloud-Modus (Mode I) sich ausschließlich auf die Granularsynthese konzentriert, wurde dem Grain-Verb (Mode II) eine Hallfahne hinzugefügt. Hierdurch wirkt der Modus etwas „entschärfter“ und eignet sich besser für subtilere Ambient-Effekte. Sowohl das X- als auch das Stretch-Poti können dabei die Effektintensität steuern, gleichzeitig spielt der Tiefpassfilter (Filter) eine entscheidende Rolle für den „High-End-Shimmer“. 

Wir hören zunächst die Modi I und II im Vergleich. Decay-, Filter- und Mix-Poti stehen dabei in der 14-Uhr-Stellung, X- und Stretch auf 12 Uhr.   

Audio Samples
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Soundcheck Mode I (Tele) Soundcheck Mode II (Les Paul)

Der dritte Modus des Lüm kommt ohne Granulareffekte aus und liefert einen Mix aus Vorwärts- und Rückwärts-Reverb, der sich in der Praxis wie ein sehr weiches Delay anfühlt. Hier zeigt das Lüm eine weniger experimentelle Seite und erzeugt wunderbar sphärische Hallfahnen mit einer ganz eigenen Art der „Bewegung“ im Effektsignal. Das Stretch-Poti fungiert dabei wie eine Art Delay-Time-Regler und kann in Zusammenarbeit mit der fußschaltbaren Automation (Moment) für Pitch-Effekte genutzt werden. 

Audio Samples
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Soundcheck Mode III + Stretch-Automation (Les Paul)

In den nächsten drei Beispielen hören wir die unterschiedlichen Auswirkungen des X-Potis auf das Effektsignal. Während es in den ersten beiden Modi die Intensität und Länge der Grains und Glitches steuert, wird es im dritten Modus zum Decay-Poti für die invertierte Hallfahne.   

Audio Samples
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Mode I, X-Poti, min. → max. (Tele) Mode II, X-Poti, min → max (Tele) Mode III, X-Poti, min → max (Tele)

Als Letztes hören wir die Wirkungsweisen von Stretch-, Filter- und Decay-Poti am Beispiel der drei Onboard-Factory-Presets. 

Audio Samples
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Factory Preset Blue, Stretch min → max (Tele) Factory Preset Red, Filter min → max + Stretch-Automation (Les Paul) Factory Preset Green, Decay min → max (Les Paul)
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Fazit

Das Walrus Audio Lüm vereint sphärische Ambient-Sounds und experimentelle Klangtexturen aus den Bereichen Reverb, Delay und Modulation in einem kompakten Pedal. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf den charakteristischen Granular- und Glitch-Effekten, bei denen Artefakte des Eingangssignals zu scheinbar zufälligen Klangtexturen angeordnet werden. Wer den Spirit der drei Walrus-Klassiker Slö, Lore und Fable in einem übersichtlichen und leicht zu bedienenden Pedal einfangen möchte, dürfte mit dem Lüm sehr glücklich werden. Schade nur, dass das inspirierende und hochwertig klingende Pedal keine Stereo-Algorithmen im Angebot hat. 

Ambient-Maschine mit Charakter: Das Walrus Audio Lüm liefert inspirierende Klanglandschaften – leider nur in Mono.
Ambient-Maschine mit Charakter: Das Walrus Audio Lüm liefert inspirierende Klanglandschaften – leider nur in Mono.
Artikelbild
Lüm Texture Engine FX Black
Für 299,00€ bei
  • Hersteller: Walrus Audio
  • Modell: Lüm Texture Engine
  • Typ: Granular Reverb/Delay
  • Herstellungsland: USA
  • Anschlüsse: Input, Output, Netzteil
  • Regler/Schalter: Decay, Filter, Mix, X, Stretch, Mode, Ramp
  • Stromversorgung: 9-V-Netzteil (nicht im Lieferumfang)
  • Stromaufnahme: 100 mA
  • Abmessungen: (B × H × T) 65 × 60 × 123 mm
  • Gewicht: 308 g
  • Ladenpreis: 299,00 Euro (Juli 2026)

Herstellerseite: https://www.walrusaudio.com

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