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Workshop: Schlagzeug im Studio aufnehmen – 5 Praxistipps für Drummer

Endlich ist es soweit – deine Band nimmt das erste Mal im Tonstudio auf. Vorfreude und Spannung vermischen sich nicht selten mit Unsicherheit: Wie kann ich mich am Schlagzeug am besten auf‘s Studio vorbereiten und – noch wichtiger – zur entscheidenden Zeit alles geben? Beachtest du unsere 5 Tipps, wird Deine erste Studiosession garantiert deutlich entspannter!

Bild: Fotolia / Urheber: sumnersgraphicsinc
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1. Sei gut vorbereitet

Schon im Vorfeld gibt es einiges, was du tun kannst, um dich auf die Zeit im Studio vorzubereiten. Kläre mit der Band und dem Studio, wie aufgenommen wird. Spielt ihr alles gemeinsam ein? Oder werden die einzelnen Instrumente nacheinander aufgenommen? Letzteres wird häufiger der Fall sein (wenn ihr nicht gerade Jazz spielt), und meistens ist das Schlagzeug als erstes Instrument an der Reihe. Kenne die Stücke also so gut, dass du sie auch ohne die gewohnte Begleitung der ganzen Band sicher von vorne bis hinten spielen kannst. Falls es im Studio nicht möglich ist, dass etwa Gitarre und Vocals in der Regie oder einem anderen Raum sitzen und dich begleiten, kann auch ein vorher im Proberaum aufgenommener Guide-Track helfen. Falls ihr mit Click aufnehmt, muss dieser natürlich im richtigen Tempo sein. Wenn du noch Schwierigkeiten hast, mit einem Click zu spielen, ist jetzt der richtige Moment, um das zu üben, damit du dich mit dem Klopfgeist im Studio auch möglichst wohl fühlst.

Freunde dich mit dem Click an – am besten rechtzeitig.
Freunde dich mit dem Click an – am besten rechtzeitig.
Freunde dich mit dem Click an – am besten rechtzeitig.

2. Mach dir Gedanken um deinen Sound

Du möchtest natürlich, dass dein Set auf den Aufnahmen so richtig geil klingt, und der Toningenieur im Studio will das garantiert auch. Doch es kann gut sein, dass eure Vorstellungen bezüglich des idealen Sounds etwas auseinander gehen und die Beschreibung so richtig geil zu vage ist, um euch beide auf einen Nenner zu bringen. Suche dir also ein paar Referenzen aus und finde Songs (natürlich am besten aus dem Metier, das deine Band auch bedient), auf denen dich der Drumsound anspricht. Diese kannst du dem Toningenieur schon im Vorfeld nennen, so dass er sich seinerseits darauf einstellen und mit dir zusammen planen kann, wie der Sound zu realisieren ist. Welche Felle und welches Tuning bringen dich ans Ziel? Kann dein Schlagzeug den gewünschten Sound überhaupt liefern, oder ist im Studio vielleicht sogar ein geeigneteres Set vorhanden, mit dem du auch zurecht kommst? Und wenn du Probleme haben solltest, ein Schlagzeug zu stimmen, solltest du ebenfalls jetzt damit beginnen, dich damit auseinander zu setzen. Dieser bonedo Workshop zum Thema Tuning kann dir sicherlich dabei helfen. Wenn auch nichts über ein Paar gute und erfahrene Ohren geht, ist der Einsatz von Hilfsmitteln wie beispielsweise dem Tunebot oder der Tension Watch durchaus erlaubt. Auch beim Thema Dämpfen gilt, dass alles, was zum gewünschten Ziel führt, auch gemacht werden darf.

Fotostrecke: 3 Bilder Für den Einsatz von Stimmhilfen muss man sich nicht schämen.
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3. Bring dein Equipment in Schuss

Hast du dich dafür entschieden, dein eigenes Set mit ins Studio zu nehmen, solltest du schon vorab dafür sorgen, dass alles daran auch so funktioniert wie es soll. Die Zeit im Studio ist zu kostbar, um Reparaturen auszuführen, die schon im Vorfeld hätten erledigt werden können. Ein Tröpfchen Öl hier und dort, damit nichts quietscht, hat noch nie geschadet. In welchem Zustand sind die Felle? Ein neuer Satz Schlagfelle sollte sowieso drin sein, bevor es ins Studio geht. Am besten ziehst du die neuen Felle schon ein paar Tage vor dem Studiotermin auf, damit sie sich schon mal gut an die Gratung anpassen können. Und wenn die Pellen schon einmal ab sind, ist es ein guter Moment, um alle Schrauben im Kessel auf festen Sitz zu kontrollieren, denn das Rappeln einer losen Schraube hat schon so manches Mal eine längere Suchaktion ausgelöst. Auch die Beckenständer sollte man sich einmal anschauen und prüfen, ob alle Schutzhülsen auf den Dornen noch intakt sind, damit auch hier keine ungewünschten Geräusche entstehen.
Am besten stellst du dir auch ein kleines Bordwerkzeug mit allen für dein Set benötigten Schraubendrehern, Stimmschlüsseln und Inbussen zusammen und packst auch kleine Ersatzteile, Öl und Material zum Dämpfen ein. Zwar gibt es in jedem gut sortierten Studio eine Werkzeugkiste, doch der Suche nach dem passenden zölligen Inbus kann man auch vorbeugen.

