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Artists und ihr Pakt mit dem Teufel

Von Paganinis “dämonischem” Geigenhype über Robert Johnsons Crossroads-Mythos bis zum Club 27, wo Musik ist tummeln sich auch Gerüchte und Mythen über die Entstehung. Die bekanntesten Schauermärchen rund um den Pakt mit dem Teufel haben wir euch in diesem Artikel zusammengefasst.

GMK2023, CC0, via Wikimedia Commons

Es gibt zwei Arten, musikalisches Genie zu erklären: Entweder man nimmt die wohl langweilige Wahrheit – Jahre aus Üben, Scheitern, Wiederholen oder man nimmt die gute Story. Und die beste Story ist seit Jahrhunderten dieselbe: Der Teufel war’s. Höchste Zeit, diese Legenden um den Pakt mit dem Teufel einmal auseinanderzunehmen.

Der Prototyp: Robert Johnson & die Crossroads

Eine Geschichte, die schon unzählige Male in verschiedensten Formen aufgegriffen wurde, sei es im 1986er Klassiker Crossroads, der Netflix-Doku ReMastered: Devil at the Crossroads oder in Serien wie Supernatural. Diese Legende hält sich in der Gesellschaft wie „Their Greatest Hits“.

Was war geschehen?

Blues Musiker Robert Leroy Johnson, ein junger Gitarrist der 1930er, schließt auf einer Kreuzung einen Pakt mit dem Teufel und wird daraufhin plötzlich zu einem der einflussreichsten Musiker der Geschichte. Mit Songs wie „Hellhound on My Trail“ oder „Me an the Devil Blues” verzauberte er sein Publikum regelrecht, bis er 1938 einen Auftritt abbrach und für immer verschwand. Ein Mythos erzählt darüber, dass er sich selber in einen Höllenhund verwandelt habe und bellend auf allen vieren gestorben sein soll.

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Und dann gibt’s da noch den Song-Fluch. Jemand spielt ein Stück, greift nach ‘zu viel’ – und danach kommt der Preis. Rund um ‘Crossroads’ kursiert genau so eine Version: Mehrere Artists hätten nach Cover-Versionen tragische Ereignisse erlebt. Die realen Tragödien dieser Bands sind dokumentiert, der direkte Fluch-Zusammenhang gehört in die Welt der Urban Legends.

Lynyrd Skynyrd
• Am 20.10.1977 stürzte ein gecharterter Convair CV-240 in Mississippi ab (laut Bericht u. a. Treibstoffmangel/Fuel exhaustion).
• 6 Todesopfer, darunter Ronnie Van Zant, Steve Gaines und Cassie Gaines; viele weitere wurden schwer verletzt.
The Allman Brothers Band
• Duane Allman starb am 29.10.1971 bei einem Motorradunfall in Macon, Georgia.
• Berry Oakley starb am 11.11.1972 ebenfalls nach einem Motorradunfall in Macon, nur wenige Blocks von Duanes Unfallstelle entfernt.
Eric Clapton
• Clapton ist vor allem deshalb Teil der Erzählung, weil seine Band Cream “Crossroads” ikonisch machte.
• Ein oft genanntes, reales tragisches Ereignis in Claptons Leben ist der Tod seines Sohnes Conor (1991) (Sturz aus einem Hochhausfenster in New York).
Aber: Das steht nicht in einem belegbaren Zusammenhang mit dem Song – das wird in “Curse”-Listen eher nachträglich zusammenmontiert.

Der Teufel unterzeichnet Plattendeals

Tommy Johnson, ebenfalls dem Blues verschrieben, behauptet seiner Zeit auch, einen Pakt mit Satan persönlich geschlossen zu haben. Um seine Musik richtig spielen zu können ging Johnsen weit über einfachen Alkoholkonsum hinaus. Er verdünnte nicht nur Brennspiritus mit Wasser, sondern unterschieb auch gleich beim Teufel.

Niccolo Paganini – Der Vampir der Violine

Niccolo Paganini gelang es durch sein Auftreten und seine Spielweise, sein Publikum davon zu überzeugen, er sei nicht menschlich. Frauen verfielen bei seinen Konzerten regelmäßig in Hysterie. Fanny Mendelssohn bezeichnete den Virtuosen als höchst wunderbares, unbegreifliches Talent mit dem Aussehen eines wahnsinnigen Mörders und den Bewegungen eines Affen.
Das verlieh ihm den Ruf des „Vampirs der Violine“. Seine unkonventionellen Outfits unterstrichen die Idee er sei gerade erst aus seiner Gruft herausgekommen.

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Club 27 als Pakt mit dem Teufel

Was vielleicht mit Robert Johnson begann ist heute wohl einer der bekanntesten und gleichzeitig traurigsten Clubs der Musikwelt.
Beim Teufelspakt lautet die Dramaturgie: schneller Aufstieg → übermenschliches Talent → Rechnung kommt später.
Der Club 27 funktioniert ähnlich: kurzes, brennendes Leben → ikonische Kunst → früher Tod.

Haben Led Zeppelin einen Pakt mit dem Teufel?

Led Zeppelin sind ein Paradebeispiel dafür, wie sich echte Interessen, bewusstes Mystery-Branding und kollektive Moralpanik zu einer Teufelsmythos-Maschine zusammenschalten. Der Kern liegt weniger in “Satanismus”, sondern in Symbolik: Jimmy Page interessierte sich nachweislich für Aleister Crowley und allein das reicht, damit aus jeder stilistischen Entscheidung ein “Beweis” werden kann.
In den frühen 70ern kaufte Page sogar Boleskine House am Loch Ness, ein Haus, das zuvor Crowley gehört hatte. Page wohnte dort nicht dauerhaft, aber die Story „Rockstar besitzt Crowleys Haus“ ist nun mal stärker als die nüchterne Realität.

Aleister Crowley, Public domain, via Wikimedia Commons

Parallel dazu spielt die Band auf Led Zeppelin IV (oft “Untitled” genannt) maximal mit Rätseln: kein Name, keine Erklär-Texte. Stattdessen die berühmten vier Symbole und Tarot-Anmutungen (u. a. “The Hermit”). Das ist weniger Beschwörung als Mythos-Design: Du gibst dem Publikum eine leere Fläche, und es malt seine Bedeutung hinein. Genau dort dockt dann die Backmasking-Panik der 80er an: „Stairway to Heaven“ rückwärts, angeblich versteckte Botschaften. Ein Klassiker der Mustererkennung, bei dem man oft genau das “hört”, was man hören will.

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