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Xavier Naidoo bei Berlin-Demo: Aussagen zu „Menschenfressern“, Epstein-Akten und Chips sorgen für Kritik

Der Sänger Xavier Naidoo steht erneut im Zentrum einer öffentlichen Kontroverse. Bei einer Kundgebung in Berlin äußerte er sich zu den sogenannten Epstein-Akten und sprach von „Kinderfressern“ und „Menschenfressern“. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.

Foto: © JCS

Naidoo spricht von „Menschenfressern“ und Kannibalismus

Xavier Naidoo sorgt nach dem Start seiner Comeback-Tour erneut für bundesweite Schlagzeilen. Bei einer Demonstration gegen Kindesmissbrauch vor dem Bundeskanzleramt in Berlin verbreitete der Mannheimer Sänger drastische und unbelegte Behauptungen im Zusammenhang mit den Epstein-Akten. In Videos, die unter anderem auf YouTube und X veröffentlicht wurden, ist Naidoo zu hören, wie er mit Bezug auf die veröffentlichten Unterlagen zum Fall Jeffrey Epstein sagt: „Wir reden hier von Menschenfressern. Wir reden nicht von normalem Sex-Trafficking und Frauen. Die fressen unsere Babys.“ Weiter erklärte er, er sei sicher, dass alle Anwesenden „unwissentlich schon mal Menschenfleisch gegessen“ hätten. Kannibalen sei es das Wichtigste, „dass wir alle Kannibalen werden, mit ihnen zusammen, damit wir alle in die Hölle runterfahren“.

Zusammenhang mit den Epstein-Akten

Die Berliner Kundgebung war von Betroffenen sexueller Gewalt organisiert worden und sollte im Zuge der veröffentlichten Epstein-Dokumente auf besseren Opferschutz aufmerksam machen. Die Epstein-Akten dokumentieren schwere Fälle von sexuellem Missbrauch und Menschenhandel. Hinweise auf Kannibalismus oder rituelle Praktiken enthalten die Unterlagen jedoch nicht. Dennoch verband Xavier Naidoo die Veröffentlichungen mit weitreichenden Vorwürfen und äußerte zudem den Verdacht, deutsche Politiker und Teile der Justiz seien in pädophile Netzwerke verstrickt. Konkrete Belege legte er für keine seiner Aussagen vor.

Für zusätzliche Verwunderung sorgte eine weitere Passage seiner Wortmeldung. Naidoo behauptete, ein großer US-amerikanischer Chipshersteller würde seine Produkte mit „embryonalen Gewürzmitteln“ bestreuen. Ziel sei es, dass „wir alle Kannibalen werden“. Auch hierfür nannte er keinerlei Nachweise. Beobachter verweisen darauf, dass diese Erzählung an einen seit Jahren kursierenden Mythos anknüpft: Dabei geht es um die Firma Senomyx, die bei der Entwicklung künstlicher Aromen eine in den 1970er-Jahren isolierte embryonale Zelllinie zu Forschungszwecken nutzte. In den Endprodukten selbst sind solche Zellen jedoch nicht enthalten.

Kritik aus Politik und laufende Verfahren

Scharfe Kritik kam unter anderem vom baden-württembergischen Antisemitismusbeauftragten Michael Blume. Er bezeichnete die Wortwahl als radikalisierend und warnte davor, dass Begriffe wie „Kinderfresser“ und „Menschenfresser“ historisch belastet seien und als antisemitische Verschwörungsmythen verstanden werden könnten. Auch Christian Specht, Oberbürgermeister von Mannheim, äußerte sich kritisch und sprach von bedauerlichen neuen Verschwörungstheorien, die dem künstlerischen Vermächtnis Naidoos schadeten.

Am Landgericht Mannheim sind zudem weiterhin zwei Verfahren wegen Volksverhetzung gegen Xavier Naidoo anhängig. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll er über einen Telegram-Kanal Inhalte mit Holocaust-leugnendem und antisemitischem Charakter verbreitet haben. Ob ein Hauptverfahren eröffnet wird, ist noch offen. Seine Anwälte weisen die Vorwürfe zurück. Mit seinen Aussagen bei der Berlin-Demo steht Xavier Naidoo nun erneut im Zentrum einer Debatte, die weit über seine Musik hinausreicht.

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