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4. Setze auf gute Kommunikation und Teamwork

Wenn du, hoffentlich gut vorbereitet, im Studio ankommst, dreht sich zunächst wahrscheinlich alles um dich und dein Equipment – und um deinen Sound. Um den zu erreichen, ist eine gute Kommunikation mit dem Toningenieur gefragt. Kläre mit ihm, wo im Raum das Set am besten klingt und baue es dort in Ruhe, aber ohne zu trödeln auf. Stimme das Set so, wie es für dich gut klingt, lass es den Toningenieur hören und besprich mit ihm, ob er so damit auch zurecht kommt. Es kann durchaus sein, dass er noch ein paar Anmerkungen hat, die dir nicht unbedingt gefallen. Sei aber keine Diva, indem du darauf bestehst, dass er mit dem leben muss, was du ihm anbietest, denn als Team kommt ihr schneller und für beide Seiten entspannter zum Ziel. Dabei gilt es, deine Soundvorstellung und die Erfahrung des Toningenieurs zusammenzubringen. 
Hat der Toningenieur das Set mikrofoniert, kann der Soundcheck losgehen. Lege ruhig eine kleine Schippe drauf, was die Lautstärke angeht. Erfahrungsgemäß passiert es nämlich häufig, dass man beim Soundcheck etwas verhaltener spielt und dann bei den Aufnahmen alles gibt, was zu übersteuerten Signalen führen kann – die dann aufs Neue eingespielt werden müssen. Wenn der Toningenieur alles eingepegelt hat und der Drumsound den letzten Schliff durch eventuelles Nachstimmen oder Dämpfen erhalten hat, lass ihn ruhig ein paar Takte deines Getrommels aufnehmen und höre sie dir gemeinsam mit ihm und der Band im Regieraum an. Wenn alle zufrieden sind, kann es endlich mit den Aufnahmen losgehen!

5. Sei realistisch

Da du wahrscheinlich zuerst aufgenommen wirst, scheint der Zeitpuffer für deine Parts noch ziemlich groß zu sein. Natürlich solltest du dir die Zeit nehmen, sie auch vernünftig einzuspielen. Behalte dabei aber im Auge, dass alle anderen in der Band ebenso wichtig sind und ihre Spuren genau so gut einspielen möchten wie du. Was meistens dabei vergessen wird ist, dass der vordergründigste Part – der Gesang – fast immer zuletzt aufgenommen wird und hierfür ein festes und großzügiges Zeitfenster offen bleiben muss. Wenn also etwas nicht so klappen will wie erhofft, überlege dir, ob es nicht auch einfacher geht. Weniger ist bekanntlich oft mehr, was sich besonders im Studio häufig bewahrheitet. Kommst du mit einem Fill auch beim dritten Take nicht sauber auf der Eins an, versuche es nicht noch dreimal. Entweder kann der Toningenieur das noch geradebiegen oder du versuchst es mit einem einfacheren Fill. Sei auf jeden Fall realistisch in der Einschätzung, was du sicher einspielen kannst und was nicht. Einen Take im Studio von der ersten bis zur letzten Note sauber einzuspielen, ist eine hohe Kunst und der Anspruch, auf nachträgliches Editieren zu verzichten, eine Eitelkeit, die während der Aufnahmen viel Zeit kosten kann. Vertraue im Zweifelsfall dem Toningenieur, denn er kann am besten einschätzen, was er aus den Aufnahmen im Nachhinein noch rausholen kann.

Fazit

Am Ende wird der erste Studiobesuch nicht in allen Punkten ganz reibungslos und glatt über die Bühne gehen, doch mit entsprechender Vorbereitung, gepflegtem Equipment, respektvollem Umgang und einer konzentrierten und ruhigen Arbeitshaltung kannst du viele potentielle Stressfaktoren vermeiden. Unsere 5 Tipps können dabei hoffentlich eine kleine Hilfe sein.

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08.01.2016
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von Sven von Samson

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